Dämmung - Schimmel - Algen
zur Veröffentlichung versandt via E-Mail am 30.01.2003
S. Sch. schrieb:
Sehr geehrter Herr Fischer,
ich habe das Interview mit Ihnen und Herrn Professor Meier in o.a. Zeitschrift
gelesen ("Immobilienwirtschaft 6/2002 - Dämmung bringt Schimmel", DIMaGB.de) und
stellte fest, dass Sie genau die Dinge angesprochen haben, die mich zur Zeit
sehr bewegen. Ich habe mittlerweile ein an Verzweiflung grenzendes Stadium
erreicht und wende mich an Sie in der Hoffnung, dass Sie mir vielleicht einen
Rat oder Hinweis geben können, wie ich weiter verfahren kann bzw. wer mir evtl.
weiterhelfen kann.
Ich bin Privatmann und habe im Jahre 2000 ein Mehrfamilienhaus fertig gestellt.
Keiner fühlt sich zuständig. Die Baufirmen befinden sich zwar noch in der
Gewährleistungsfrist, kommen aber nicht in die Gänge, fühlen sich meist nicht
schuldig (jeder versucht es dem Anderen in die Schuhe zu schieben.) Das Haus ist
neu und schon am vergammeln. Die Mieter mindern die Miete etc.
Hier mein Problem. Ich habe Schimmelbefall in mehreren Wohnungen. Erdgeschoß die
beiden Äußeren. Stellenweise wirklich nasse Wände sowie auch von Außen teilweise
deutlich sichtbare Veralgung. Im Dachgeschoß teilweise genau im Knick von
der Wand zur Decke über den Fenstern.
Ich habe bereits sämtliche Balkone (Ost- und Westseite) 2 Mal sanieren lassen,
von Innen wurde alles erneuert (Putz abgeklopft, erneuert, tapeziert etc.) Immer
wieder wird alles nass. Mittlerweile fällt außen teilweise der Außenputz schon
ab und Algenbildung ist vorhanden.
Weiterhin sind sämtliche Betonflächen (Balkone Südseite und Laubengänge
Nordseite) mit großen Rissen versehen sowie mit so braunen Schwämmen (habe ich
noch nie zuvor gesehen) befallen. Ich muss dazu sagen, dass die Betonflächen
nicht mit Betonschutz gestrichen wurden, da dies angeblich heutzutage nicht mehr
gemacht wird. Der Putz ist übrigens von Sto (unter dem Motto von Sto "Bewusst
bauen - Energie sparen und Wert erhalten").
Sehr geehrter Herr Fischer, können Sie mir vielleicht einen Rat geben ? Oder
einen Tipp, an wen ich mich wenden kann ? Mit freundlichem Gruß aus Bielefeld,
D. Sch.
Sehr geehrter Herr Sch.,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider ist "Ihr" Fall typisch für den Reinfall mit
dem "energiesparenden" Bauunsinn, den uns der Verordnungsgeber als
Klimaschutzbeitrag zumutet und den "normgerechten" Lösungen. Fast jeden Tag
erhalte ich derartige Fälle geschildert. Zum Glück wachen verantwortungsvolle
Redaktionen inzwischen auf und helfen, unsere Skepsis unter EnEV-Betroffenen zu
verbreiten.
Es zählt eben nicht immer nur der stockbewehrte Anzeigenonkel, es gibt auch noch
die interessierte Leserschaft. Was soll man Ihnen nur raten? Weiter "im System"
herumgurken, also was den "Fachberatern" noch so einfällt mit vergifteten
Plastikpampen, elektrischen Keimschleudern and so on?
In Wirklichkeit würde helfen: Fenster ohne Gummilippendichtungen, normale
Kalkputzfassade mit Kalktünche, also keine synthetischen bzw. hydraulischen
Zutaten. Darauf gäbe es keinen Schimmel, keine Algen, da immer gut trocknend und
alkalisches Milieu.
Was die Stahlbetonkonstruktionen betrifft, hier müsste man etwas mehr wissen.
Wie man verfahren könnte, um aus Ihrer Baukatastrophe herauszukommen, sollten
wir vielleicht mal telefonisch besprechen. Bitte lassen Sie mir vor dem Anruf
einige Fotos (jpg, auf höchstens 50kB komprimiert) oder Abzüge der
Schadenssituationen zukommen. Mal sehen, ob Gewährleistung zieht.
Da Ihr Fall so exemplarisch ist, erlaube ich mir, ihn an interessierte Kreise
etwas weiter zu mailen.
Besten Gruß Konrad Fischer
Architektur-& Ing.büro Konrad Fischer
Altbau&Denkmalpflege Info
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Schimmelimpf-Promotion
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wulff,
schon erstaunlich, wie treuherzig Sie gestern in Berlin Mitte bei Illner den Anwalt der
berechtigten Bürgerinteressen spielten. Fast wäre auch ich wieder mal darauf
hereingefallen.
Doch dann erinnerte ich mich an Ihre Unterstützung der gemeinsten Bürgerabzocke, die uns
seit der Sektsteuer gegönnt wurde: Das EEG und leider auch die EnEV. Was hat denn das mit
bürgerfreundlicher Politik zu tun? CO2-Märchen und Klimaapokalypsen in die Welt setzen,
um uns zu rupfen wie Weihnachtsgänse?
Na, da gibt es noch viel zu tun, wenn die faulen Kredite mal platzen. Bin schon mal
gespannt, wie lange Sie und Ihre rotgelbgrünen Helfershelfer allerorten noch durchhalten
mit diesem Ökommunismus.
Tipp: Schauen Sie mal zur Exposiedlung Kronsberg vor Ihrem Palast. Besser kann man gar
nicht dämmen, dichten und Ökoenergie erzeugen. Und was kommt dabei energetisch rum?
Über diesen Reinfall lacht die ganze Welt. Auch Ihre HAZ, man darf sich schon wundern.
Das wird nur noch getoppt von den Feistschen Passivhäusern auf der hessischen
Mathildenhöhe. Dort fahren die Gaslieferanten (Darm-Stadt!) ihre mobilen Gasheizgeräte
nur winterabends an. Weil es den Passivbewohnern peinlich ist, wenn die nicht passivierten
Nachbarn das aktive Frösteln in den unterbeheizten Dämmstoffbuden mitkriegen. Andere
bauen gleich Kaminheizungen ein. Und prahlen dennoch mit Geringverbrauch am Zähler.
Was z. B. die schöne EnEV uns und den raffinierterweise dämmstoffproduzierenden
Pharmariesen wirklich beschert, berichtet eine aktuelle, springermäßig arg durchsichtige
Schimmelimpf-Promotion. Das gibt unserem krankmachenden Gesundheitssystem und der
Abwehrkraft der deutschen Wohnbevölkerung sicher den Rest, wirklich fein von Euch
ersonnen:
DIE WELT 27.5.03:
"Energie gespart, dafür Pilzsporen in der Lunge
Schimmel in isolierten Wohnungen verursacht zunehmend Allergien - Staub und Biomüll als
Pilzdeponie
Von Ulla Bettge
Stuttgart - Zu einer schönen Altbauwohnung mit hohen Räumen gehören die passenden alten
Fenster mit Charakter: Doch ... irgendwann (fällt) doch die Entscheidung: Neue, dichte
Fenster müssen her. ... Der "Zwangsluftaustausch" ist (dann) blockiert - und
Wärme und Feuchtigkeit liebende Schimmelpilzarten haben
ideale Lebensbedingungen. Das gilt ganz besonders für Niedrigenergiehäuser, die ... mit
Kunststoff wie Styropor und Mineralwolle gepolstert werden.
... Einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zufolge haben mehr als 15
Millionen Bundesbürger - das entspricht etwa sieben Millionen Wohnungen - ein
Schimmelpilzproblem in Wänden wie etwa Schwämme, die bei satten 85 bis 95 Prozent
Luftfeuchtigkeit prächtig gedeihen. Tendenz steigend. ... Schimmel und feuchte Wände gab
es schon immer. Während aber frühere Baumaterialien wie Ton, Lehm und Holz wasser- und
luftdurchlässig waren, dichten Neubauten der letzten Jahrzehnte mit Beton und Polystyrol
Innenräume hermetisch ab. Dispersionsfarben und Tapeten mit hohem Kunststoffanteil tun
ein Übriges und schaffen eine Dampfsperre, die zu Feuchtigkeit zwischen Putz und
Beschichtung führt. Zentralheizungen ... begünstigen ebenfalls hohe Konzentrationen von
Raumfeuchte in Wohnungen, in denen der Wasserverbrauch im Vergleich zu den sechziger
Jahren mit Toiletten, Dusche, Bad, Waschmaschine, Trockner um ein Vielfaches gestiegen
ist. ...
In dicker ... Feuchtluft verteilen sich die krank machenden Keime überall - auch raum-
und stockwerkübergreifend - und docken auch an Hausstaubpartikel an, mit denen sie durch
die Atemluft wirbeln. ... Sporen werden über die Atemluft aufgenommen und gelangen dank
ihrer nur mikroskopisch wahrnehmbaren Größe bis in die unteren Atemwege, so dass bei
immungeschwächten Personen auch innere Organe Pilzerkrankungen erleiden können.
100 000 bisher bekannte Pilzarten und Hausstaubmilben sind die wichtigsten Lieferanten
von Allergenen der Innenraumluft. Allergiker reagieren auf die
"Luftverschmutzung" mit Schnupfen, Niesreiz, Atemnot, Husten bis hin zu schwerem
Bronchialasthma. Neu für bestimmte allergische Erkrankungen ist eine Allergie-Impfung,
die Betroffene dauerhaft heilen kann. ..."
Vor so viel Raffinement (von Raffen?) im windigen Solarzeitalter bin ich
vor großer Hochachtung so voll
Konrad Fischer
05.2003
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Bremen: 20% der Wohnungen von Schimmelpilz befallen
2005 wurden vom bremer energie institut über 900 Mietwohnungen in älteren
Mehrfamilienhäusern auf das Vorhandensein von Schimmelpilz untersucht.
Analysiert wurden:
- die Größe des Befalls
- der Zusammenhang zwischen
- der Art des Heizsystems
- dem Vorhandensein dichter Fenster und
- der Wohnungsbelegung auf die Schimmelpilzbildung
Ergebnis:
Wohnungen mit raumluftabhängigen Gasetagenheizungen sind statistisch signifikant
deutlich seltener von „Schimmelpilzbefall“ betroffen als anders beheizte
Wohnungen. Mehr als 20% der Mietwohnungen weisen Schimmelpilz-Befall auf.
Der Bericht in Langfassung steht unter "News" beim bremer energie institut zur
Verfügung:
http://www.bei.uni-bremen.de/pdf/projekt/0173.pdf
15.09.2006
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Ein gesundheitliches Risiko durch Schimmelpilze in Innenräumen ist nicht
kalkulierbar!
Auf der 11. Pilztagung des Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V. in
Dresden diskutierten Wissenschaftler, Mediziner, Juristen und Behördenvertreter
mit Fachbeiträgen und in Podiumsrunden die gesundheitlichen Risiken für die
Gebäudenutzer durch Schimmelpilzfall in Innenräumen. Obwohl Schimmelpilzbefall
in Gebäuden allgemein nicht mehr als ein rein optischer Mangel oder als eine
Folge von fehlendem Hygienebewusstsein der Betroffenen angesehen wird, bestehen
große Unsicherheiten, wenn es um die Frage nach einer individuellen
Risikoabschätzung geht und welche Folgen sich daraus ergeben können.
Es zeigte sich, dass die einzelnen Fachdisziplinen grundsätzlich von einem
Risiko durch Schimmelpilzbefall in Innenräumen ausgehen, jedoch
wissenschaftlichen Studien keine Ergebnisse liefern, welche es erlauben, einen
„Schimmelpilz-Grenzwert“ für alle Menschen festzulegen. Die gesundheitlichen
Reaktionen sind so unterschiedlich wie die Umgebungsbedingungen und die
betroffenen Personen. Es lässt sich keine allgemeine Wirkungsschwelle
definieren, ab welchen jeweiligen Bakterien- oder Schimmelpilzkonzentrationen
bestimmte gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten. Deshalb können auch
keine unbedenklichen Schimmelpilzkonzentrationen angegeben werden.
So ist es auch unsinnig, zumutbare Schimmelpilzkonzentrationen an einem
Arbeitsplatz mit arbeitsmedizinisch gut überwachten Werktätigen als Messlatte
für Bevölkerungsgruppen zu verwenden, die aufgrund ihrer gesundheitlichen
Disposition, etwa durch eine genetische Veranlagung zu Allergien oder einem
temporär geschwächten Immunsystem, zu einer potenziellen Risikogruppe gehören.
Eine individuelle umweltmedizinische Beurteilung wäre notwendig, um die Frage
klären zu können, ob der oder die Betroffene gegenüber einem mikrobiellen
Schaden einem erhöhtem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt ist. Da diese
verständlicherweise jedoch schnell an finanzielle, technische und zeitliche
Grenzen gerät, sind sich Behördenvertreter, Wissenschaftler, Mediziner und
Baubiologen einig, dass bei Schimmelpilzschäden in Gebäuden nur das
Vorsorgeprinzip, wie es in den Leitfäden des Umweltbundesamtes und des
Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg dokumentiert ist, Anwendung finden
kann.
Die geforderte Vorsorge, Schimmelpilzbefall in Innenräume nicht zu tolerieren,
klingt vernünftig - die Tücke liegt jedoch im Detail. Da Schimmelpilze ein
natürlicher Bestandteil unserer Umwelt sind, ist der reine Nachweis von
Schimmelpilzen noch kein Beleg für einen relevanten Schimmelpilzschaden.
Schnelltests für Laien, wie sie z. B. von bekannten Testzeitschriften angeboten
werden, bergen daher die Gefahr, die Situation falsch einzuschätzen und als
Folge völlig falsche Schlüsse mit nicht abschätzbaren Folgen für die Betroffenen
zu ziehen. Eine Begutachtung der Situation vor Ort durch einen erfahrenen und
unabhängigen Baubiologen ist daher Vorraussetzung, um sicher klären
Pressemitteilung des VDB
zur 11. Pilztagung in Dresden
26.07.2007
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Schimmel machte viele Kinder in Grundschule Oedekoven krank
Wissenschaftsladen Bonn stellt Auswertung medizinischer Fragebögen vor
Als „extrem gesundheitsgefährdend“ stufte der Gutachter Anfang des Jahres die
Schimmelbelastung ein, der die Kinder der Grundschule Alfter-Oedekoven in
manchen Klassenräumen über Jahre ausgesetzt waren. Mit einem medizinischen
Fragebogen, den knapp 200 Eltern für ihre Kinder ausfüllten, wurden die
gesundheitlichen Belastungen erfasst. „Die Ergebnisse sprechen für sich“, sagt
Antje Lembach, Expertin für Baubiologie beim Wissenschaftsladen Bonn. Lembach:
„Vom Ausmaß der Krankheitssymptome der Kinder kann man – ohne das
Gutachterergebnis zu kennen - sofort darauf rückschließen, welche Klassen stark
von Schimmel befallen waren.“ Die Fragebögen seien auf Grund der relativ hohen
Rücklaufquote belastbar, so die Expertin. So lasse sich zwar nicht im Einzelfall
nachweisen, dass jedes entsprechende Krankheitsbild in der Schule durch Schimmel
verursacht sei. Doch die statistische Häufung sei so deutlich, dass sie Aussagen
pro Klasse ermögliche.
1. Kinder aus stark von Schimmel betroffenen Klassen deutlich häufiger krank als
andere
Ante Lembach: „Die Kinder in den von Schimmel stark betroffenen Klassen haben
weit stärkere körperliche Reaktionen gezeigt als ihre gleichaltrigen
Mitschüler/innen aus den Parallelklassen.“ . In den betroffenen ehemaligen
Klassen 4a und 4b litten zum Beispiel laut Fragebogenergebnis doppelt so viele
Kinder unter häufigen Konzentrationsschwächen wie in der unbelasteten Klasse 4c.
6 bzw. 7 Kinder hatten in der 4a und 4b Kopfschmerzen (täglich bis mehrmals im
Monat), nur 2 in der 4c. 8 bzw. 11 Personen der Klassen 4a und 4b, so die
Baubiologin, zeigten eine Vielzahl von Symptomen, die nach wissenschaftlichen
Erkenntnissen als typische Folge von Schimmelbelastung gelten. Die am schwersten
betroffene Person hatte u.a. zwei Lungenentzündungen, häufig grippeartige
Symptome oder Husten, ohne tatsächlich an Grippe erkrankt zu sein.
Ein ähnliches Bild, so Lembach, ergebe der Vergleich der ehemaligen 3. Klassen:
So kreuzten die Eltern der stark mit Schimmel belasteten Klasse 3b genau 30 Mal
Krankheiten bzw. Symptome an, die stark und ungewohnt oft auftraten wie z.B:
Husten, Schnupfen, grippeartige Symptome, Bauchschmerzen, Durchfall. Zum
Vergleich: In den Klassen 3a (8 Mal), 3c (13) und 3d (3) stellten die Eltern
dies weit seltener fest. Eine Reihe von Eltern der 3b gaben in den Fragebogen
an, dass Kopfschmerzen und andere Symptome erst auftauchten, nachdem die Klasse
im zweiten Schuljahr in den belasteten Klassenraum gezogen war.
>> Grafiken zum Klassenvergleich: Bitte hier klicken!
2. Auch Kinder aus „nicht betroffenen“ Klassenräumen gesundheitlich
beeinträchtigt
Die Ergebnisse, so Lembach, wiesen darauf hin, dass auch Kinder gesundheitlich
belastet wurden, die nicht in den betroffenen Klassen unterrichtet wurden. Dies
erkläre sich dadurch, dass sich Schimmelsporen in Gebäuden verteilen. So hatte
sich bei einem Kind aus der ersten Klasse, das gegen Schimmel allergisch ist und
bereits vor der Einschulung allergisches Asthma hatte, der nächtliche Husten
seit der Einschulung so verstärkt, dass es nachts häufig inhalieren musste.
Stärker von Schimmel betroffen als andere Räume erschien nach den Ergebnissen
der Fragebögen der Klassenraum der ehemaligen 2a (Raum 2), der unmittelbar über
dem stark betroffenen Klassenraum der ehemaligen 3b (Raum 5) liegt. Dort zeigten
die Kinder zwar deutlich weniger Symptome als in den stark betroffenen Klassen,
deutlich mehr aber als in den meisten anderen unbelasteten Räumen. Der Gutachter
hatte im Raum der 2a bei einer so genannten Hohlraumprobe eine starke
Pilzbelastung festgestellt, die Raumluftmessung ergab aber unbedenkliche Werte.
3. Kinder nach Verlassen der Grundschule Oedekoven gesünder
Antje Lembach: „Einen deutlichen Hinweis auf die gesundheitliche Belastung der
Kinder durch Schimmel geben die zwölf Fragebögen zu Kindern, die die Schule
bereits im Vorjahr oder noch früher verlassen haben.“ Bei fast allen besserten
sich Krankheitssymptome deutlich, nachdem sie auf die weiterführende Schule
wechselten. Die Antworten der Eltern ergaben: Ein Kind, das unter der
Lungenerkrankung Mukoviszidose leidet, ist seit dem Schulwechsel „deutlich
weniger krank“. Ein anderes Kind, das zwei Jahre in der Schimmel belasteten
Mehrzweckhalle unter stärker werdendem Asthma, Schnupfen und Hautempfindlichkeit
litt, hatte nach dem Schulwechsel keinerlei Beschwerden mehr. Ein drittes Kind,
das in der Mehrzweckhalle dauernden wässrigen Schnupfen, Allergien sowie
Kopfschmerzen hatte, hatte „deutlich weniger“ Beschwerden.
4. Krankheiten verschwinden nicht immer mit der Schimnmelbelastung
Doch Krankheiten verschwänden nicht automatisch, wenn Menschen die belastete
Umgebung verlassen, sagt die Baubiologin. Bei manchen Kindern etwa könne das
Immunsystem auf längere Sicht geschwächt sein. Wer durch die starke
Schimmelbelastung Asthma bekommen, werde es oft, wiedas Beispiel eines
Schulabgängers zeigt, nicht mehr los. Lembach: „Dies kann sogar dazu führen,
dass die Sensibilität für weitere Allergien wächst.“
Fazit der Auswertung:
Die Schimmelbelastung, die der Gutachter Frank Mehlis als „extrem
gesundheitsgefährdend“ einstufte, hat bei den Kindern der stark betroffenen
Klassenräume zu deutlich erkennbaren kurzfristigen Krankheitssymptomen geführt
(vgl. auch Grafik S. 3). Ob bzw. wie stark längerfristige Schädigungen
auftreten, lässt sich nicht absehen.
Wissenschaftsladen Bonn
Meldung vom 03. Sep. 08
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Ursachen und Probleme aus der Sicht des Hausverwalters
Anlass war eine Sendung über Schimmel im ARD Magazin Plusminus. Die Inhalte
waren offensichtlich so schlecht recherchiert und dargestellt, dass sich die
Ritter Hausverwaltung aus Neumarkt i.d.Opf. veranlasst sah, einiges gerade zu
rücken. Hier sind die Erfahrungen aus vielen Jahren Hausverwaltung eingeflossen.
Zitat:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
so eine schlechte Zusammenfassung über Schimmel in der Wohnung habe ich noch
nicht gesehen. Bitte betrachten Sie sich die Aussendung nochmals und sagen Sie
mir, wo hier Fisch oder Fleisch ist. Unsere Erfahrung lehrt, dass diejenigen die
Schimmel in der Wohnung hatten und umzogen, innerhalb kürzester Zeit wieder
Schimmel in der neuen Wohnung haben. Sie bringen ihre Schimmelsporen (in
Matratzen, Betten, Kleidern, Möbeln) mit. Weitere Gründe der Schimmelbildung:
1) Physikalische Veränderung des Betons im Kellersockel- und Attikabereich. Nach
ca. 15 - 25 Jahren bekommen plötzlich EG- und DG-Wohnungen massiv Kältebrücken,
mit der Folge von Schimmel (Hauseigentümer dafür zuständig).
2) Nach Einbau von neuen Fenstern und evtl. Anbringung von WDVS entstehen neue
Kältebrücken um die Fenster. Folge ist Schimmel. Neues Heiz- und
Lüftungsverhalten des Eigentümers/Mieters ist erforderlich.
3) Anlaufende Fensterscheiben sind Zeichen zu hoher Luftfeuchtigkeit
(mieterspezifisches Verhalten).
4) Aquarien, Wäschetrockung in der Wohnung, alle Zimmertüren offen (Katzen,
Hunde sollen herumlaufen können), viele Pflanzen, bringen erhöhte
Luftfeuchtigkeit und dann logischerweise Niederschlag an kalten Mauerteilen,
hinter Vorhängen, Schränken, etc. (mieterspezifisch).
5) "Messis".
6) Heizkörpernischen haben meist nur eine Außenmauerstärke von 12 - 15 cm.
Wärmeverluste und Schimmel sind die Folge (Hauseigentümer zuständig). Mit
Thermoaufnahmen gut zu erkennen.
Wir lassen, wo einmal massiv Schimmel in der Wohnung war, diese komplett
vernebeln. Hilft nachhaltig, ist aber nicht billig.
Mit freundlichem Gruß
Manfred Ritter
Dipl.-Betriebswirt (FH)"
19.01.2010
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weiterführend: Gutachten zu Schimmel
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