"Es droht eine Schimmelfalle"
"... Hauseigentümer sollen beachten, dass dies meist Unternehmen sind [die einen
Energiepass anbieten], die ein Interesse am Verkauf von Produkten haben, etwa
von Dämmstoffen.
"Bei ungeplanten Arbeiten ist Vorsicht geboten", warnt die
V.P.B.-Geschäftsführerin. "Es droht eine Schimmelfalle." Wer wahllos Wände
dämmt, bringt das empfindliche System des Hauses aus dem Gleichgewicht.
Womöglich sammelt sich dann Feuchtigkeit an unvorhergesehenen Orten und es
bildet sich dort Schimmel. ..."
aus: Berliner Zeitung, 28.01.2006
Interview mit der Geschäftsführerin des Verbandes Privater Bauherren, Corinna Merzyn
(zum Thema aufgeschwatzte Energiepässe)
Dämmung und Schimmel
Interview mit Konrad Fischer zum Thema Wärmedämmung, Energiesparen und Schimmel
F: Der Hamburger Bausachverständige Rolf Köneke behauptet, dass aufgrund schimmeliger
Wohnungen bereits 600.000 Menschen erkrankt seien. Gibt es für diese Zahl eine Grundlage?
A: Nach den mir vorliegenden Fachpublikationen erscheinen diese Angabe als eher
untertrieben. Fast jede zweite deutsche Wohnung hat demnach heute Schimmel. Fakt ist auch
eine ständig zunehmende Anzahl von krankheitsbedingten Raumluftuntersuchungen, die ein
Sachverständigenheer ernähren und die Amtsgerichte belasten. Auch unsere ARD-GLOBUS-Sendung "Zwang zum Energiesparen: Pfusch am Bau?" benutzte als
Aufreißer ein schimmelbedingt am Kopf blutendes Kind in einer Schimmelwohnung und klare
Worte des Umweltmediziners Dr. Bartram.
Fazit: Das amtlich erzwungene Dämmen und Dichten ist ein gewissenloser Anschlag auf die
Volksgesundheit.
F: Das Institut Wohnen und Umwelt sagt, die Feuchtigkeit in der gedämmten Wohnung
resultiere im Wesentlichen aus den dichten Fenstern, nicht aus gedämmten Wänden. Stimmt
das?
A: Natürlich begünstigen die überdichten Isofenster den Schimmel im Wohnraum. Aber die
Schadenspublikationen und die Bauschäden der Praxis belegen auch die Mitschuld der
Dämmung. Da die Dämmstoffe Kondensat - und unter ihren schnell zerrissenen
Kunstharzschwarten auch Regen begierig aufnehmen und nicht mehr abtrocknen können, veralgen und verschimmeln diese Konstruktionen nach kurzer Zeit. Hausschwammbefall der
angrenzenden Holzbauteile ist die logische Folge.
Um die zum Absaufen neigenden Dämmstoffe vor Feuchte zu schützen, werden Folien in Dach
und Wand eingebaut, die regelmäßig als Kondensatfalle wirken und über kurz oder lang
dennoch Kondensat in die Dämmung einwandern lassen. In den bewegungsfreudigen
Leichtbauten öffnen sich die üblichen Abdichtungskonstruktionen dann punktuell und
lassen dort die anfallende Feuchte konzentriert einwandern. Die Industrie bekämpft dieses
unlösbare Problem mit Vergiftung der Konstruktion mittels "Algizid" und
"Fungizid" in gesundheitsschädlichen Hochkonzentrationen und erlässt Normen
wie die DIN 4108 Teil 5, um hohe Restfeuchte in der Fassade als ordnungsgemäßes Bauen
schönzureden. Der Teufel soll also Beelzebub austreiben.
F: Aus einer Pressemitteilung der Dämmstoff-Industrie: "Wenn die Wärmedämmung der
Fassaden zu gering ist, kann sich bereits bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 - 60%
Kondenswasser auf den Innenwänden bilden." Was halten Sie davon?
A: Das hat nun mit der Wärmedämmung überhaupt nichts zu tun und ist eine Verdrehung der
Tatsache, dass überfeuchte Raumluft bei Abkühlung kondensiert. Bei den Normtemperaturen
minus 10 Grad außen, plus 20 Grad innen und ca. 60% rel. Raumluftfeuchte könnte die Wand
einen sehr schlechten k-Wert von 2 W/m2K aufweisen, ohne dass es zu Kondensat kommt. Bei
90% Feuchte könnte selbst ein guter k-Wert von 0,5 W/m2K Kondensat und Schimmelwachstum
nicht verhindern.
Wichtig: Die allseits propagierte Stoßlüftung kann hohe Luftfeuchten nicht verhindern.
Das geht nur bei ständigem Luftaustausch, wie es die gummilippenfreien Fenster alter
Bauart ohne Behaglichkeitsstörung garantieren. Der bemängelte Luftzug ist nämlich
meistens der Zimmertaifun, den die Konvektionsheizung erzeugt. Die Forderung nach
erhöhter Dämmung gegen Schimmel ist also reine Augenauswischerei interessierter Kreise
und leider auch der normgläubigen Schwachverständigen.
F: Herr Köneke meint, der Energiebedarf sei bei "eingepackten" Häusern
größer als bei nicht verpackten. Die Heizkosten seien hier höher. Gibt es dafür
Belege?
A: Überdichte Häuser haben grundsätzlich höhere Raumluftfeuchten. Dies führt zu
erhöhtem Lüftungsbedarf, wobei dann die teuer erhitzte Luft verstärkt abgelüftet wird.
Unterbleibt nun diese Abwehrmaßnahme der Bewohner, die ja einen ständigen
Hausmeisterdienst voraussetzt, muss überfeuchte Luft "auf Temperatur" gebracht
werden. Ihr Aufheizen verbraucht aber wesentlich mehr Energie als trockene Luft. Ein
Teufelskreis, der sich in der Heizkostenabrechnung widerspiegelt. Auch den auf meiner
Homepage von Prof. Jens Fehrenberg publizierten langjähriger Abrechnungsdaten gedämmter
und ungedämmter Vergleichsbauten ist dieser Trend zu entnehmen.
F: Was ist der k-Wert? Der U-Wert? Welche Rolle spielen diese Werte bei der
Energieeinsparung?
A: Die früher k-, seit kurzem U-Wert genannte Wärmedurchgangszahl beschreibt die
Wärmemenge in Watt pro qm mal Kelvin (W/m2K), die durch einen Quadratmeter Stoff
durchgeht, wenn zwischen den Stoffseiten ein Temperaturunterschied von einem Grad besteht.
Dabei werden zur Messung des Wertes beidseits unterschiedliche Lufttemperaturen erzeugt
und die Energiemenge zur Aufrechterhaltung des Temperaturunterschieds gemessen.
Um die Messung korrekt durchzuführen, muss also in der Klimakammer ein stationärer
Laborzustand erzeugt werden, der in der Praxis nie existiert. Umständlicher geht es
nicht!
Warum so kompliziert? Damit die Speicherfähigkeit eines Stoffes keine Rolle spielt und
auf Basis der k/U-Wert-Betrachtung minderwertige Leichtbaukonstruktionen besser vermarktet
werden können.
Das eigentlich Abseitige am k-Wert: In der Praxis wandert die Wärmeenergie zu etwa 90%
mittels Strahlung durch die Wand und zwar von warm nach kalt. Das erklärt, warum nur
Massivbauten im Sommer "kühl" und im Winter "warm" sind. Nur sie
können den Temperaturdurchgang ausreichend dämpfen und verzögern und das wirtschaftlich
und dauerhaft. Vor allem, wenn sie mit Strahlungsheizung und nicht mit raumlufterhitzenden
Heizsystemen betrieben werden.
Die durch die k-Wert-Betrachtung überbetonte Wärmeleitung spielt also baupraktisch kaum
eine Rolle, es kommt auf das Verhalten der Fassade gegenüber der Wärmestrahlung an.
F: Die WDV-Industrie verspricht, ihre Systeme sparten nachweislich Energie und bezieht
sich auf eine Untersuchung von Werner Eicke-Henning im Auftrag des Darmstätter Institut
für "Wohnen und Umwelt". Kennen Sie diese Studie?
A: Mir ist seine Untersuchung hessischer "Niedrigenergiehäuser" bekannt. Dabei
handelt es sich um Neubauten und auf keinen Fall um einen Wirkungsnachweis von WDVS. Im
Gegenteil: Die Untersuchung beweist, dass "Energieeinsparmaßnahmen" schrecklich
unwirtschaftlich sind und sich teils erst in hunderten von Jahren "rentieren".
Übrigens: Noch kein Mieter hat auch nur eine Mark Heizkostenvorauszahlung
zurückbekommen, nachdem seine Wohnung gedämmt wurde. Die schöne
"Untersuchung" des Darmstädter Instituts kann das nicht widerlegen.
Zu den angeblichen Einsparungen: Hier kann das Darmstädter Datenmaterial die Wirkung von
Dämmstoffen nicht belegen. Die untersuchte Holzständerbauweise hat ja Effekte, die
ausschließlich der hervorragenden Speicherkapazität der verwendeten Holzbaustoffe an
Dach und Wand zuzuschreiben sind. Bei den Massivbauten, teils mit Vorsatzdämmung, ist
eben die Restwirkung der Massivbaustoffe maßgeblich. Was fehlt, ist die
Für-sich-Betrachtung blanker Dämmstoffe - das leistet bisher nur unser Lichtenfelser
Experiment: mit niederschmetterndem Ergebnis für die k-Wert-Olympiade.
Was aber wirklich schlimm ist: Auch die sparsame, gesunde und energiesparende
Strahlungsheizung wird von der falschen Bauphysik der EnEV wirkungsvoll bekämpft. Zum
Teil bekommt man beim Einsatz dieser Technik sogar einen Malus aufgebrummt. Das ist der
Gipfel des amtlichen Energiesparzwangs.
F: Die WDVS-Hersteller behaupten, Schimmelbefall trete vor allem in schlecht gedämmten
Wohnungen auf und ohne Dämmung müsse man stärker heizen. Gerade bei ungedämmten
Innenwänden sei mit Kondenswasser-Ausfall zu rechnen. Stimmt das?
A: Ersteres widerlegt sogar Prof. Gertis in "Klimawirkung und Schimmelpilzbildung in
sanierten Gebäuden" in "Bauphysik der Außenwände", Berlin 1997, wo er
von Schimmel in Bauwerken mit wärmeschutztechnisch "sanierten" Fassaden
berichtet.
Der Schimmel braucht Feuchte. Die bekommt er durch dichte Fenster und
Blower-door-verschärfte Raumdichtung, feuchterückhaltende Dämmkonstruktionen und
schimmelfördernde Synthetikanstriche - eben die moderne Bauweise. Mehr heizen muss man in
feuchten Buden, dort ist auch Kondenswasser-Ausfall unvermeidbar. Egal wie viel Kilometer
Dämmstoffe vor der Fassade kleben. Die Fehrenberg-Daten zeigen: Dämmen rentiert sich
nie, Dämmstoffe bringen keinen spürbaren Energiespareffekt. Wie sollten sie das auch,
wenn die Wärmestrahlung sozusagen ungebremst durchpfeift?
Wenn ein E.-U. von Weizsäcker jüngst in der FAZ von 200 Liter Ölverbrauch je
Quadratmeter im Jahr in ungedämmten Wohnungen behauptet, ist das pure Propaganda. Ein
"normales Massivhaus" verbraucht meist deutlich unter 10 Prozent dieses Wertes.
Genau deswegen können sich die erzwungenen "Energiesparmaßnahmen" niemals
rechnen. Das Einsparpotential ist eben nicht da. Und deswegen fördert man die Angst vor
angeblichen Klimakatastrophen, die nun alles rechtfertigen muss. Wobei niemand uns
erklären kann, wie das böse CO2, doppelt so schwer wie Luft und darin nur mit 0,03%
enthalten, aus 6 Kilometer Höhe die Erde aufkochen kann. Und das als kalter Heizkörper.
Es hat dort nämlich minus 18 Grad. Die Ökowissenschaft setzt eben sehr viel Glauben
voraus.
Was den Immobilienbesitzer betrifft: Ich glaube, dass bald die Zusage: "Nach alter
Handwerksqualität massiv und schimmelfrei gebaut" ein Gütesiegel am schwierigen
Wohnungsmarkt werden kann. Von den Ausnahme- und Befreiungsregelungen der EnEV sollte man
also reichen Gebrauch machen.
Unser Arbeitskreis Gesundes Haus AGH strengt gerade ein Verfahren gegen die EnEV am
Bundesverfassungsgericht an und ist für jede Prozesskostenhilfe dankbar. Wir müssen doch
etwas dagegen unternehmen, wenn unser Staat mittels EnEV nicht nur das Vermögen der
Hausbesitzer zerstört - die Heizkessel vor 1978 müssen ja vernichtet werden, egal wie
gut sie funktionieren - sondern auch extreme Gesundheitsschäden bei der Wohnbevölkerung
erzwingt. Ohne eine Mark Energieersparnis.
Date: 02 May 2002
From: Konrad Fischer
Subject: Re: Fragen zum Thema Wärmedämmung
Literaturbelege:
(1) ibau-Planungsinformationen 6.11.1998:
"Täglich aufstehen mit 7000 Milben? Umweltmediziner fordert Lüftungsanlagen für
Neubauten
Wetzlar/Bad Honnef - Prof. Dr. Martin Schata, Inhaber des Lehrstuhls für Umweltmedizin an
der Universität Witten-Herdecke (Nordrhein-Westfalen), fordert den konsequenten Einsatz
von Be- und Entlüftungsanlagen in Neubauten.
Die Nachlässigkeit im Umgang mit dem "Lebensmittel Luft" sei besorgniserregend,
so der renommierte Allergieforscher. Dadurch, dass Wohngebäude immer luftdichter gebaut
werden, fehle es in Wohnräumen aus hygienischer Sicht häufig an der nötigen
Sauerstoffzufuhr sowie an einem geregelten Abtransport verbrauchter Luft. Ungesunde
Schwitzwasserkonzentrationen, Schimmelpilzbildungen, unkontrolliertes Milbenwachstum und
das rasche Ausbreiten von Allergieauslösern sowie Infektionserregern seien die Folgen.
Schata (beziffert) den volkswirtschaftlichen Schaden auf ca. 80 Millionen jährlich.
[...] Ähnlich wie in Belgien und Frankreich wird der Raumluftqualität von deutschen
Baufamilien nur wenig Beachtung geschenkt - obwohl der Mensch 90% seines Lebens in
geschlossenen Räumen verbringt. Die gesundheitlichen und finanziellen Folgen dieser
Unachtsamkeit sind immens: Mittlerweile ist jeder zehnte Erstklässler ein Asthmatiker.
Und mit 8.000-10.000 Asthmatoten jährlich wird Deutschland im europäischen Vergleich nur
noch von Irland übertroffen - obwohl wir weltweit eines der besten medizinischen
Versorgungssysteme haben...
Ursachen für die zunehmende Ausbreitung von Allergien, Infektionen und Asthmaerkrankungen
sind u.a. in einer vielfach zu hohen Raumluftfeuchte zu suchen. Sie ergibt sich vor allem
daraus, dass das Lüftungsverhalten bislang nur ungenügend an die immer luftdichtere
Bauweise angepasst wurde. Die Lüftungsgewohnheiten vieler Neubaubewohner passen noch
nicht zu den modernen, dichten Gebäudehüllen. [...] Ein durchschnittlicher
4-Personen-Haushalt in einer 70-Quadratmeter-Mietwohnung gibt täglich rund 10 Liter
Wasser an die Raumluft ab durch Kochen, Duschen, Schwitzen.
Wenn diese Feuchte nicht abziehen bzw. vertrocknen Kann, weil zuwenig Frischluft
zugeführt wird, bilden sich zwangsläufig Stock- und Schimmelflecken an Decken und
Wänden. Außerdem gedeihen gesundheitsschädliche Pilze, und die asthmaverursachenden
Hausstaubmilben können sich ungehindert vermehren. [...] Morgens hängen dann am
Schlafanzug beim Aufstehen durchschnittlich rund 7.000 Milben, die beim Gehen durch die
Wohnung abgeschüttelt werden. [...]"
(2) Journal Energie im STERN 46/2000, S. 164 ff::
"Dämmen wir uns krank?
Wärme-Isolierung spart Heizkosten, lässt aber häufig Schimmelpilze wuchern. Der stern
testete drei Wohnungen.
Modergeruch schon an der Haustür des Lübecker Klinkerhauses. Penetrant verstärkt er
sich im Schlafzimmer von Dietmar Nieschalk. Auf einer Fläche von zwei Quadratmetern haben
dort Schimmelpilze die Tapete schwarz verfärbt und zum Teilvöllig zerfressen. "Ein
starkes Stück", entfährt es Klaus Senkpiel. Im Auftrag von stern ermittelte der
Biochemiker vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Uni Lübeck, wie
sich Wärmedämmung auf das Wohnklima und die Schadstoffbelastung der Raumluft auswirkt.
In drei Domizilen haben Senkpiel und sein Mitarbeiter Dirk Sassenberg Dragerpumpe,
Luftkeimsammler und Infrarot-Thermometer aufgestellt. Fazit bei Dietmar Nieschalk:
"Die Wohnung ist unbewohnbar", sagen die Hygieniker. Die Verunreinigung mit
Schimmelsporen: 3325 "koloniebildende Einheiten" (KBE) in einem Kubikmeter Luft.
Ab 100 KBE gilt die Atemluft als "belastet".
Vor neun Jahren wurden die alten Fenster des 1969 gebauten Hauses gegen Kunststoffrahmen
mit Isolierverglasung ausgetauscht. Bald darauf tauchten die ersten Flecken auf. Nieschalk
wurde krank und dreimal in der Klinik behandelt, ohne dass die Ärzte die Symptome
erklären konnten. Erst als seine Tochter ihm ein anderes Zimmer zum Schlafen hergerichtet
hatte, ging es ihm besser.
Dabei gilt bei Medizinern mittlerweile als sicher, dass das Einatmen der Sporen Allergien
und Krankheiten auslösen kann: von einfacher Bronchitis über Asthma, Haut- und
Augenreizungen, chronische Erschöpfungszustände bis zu Leber- und Nierenschäden. Zur
Lebensgefahr vor allem für Kinder und alte Menschen können dabei die Mykotoxine werden:
von Schimmelpilzen produzierte Stoffwechselprodukte. Im amerikanischen Cleveland starben
neun Kinder an Lungenblutungen, weil die Häuser, in denen sie lebten, nach Überflutungen
vom extrem giftigen Pilz Stachybotrys aura befallen waren.
Die Schädlinge breiten sich aus, weil die Wohnungen immer besser abgedichtet werden.
Erlaubten zugige Fenster und rissige Wände früher einen Luftaustausch, der die
Luftfeuchtigkeit in den Räumen relativ niedrig hielt, ist die "Winddichtigkeit"
von Bauten seit der Wärmeschutzverordnung von 1995 Gesetz, gelten winddurchlässige
Bauteile bei neuen Häusern als Baumangel. Werden Altbauten mit Hilfe von Isolierfenstern
winddicht gemacht, gehen die Eigentümer ein hohes Risiko ein.
Waren vorher die Fensterscheiben die kältesten Flächen eines Raumes - also jene, an
denen die Luftfeuchtigkeit kondensierte -, sind es danach meist die Ecken der Nordzimmer.
Dort schlägt sich immer mehr Feuchtigkeit nieder. Und wenn dann beim Lüften
Schimmelsporen von außen hereingeweht werden, brauchen die nur drei bis vier Tage, um
auszukeimen. Tapete, Kleber, Putz und Farbe sind optimales Futter für sie. [...]
Die zweite Wohnung, die Senkpiel und Sassenberg im Auftrag des stern besuchten, ist ein
Plattenbau im Schweriner Vorort Lankow, eingehüllt in eine neun Zentimeter dicke
Wärmedämmschicht. Seit der "Sanierung" klagt die Bewohnerin Brigitte
Sieverkropp über Atembeschwerden und trockenen Schnupfen. Dass der Bau dicht ist, kann
man sofort spüren. Die Luft ist stickig; obwohl die Heizkörper kalt sind, herrschen fast
20 Grad Raumtemperatur.
Wie Detektive streifen die Umwelthygieniker durch die 42-Quadratmeter-Wohnung, messen in
allen Ecken, schneiden den Staubsaugerbeutel auf, um Proben zu nehmen, und kraxeln
schließlich auf den Dachboden. "Das müssen Sie sehen", schallt es wenig
später von oben. Senkpiel hält einen Haufen Krümel in der Hand: die gehäckselten Reste
der Wärmedämmung, die offenbar die Handwerker nach der Sanierung flächendeckend auf der
obersten Geschossdecke des Plattenbaus verteilt haben. "Das rieselt durch die feinste
Fuge, wird bei jedem kräftigen Windstoß durch die Lüftung nach draußen geblasen und
durchs geöffnete Fenster in die Wohnung." Die Laboruntersuchungen bringen einen
weiteren Befund zutage: Die Mineralwolle ist mit Schimmel belastet. So finden die
Wissenschaftler in der Schlafzimmerluft 727 KBE Schimmelsporen pro Kubikmeter Luft. Fazit:
Auch ein ansehnlich erneuertes Gebäude kann zum Gesundheitsrisiko werden.
Was also könnte passieren, wenn jetzt die Bundesregierung als Gegengift zu Ökosteuer und
Energiepreisschock ein neues Programm zur Förderung von Wärmedämmung auflegt? 400
Millionen Mark jährlich sollen in dieses Altbausanierungsprogramm fließen - zusätzlich
zu bereits existierenden Fördermaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau?
Dämmen wir uns krank? Belasten wir, staatlich gefördert, unser Wohnklima, um das
Weltklima zu schonen? [...]
Familie Vogt-Zembol, mit ihrem sechs Jahre alten Niedrigenergiehaus in Hamburg, die dritte
Station der Messreihe des stern. Das Haus ist vorbildlich in Sachen Energieverbrauch.
Kosten für Heizung und warmes Wasser bei 125 qm Wohnfläche: nicht mehr als 57 Mark. Doch
auch hier fanden Senkpiel und Sassenberg im Wohnzimmer eine erhöhte Konzentration von
Schimmelpilzen: 747 KBE pro Kubikmeter, gemessen, nachdem die Lüftung mehrere Stunden
abgeschaltet war. Die Sporen können aus dem Erdreich unter dem nicht unterkellerten Haus
stammen oder - da haben wir sie wieder - aus der Wärmedämmung. Die ist, ökologisch
korrekt, aus Zellulose und laut Hersteller gegen Schimmel imprägniert. Hilft aber nicht
immer, sagt Senkpiel. "Wir haben nach Feuchteschäden bei Zellulosedämmung häufiger
Schimmelbefall gemessen." [...]
SVEN RHODE, Mitarbeit: Ingrid Lorbach"
(3) Obermain-Tagblatt Lichtenfels vom 10.10.00:
"Allergien nehmen weiter rasant zu
Etwa jeder dritte Deutsche ist nach Angaben des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen
(ÄDA) Allergiker. "Allergien nehmen rasant zu", sagte der Bonner Professor
Joachim Sennekamp anlässlich des 26. Allergologen-Kongresses. Die neusten Zahlen zeigten,
dass bereits 15 Prozent der Deutschen Heuschnupfen, neun Prozent eine Kontaktallergie und
fünf Prozent Asthma hätten.
Risikofaktoren sind nach Ärzteangaben die erhöhte Milbenbelastung in modern isolierten
Wohnungen, übertriebene Hygienemaßnahmen, der zunehmende Straßenverkehr,
Ernährungsgewohnheiten sowie die vermehrte Haustierhaltung."
(4) Bild der Frau Nr. 21 am 22. Mai 2000, S. 48 bis 49:
"Gefahr in der Wohnung
Schimmelpilze machen krank
Die Zahlen sind alarmierend: Schon in 40 Prozent unserer Häuser wuchern Schimmelpilze.
Und Umweltexperten warnen: "Noch wissen zu wenig Ärzte, wie gefährlich die Pilze
sein können. Oft sind sie Auslöser von schlimmen Allergien, Entzündungen und
Asthma." Wie Betroffene leiden, was Fachleute tun können [...]
Tage- und nächtelang weinte mein Junge, weil er so starke Ohrenschmerzen hatte. Dazu
kamen Probleme mit den Bronchien, Erstickungsanfälle, immer wieder Erkältungen, Grippe,
Husten, Magen- und Darminfekte." Widerwillig denkt Sophie Brocks (40) an ihre alte
Wohnung - obwohl sie eigentlich ein Traum war. Ein wunderschönes ehemaliges Fachwerkhaus
mitten in einem Park. Viereinhalb Jahre hat die Familie dort gelebt - mit üblen Folgen:
Sophie, ihrem Mann Rüdiger (Chefarzt, 42) und den Söhnen Frilli (6), Johann (9) ging es
immer schlechter: Schlafstörungen, ständige Erkältungen, verschwollene
Nasenschleimhäute, schmerzende Bronchien. Der Grund: Schimmelpilz.
Sophie Brocks: "Als das Mauerwerk feucht wurde, hat man es mit einer
luftundurchlässigen Styropor-Fassade saniert. Und darunter konnte der Schimmelpilz
ungehemmt wuchern."
[Anm. KF: Folge der üblichen Fehlberatung der "Fachleute", man müsse gegen
Feuchte dämmen und isolieren, man müsse damit "Kältebrücken" vermeiden, an
denen Luftfeuchte kondensiert. Falsch: Dämmfassaden sind nicht
"Luftundurchlässig". Sie lassen Kondensat prima herein (Werbung:
"Diffusionsoffene Fassade"), aber mangels Kapillarentfeuchtung schlecht wieder
heraus. Folge: Die "abgesoffenen Dämmfassade".]
Keiner der Mieter ahnt etwas von dem Unheil. "Der Schimmel wuchs versteckt, nur der
muffige Geruch machte uns stutzig. Richtig alarmiert war ich, als unsere Sachen im Keller
schimmelig wurden und wir sie entsorgen wollten. Von der Müllabfuhr erfuhren wir: Das ist
Sondermüll."
Sophie Brocks will es genauer wissen, lässt das Haus von Umwelt-Ingenieuren untersuchen.
Sie messen eine bis zu 16-fach erhöhte Konzentration giftiger Schimmelpilz-Gase - und
Sporen von einem halben Dutzend weiterer Arten. Und genau diese Gase schädigen das
Immunsystem, führen zu Allergien, Asthma, Rheuma, Augenbindehautentzündungen und
Erkältungen. Aber auch Krebs, Herz- und Lungenentzündungen durch Schimmelpilze sind
nachgewiesen.
So leidet eine Nachbarin der Brocks an Augen- und Schleimhaut-Reizungen, eine andere kann
nachts kaum schlafen, hat Schluckbeschwerden. "Am ärgsten traf es den kleinen Jungen
in der Erdgeschoss-Wohnung. Er bekam eine Lungen-Fibrose (Raucherlunge)!"
Mittlerweile hat sich der Schimmel so weit ausgebreitet, dass er in den unteren Etagen
sichtbar ist. Familie Brocks ist umgezogen - in eine schimmelfreie Wohnung! Frilli geht es
viel besser. Sophie Brocks: "Experten sprechen von einer neuen Volksseuche. Meine
Erfahrung: Kaum zehn Prozent der Ärzte und Heilpraktiker wissen, wie krank Schimmelpilz
macht. In den USA, in Japan, Schweden und den Niederlanden ist man schon viel
weiter." Lutz Franke, Facharzt für Immunologie und Laboratoriums-Medizin in
Düsseldorf, appeliert an seine Kollegen: "Wir müssen bei Störungen des
Immunsystems verstärkt darauf achten, was dahinter steckt. Denn zu oft werden
Schimmelpilzvergiftungen falsch diagnostiziert. Außerdem müssen wir noch viel
forschen."
Die Amtliche Materialprüfungsanstalt Bremen meldet: Über 40 Prozent unserer Häuser
haben ein Schimmelpilz-Problem. Risse in Dach oder Mauern, in denen sich Regenwasser
sammelt, oder Staunässe in Grundmauern sind ideale Lebensbedingungen für die
Pilz-Sporen.
[Anm. KF: Vor allem aber Feuchtekondensation an Außenwänden infolge Dämmung, Dichtung
und falscher Heizung! Sonst gäbe es nicht die explosive Zunahme des Schimmels in
energetisch sanierten Wohnungen, wie auch das Beispiel Brocks beweist!]
Schon geringe Mengen Feuchtigkeit lassen sie keimen - oft auch jahrelang unbemerkt hinter
Tapeten oder Fußböden. Dr. Thomas Warscheid von der Materialprüfungsanstalt erklärt,
wie es zur steigenden Schimmelpilz-Gefahr kommt: "Kunststoff-Fenster verhindern
Luftaustausch. Neubauten werden viel zu früh bezogen, bevor sie ausgetrocknet sind.
Dünne Deckenkonstruktionen schaffen Kältebrücken. Zu oft werden Baumaterialien falsch
verwendet."
30 Prozent aller Klagen entstehen nach dem Wechseln auf Kunststoff-Fensterrahmen. Anwalt
Marcus Schmidt vom Verein "Mieter helfen Mietern", Hamburg: "Bauherren und
Vermieter sollten das Problem viel ernster nehmen und bei baulichen Veränderungen mit
einbeziehen. Sie unterschätzen die hohen Regress-Forderungen, die Mieter ihnen stellen
können."
Um anderen Betroffenen zu helfen, hat das Ehepaar Brocks jetzt die Schimmelpilz-Liga e.V.
[Neuer Wall 14, 20354 Hamburg, Tel:: 040: 457 609, Fax: 447179, nimmt Berichte (max. 2
Seiten) zu Schimmelpilzproblem an und vermittelt Untersuchungsdienstleistungen]
mitbegründet: [...] Wir wollen erreichen, dass die Wärmeschutzverordnung und die
Energiespargesetze geändert werden und Krankenkassen die Vorsorgeuntersuchungskosten
bezahlen." INGA DI MAR"
(5) Novalis 2/1999:
"Gift in den eigenen vier Wänden
Hausstaub häufig belasteter als die Luft an Straßenkreuzungen
Etwa 20.000 mal pro Tag atmet der Mensch Luft ein und wieder aus. Nur wenige Bundesbürger
- lediglich vier Prozent - glauben, dass die Luftqualität in ihrer Wohnung schlecht sei.
In der Heizperiode sind es immerhin neun Prozent. Für manchen mitunter ein folgenschwerer
Irrtum. Neue Forschungsergebnisse belegen nämlich: nicht nur unsere Umwelt, auch die
Raumluft in unseren Wohnungen ist häufig erheblich mit Schadstoffen belastet. Allergien,
Atembeschwerden, Augenbrennen, Kopfschmerzen und unerklärliche ständige Müdigkeit
können die Folge sein. Kein Wunder, sind doch die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung
des Bundesgesundheitsamtes in Berlin alarmierend.
Die Wissenschaftler untersuchten 3.000 Wohnungen. 24 Kubikmeter Staub wurden auf
Schadstoffe geprüft. Mehr als 20.000 Daten über den Zustand bundesdeutscher Wohnräume
und ihrer Raumluft zwischen Flensburg und Garmisch wurden zusammengetragen. Resümee der
Forscher des Bundesgesundheitsamts: "In den meisten Wohnungen ist die Luft oft bis zu
fünfzig mal giftiger als an viel befahrenen Straßenkreuzungen der Großstädte."
Zu den Schadstoffquellen in den eigenen vier Wänden gehören beispielsweise Hausstaub,
Lackierungen, formaldehydbelastete Möbel, Reinigungsmittel, Sprays und Kosmetika. Gerade
im Hausstaub finden sich häufig zahlreiche Chemikalien, menschliche Hautpartikel,
Milbenkot und Schimmelpilze - eine ganz besonders schädliche Mischung. [...]
Was die Luft unserer Wohnräume belastet, sind vor allem Schmutz, der von außen in die
Innenräume gelangt, Insekten und ihre sterblichen Überreste, Haustiere, aber auch
erkrankte Hausbesucher. Nicht zu vergessen sind außerdem menschliche Hautpartikel. Mit
mehr als 50 Millionen Teilchen pro Tag und Mensch stellen sie den Hauptbelastungsfaktor
dar.
Gerade Milben und ihre Symbionten, die Schimmelpilze, fühlen sich in diesem Milieu
besonders wohl. Ihr Kot kann die Schleimhäute angreifen und Asthma, Bronchialerkrankungen
und allergische Reaktionen hervorrufen. [...]
Gerade die perfekte Wärmeisolierung unserer Häuser - aus Kosten- und
Umweltschutzgründen notwendig - hat zusätzlich zu einem verminderten Luftaustausch
geführt und so die Vermehrung von Milben und Schimmelpilzen gefördert."
(6) "Das Architekten-Magazin" 6/2001:
"Die Volkswohnung GmbH Karlsruhe lässt zur Zeit von ihren Hochhäusern etwa 20.000
m2 applizierte, 4 cm starke Polystyrol-Außendämmung wegen Wasserakkumulation und
Mykosekulturen und "Altersschwäche" wieder entsorgen [...]."
(7) In Bauhandwerk 1-2/2002 stellt Wolfgang Cyrol, Leiter Produktmanagement
Fassadenbeschichtungen bei der Sto AG in Stühlingen zum Thema Algen, Vergrünung und
algizide Vergiftung von Dämmfassaden fest:
"Es muss klargestellt werden, dass beweisbar alle Untergründe im Innen- und
Außenbereich mit Algen und/oder Pilzen befallen werden, wenn die entsprechenden
Wachstumsvoraussetzungen gegeben sind. Dies gilt nicht nicht nur für WDV-Systeme, sondern
für alle hoch dämmenden Untergründe."
(8) ÖKO-TEST 2001:
"GEFÄHRLICHE SCHIMMELPILZE
Jede dritte deutsche Wohnung unbewohnbar
Ein Drittel aller deutschen Wohnungen soll so stark mit Schimmelpilzen und Wohngiften
belastet sein, dass sie eigentlich nicht mehr bewohnbar sind. Zu diesem Ergebnis kommt der
norddeutsche Umweltexperte Klaus-Peter Böge.
[...][Nach seiner Auswertung von mehr als 10000 Messungen in ganz Deutschland] kommt es
besonders in Energiesparhäusern und nicht genügend ausgetrockneten Neubauten, aber auch
in [...] sanierten Altbauten zu Problemen mit Feuchtigkeit und Schimmel. Dafür sind
einerseits verbesserte Wärmedämmung und andererseits falsches Lüften verantwortlich.
Dr. Rudolf Kirchner vom Gesundheitsamt Eberswalde bestätigte die alarmierenden Befunde.
Er rät Mietern, sich beim Einzug die Schimmelfreiheit vom Vermieter schriftlich
bestätigen zu lassen. Ist Schimmel zu sehen oder zu riechen, sollte sofort das
Gesundheitsamt benachrichtigt werden. [...]"
Architektur-& Ing.büro Konrad Fischer Hauptstr.50 D-96272 Hochstadt/Main
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Eigentümergemeinschaft kann Sanierung wegen Schimmel in einer Wohnung
ablehnen
Kommt es in einer Eigentumswohnung wegen des Einbaus dichter Isolierglasfenster
zu einem Schimmelproblem, so kann der betroffene Eigentümer keine zwangsweise
Fassadensanierung von der Eigentümergemeinschaft erzwingen.
Durch den Einbau moderner Isolierglasfenster wollte ein Wohnungseigentümer den
Wert seiner Wohnung steigern. Doch schon kurze Zeit nach der Renovierung kam es
zu einem ernsthaften Schimmelproblem in der Wohnung, berichtet das
Immobilienportal Immowelt.de: Die in der warmen Innenluft enthaltene
Feuchtigkeit kondensierte an einer kühlen Außenwand. Der einst durch die alten
Einfachfenster gewährleistete Luftaustausch konnte wegen der modernen
Isolierglasfenster nicht mehr stattfinden. Ein idealer Nährboden für Schimmel.
Um das Problem zu beseitigen, forderte der Wohnungseigentümer nach Angaben des
Immobilienportals Immowelt.de von der Eigentümergemeinschaft, dass sie einer
Fassadendämmung zustimmen solle. Doch die weigerte sich: zu teuer. Das wollte
der schimmelgeplagte Eigentümer nicht hinnehmen und zog vor Gericht.
Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied: Der Wohnungsbesitzer kann wegen des
selbst verursachten Schimmelschadens keine aufwendigen Sanierungen von der
Eigentümergemeinschaft einfordern (Az:: I-3 Wx 54/07). Laut Gutachten schieden
Baumängel am Gemeinschaftseigentum aus. Vielmehr weise die betroffene Außenwand
des 1972 errichteten Hauses keinerlei Schäden auf. Auch sei der Dämmwert der
Wand besser, als dies die damaligen Normen vorsahen. Ein Anspruch darauf, dass
ein einzelner Eigentümer eine Fassadensanierung erzwingen kann, um heute gültige
Dämmnormen zu erreichen, bestehe nicht, zumal die anderen Wohnungen nicht
betroffen seien.
Auch der Voreigentümer der Schimmelwohnung berichtete glaubhaft, dass er 20
Jahre lang keinerlei Probleme mit Schimmel in der Wohnung gehabt habe. Wenn ein
Wohnungsbesitzer also durch den Einbau moderner Isolierglasfenster ein
Schimmelproblem heraufbeschwört, muss er nach Ansicht des Gerichts besser lüften
und mehr heizen. Oder aber den Raum anders nutzen, wenn sich nur so der
Schimmelbefall vermeiden lässt, mahnt Immowelt.de.
Pressemitteilung von: Immowelt AG
21.02.2008
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