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Mieter-Selbsthilfe: Gummilippe raus
Schimmel an der Wand - Ursachen und Beseitigung
Gesundheitsgefahr durch Schimmelpilze in Wohnungen
Schimmelbildung in der Wohnung – häufig im Winter
Schimmelbefall zwischen Fenster und Decke im Bad
Neue Prophylaxe schützt immun geschwächte Krebskranke
Der Vermieter muss zahlen
Gesundheit statt Schimmelpilz & Co.
Schimmelpilz abwaschen
Ökologisch bauen - gesund wohnen
Schutz vor Schimmel am Arbeitsplatz TRBA/TRGS 406
  ■ Beratung & Hilfe  
 
 

 




Mieter-Selbsthilfe: Gummilippe raus

...  Ihre Ansichten zum Thema Dämmen und Lüften (Fenstertechnik) finde ich äußerst nachvollziehbar. Als DDR Wohnraum erfahrener Mieter lebte ich Jahrelang warm und trocken in einem Neubau aus den 70er Jahren. Jetzt wurden diese Gebäude "modernisiert" es bildet sich unangenehmes Raumklima und Feuchteschäden entstanden. Nach dem (eigenmächtigen) Entfernen eines Teils der Dichtungen in den Fenstern, war eine deutliche Verbesserung der Situation eingetreten. Die Heizkosten wurden tatsächlich weniger, wobei ich denke, dass dies mit der ebenfalls modernisierten Heizung zu tun hat. Denn in den andern völlig dichten Wohnungen waren die Kosten auch nicht geringer ausgefallen als in unserer Undichten! Jetzt bauen wir ein EFH mit dem LIAPLAN Ultra 010 und werden keinen Dämmstoff draußen anbringen.

L.F. aus B. per E-Mail am 09.03.2003

Sehr geehrter Herr F.,

Ihr Fall ist mal wieder ein Praxisbeleg dafür, dass meine "abstrusen Ansichten" praxistauglich sind. Ob X., Y. oder Z. Wohnungsbau: die Energieeinsparungen sind i.W. darauf zurück zu führen, dass die meist katastrophalen Heizverteilungssysteme erneuert wurden. Die Fassadendämmung hat zwar viel gekostet, bringt aber effektiv sehr wenig.

Ihre Entscheidung zum Wandbaustoff ist sehr zu begrüßen. Wer verstanden hat, welche Fehlfunktionen angepatschte WDVS hervorrufen, geht auf monolithische Konstruktionen.

Die Übung "Gummilippe raus" haben Sie bereits erfolgreich absolviert. Warum also nicht im eigenen Haus? Es ist doch nicht zu erwarten, dass mal ein Fensterhersteller wieder nach DIN baut, was die Fugenbeiwerte betrifft. Man muss ja nicht alles auf einmal rausreißen.

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Schimmel an der Wand - Ursachen und Beseitigung

Das Thema “Schimmel an der Wand” ist heute ein Dauerbrenner geworden. Meist geht es um falsche Bauweise, falsches Lüften und ungenügende Heiztechnik. Auf die häufigsten Fallgestaltungen soll hier eingegangen werden, um unseren Lesern die Möglichkeit zur richtigen Weichenstellung bei der Problembehebung zu geben.

Voraus: Schimmelbefall ist nicht nur ein baulicher Mangel. Erhebliche Gesundheitsgefahren sind damit verbunden. Deswegen dürfen die nachfolgenden Empfehlungen nicht als verbindliche Lösungen verstanden werden, sondern sind bedarfsweise durch medizinischen und mykologischen Sachverstand zu ergänzen.

Begutachtung des Schimmelbefalls: Werden aus Beweissicherungsgründen, zur Begutachtung gesundheitlicher Risiken oder bei unklarer Befallslage detaillierte Untersuchungen über Umfang und Art des Befalls erforderlich, sollte man sich zunächst vom staatlichen Gesundheitsamt beraten lassen. Diese können dann Sachverständige für die weiter Untersuchung benennen. Tipp: Mehrere Angebote einholen und den Auftrag mit dem Gesundheitsamt abstimmen.

Fallgruppe Feuchte und Schimmel im Wohnbereich:

Meistens geht es um Schimmel in wenig geheizten Schlafräumen und anderen untertemperierten Bereichen. Soll man Innen- bzw. Außendämmung anbringen, um die Wandtemperatur zu erhöhen und die “eiskalte Wand” zu vermeiden?

All das hilft gar nichts. Schimmel braucht Feuchte. Diese kommt - von Extremfällen undichter Dächer oder nässender Altkamine mal abgesehen - aus der überhöhten Raumluftfeuchte. Ein Vierpersonenhaushalt gibt täglich zwischen 7-15 Liter Wasser in die Raumluft ab. Und dagegen hilft die allseits beschworene “Stoßlüftung” gar nichts. Ist die Luft zu feucht, kondensiert sie in die Wand und bildet dort flüssiges Wasser in den Baustoffporen. Um dieses zu verdampfen, müsste Energie aufgewendet werden. Stoßlüftung - und ebenso ständig gekippte Fenster - liefern aber keine Energie. Im Gegenteil: die Außenwände kühlen weiter ab, der Kondensateintrag nimmt weiter zu. Im Klartext: Jegliche Art von Dämmstoffverbau ist hinausgeschmissenes Geld. Obendrein, und das belegen sowohl Heizkostenvergleiche gedämmter und ungedämmter Häuser wie auch das so genannte Lichtenfelser Experiment, wandern einseitige Temperaturerhöhungen durch die üblichen Dämmstoffe in großer Geschwindigkeit hindurch. Nur speicherfähige Massebaustoffe wie Holz und Ziegel können den Wärmeabfluss wirklich bremsen.
 

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Schimmel im Badezimmer. Geflieste Wände können kurzfristig auftretende hohe Luftfeuchte nicht abpuffern. Das sorgt für besonders hohe Feuchtebelastung der restlichen Putzflächen, gerade im kühlen Fensterbereich.

Schimmel am Wand-Boden- u. Wand-Decken-Übergang. Konvektion der Heizluft, nächtliche Temperaturabsenkung und mangelhafte Zustrahlung von innen liegenden Wärmequellen unterkühlen die Problemzonen der Außenwand. Überhöhter Kondensateintrag und Schimmel sind die logische Folge.

Zwei einfache Maßnahmen können helfen:

Einmal die ausreichende Fugendurchlässigkeit der Fenster. Gummilippendichte Fenster sind regelmäßig die Auslöser des Schimmelproblems. Abhilfe auf einfachste Art leistet das Entfernen der Lippendichtungen am oberen Rahmenanschluss (Sturzbereich). Nicht an den Seiten, es könnte Schlagregen eindringen! Und nicht unbedingt an jedem Fenster, sondern stufenweise, bis sich der Erfolg einstellt. Also: geringfügige Dauerlüftung durch die Fensterfugen tauscht ständig Raumluftfeuchte gegen trockene Außenluft ab. Stoßlüftung alleine - nach dem Duschen sicher sehr sinnvoll, kann Kondensat in der Außenwand jedoch nicht sicher vermeiden. Die alten Fenster ohne Gummilippendichtung waren also raumlufttechnisch perfekt und entsorgten überschüssige Feuchte schimmelfrei durch Kondensation am Glas.

Zum anderen hilft eine ausreichende Wärmeversorgung der betroffenen Schimmelwand mittels Strahlungsheizung. Die üblichen Konvektionsheizungen erwärmen vorrangig die Raumluft und lassen die kondensatgefährdeten Außenwände unterkühlt. Kondensateintrag und Schimmel sind die Folge. Eine einfache Ergänzung der vorhandenen Heizungsrohre kann das Problem mit wenigen Metern Rohrverlegung lösen: als offen geführte “Heizschleife” mit dauernder Warmwasserzirkulation mittels ungedämmter Heizleitung auf der Sockelleiste. Eine Strahlungsheizung erwärmt ja vorrangig das Bauteil und nicht die Luft. Ohnehin sind Luftheizungssysteme gesundheitlich sehr bedenklich: sie missbrauchen und verschmutzen unser wichtigstes Lebensmittel - die Atemluft. Die Hüllflächentemperierung als Strahlungsheizungssystem ist deswegen nicht nur aus Gründen des Schimmelschutzes sinnvoll.

Fallgruppe Schimmelbefall als Folge nasser Kellerwände:

Hier geht es zunächst wieder um Kondensat auf kühlen Bauteilen. Da Kellerwände oder unbeheizte Flure gerade gegenüber der feuchtwarmen Sommerluft besonders kühl sind, nehmen sie bei sommerlicher Lüftung geradezu extreme Kondensatmengen auf. Lüftung sollte dort also nur erfolgen, wenn die Außenluft deutlich kühler als die Oberfläche der Wände ist. Dies ist in Eingangsbereichen natürlich unmöglich. Hier sind feuchtestabile und gut kapillartrocknende Luftkalkputze und Kalktünchen vorteilhaft. Die “guten” Dampfdiffusionswerte mancher Synthetikfarben sind leider ohne jeden Belang. Sie blockieren nämlich die kapillare Austrocknung der flüssig vorliegenden Bauteilfeuchte aus den Poren. Wichtig: Der Feuchtetransport in Bauteilen erfolgt 1000fach mehr flüssig als dampfförmig. Die viel beschworene Dampfdiffusion spielt also baupraktisch keine Rolle.

Die zweite Feuchtequelle kommt aus der Baugrube. Dabei handelt es sich meist nicht um so genannte “aufsteigende” Feuchte. Diese ist im üblichen Mauerwerk geradezu unmöglich: es gibt nämlich keinen Kapillartransport zwischen klein-porigen Mauersteinen und grobporigem Mörtel. Nachträgliche Horizontalisolierungen und Injektagen sind also nicht zielführend, sondern schädigen den Geldbeutel und das Mauerwerk. Die wahre Feuchteursache ist meistens eine wasserdichte Baugrube, wasserdurchlässig verfüllt, vielleicht verstärkt durch setzungsbedingt undichte Abwasserrohre. Bei ausgiebigen Regenfällen füllt das Wasser die Grube und überwindet die gegebene Bauwerksabdichtung dank hohem Staudruck von der Seite, aber auch von der Bodenplatte her als drückende Feuchte. Eine fehlerhafte Drainage kann zusätzlich Stauwasser heranführen. Am besten wäre hier eine lagenweise Abdichtung der Baugrube mit wasserdichtem Deponieton von unten her. Ob eine nur oberseitige deckelartige Abdichtung mit Deponieton für Garten- und Landschaftsbau hilft, künftiges Absaufen der Baugrube zu verhindern oder auf ein unschädliches Maß zu beschränken, muss vor Ort entschieden werden. Als verhältnismäßig einfache Methode ist dies auch in Selbsthilfe vorstellbar. Undichte Grundleitungen können durch Videobefahrung kostengünstig geortet werden und sind dann im erforderlichen Umfang zu reparieren.

Für die Reinigung verschimmelter Oberflächen liefert billiger Haushaltsspiritus (leicht entzündlich!) meist das beste Ergebnis. Alkohol dehydriert den Untergrund rückstandsfrei, das tötet den Schimmelbefall bis in die Tiefe. Von sonstigen Giftmittelchen oder Essigsäure ist abzuraten. Schimmelpilze lieben das leicht saure Milieu, das gerade Dispersionsfarben bereitstellen. Die hohe Alkalität von reinen Kalkprodukten schützt vor Neubefall - ohne gesundheitsschädlichen Giftzusatz (Fungizid/Algizid).

Fallgruppe Schimmel und Algen auf der Fassade:

Ungünstige Bewitterungsverhältnisse und schadensträchtige Bauweisen wie Wärmedämmsysteme sind die Voraussetzung für schwarz, grün und braun befallene Fassaden. Ein wasserrückhaltender und trocknungsblockierender synthetisch “vergüteter” Anstrich oder gar Kunstharzputz bietet meist die Voraussetzung für den Befall. Hier kann dampfförmiges Luftkondensat und durch das versprödete Rissnetz in der Beschichtung auch Regen eindringen und den Untergrund auffeuchten. Die kapillardichte Beschichtung blockiert dann die Trocknung. Obendrein bietet ein synthetischer Anstrich geradezu perfekte Besiedelungsbedingungen für Algen und Pilze. Deswegen werden solche Anstriche mit Algiziden bzw. Fungiziden vergiftet. Helfen kann das nur kurz, die Gifte sind ja wasserlöslich und werden durch Beregnung ausgespült. Bei Dämmfassaden ohne ausreichende Speicherfähigkeit, egal ob aus geporten Steinen, Schäumen oder Gespinsten kommt noch erschwerend hinzu, dass sie am Abend sehr schnell unterkühlen. Die dann ebenfalls abkühlende Luft kondensiert dann in die kalten Fassaden ein und liefert die Wachstumsvoraussetzungen für Schimmel und Algen. Nun kann man befallene Fassaden als Dauerbaustelle pflegen, also immer wieder reinigen, Risse reparieren, neu beschichten mit vergifteten Anstrichen. Die klassische Fassadenreparatur mit befallshindernden Kalkprodukten, ausreichendem Witterungsschutz und gut trocknungsfähigen hinterlüfteten Verschalungen bietet dazu eine sinnvolle Alternative.

Natürlich können hier nicht alle Fallgestaltungen abschließend beurteilt werden. Deswegen bietet die Webseite “Altbau und Denkmalpflege Informationen” http://www.konrad-fischer-info.de   über 1500 Seiten mit Fachtexten zur weiteren Vertiefung. Auf die Entscheidungshilfe qualifizierter Architekten und Handwerker sollten Sie nicht verzichten. Die hier gegebenen Informationen können Ihnen dabei Hilfestellung leisten.

Konrad Fischer
02.2003

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Gesundheitsgefahr durch Schimmelpilze in Wohnungen

Schimmelpilzstellen in Wohnungen sind eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsgefahr. Zur wirksamen Verhinderung von Schimmelpilzbildung gibt die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. nachfolgend einige wertvolle Tipps.

Unter Schimmel versteht der Fachmann eine Vielzahl von Pilzarten, die auf organischen Materialien wachsen. Dementsprechend sind diese Pilze fast überall in der Umwelt anzutreffen. Sie vermehren und verbreiten sich über Sporen, die unter anderem durch die Luft transportiert werden und so auch in Innenräume gelangen. Finden sie dort günstige Bedingungen vor – dazu zählt vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit –, siedeln sie sich rasch an. Die Folgen sind neben unschönen Flecken und/oder modrigem Geruch häufig auch gesundheitliche Beeinträchtigungen wie allergisches Asthma, Haut- und Schleimhautreizungen. Zudem können Schimmelpilze grippeähnliche Symptome auslösen.

Zur sicheren Vermeidung von Schimmelpilzbildung rät die ASUE, die relative Luftfeuchte in Innenräumen nicht über 60 bis 65 Prozent steigen zu lassen. Die Einhaltung dieser Werte lässt sich mit einem Hygrometer einfach überprüfen. Bei höheren Werten schafft eine Querlüftung durch Öffnen möglichst gegenüberliegender Fenster schnelle Abhilfe, denn dabei wird innerhalb kürzester Zeit die Raumluft komplett ausgetauscht und so die Feuchtigkeit abtransportiert. In den Wintermonaten reicht dafür oft schon pro Stunde eine einzige Minute! Demgegenüber ist Kipplüftung sehr ineffektiv: Da damit ein kompletter Luftaustausch im Winter bis zu 18 Minuten dauern kann, geht dabei entsprechend viel wertvolle Wärme und Heizenergie verloren.

Darüber hinaus spielt auch die Raumtemperatur eine wichtige Rolle: Trifft nämlich feuchte und warme Luft auf eine kalte Oberfläche, kondensiert dort fast schlagartig Feuchtigkeit aus. Diesen Effekt kennt im Übrigen jeder Brillenträger, der im Winter aus der Kälte kommend einen warmen Raum betritt und dessen Gläser dabei beschlagen. Deshalb sollten im Winter auch nicht oder nur selten benutzte Räume soweit geheizt werden, dass die Luftfeuchte dort nicht auskondensieren kann.

ASUE
02.06.2006

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Schimmelbildung in der Wohnung – häufig im Winter

Dieses Problem stellt sich gerade in der kalten Jahreszeit ein: Nasse Fenster, feuchte Wände und schwarze Flecken in der Wohnung sind ein deutliches Kennzeichen für das Entstehen von Schimmelpilzen.

Großflächiger Schimmelbefall ist gesundheitlich bedenklich und birgt besonders für Personen mit geschwächtem Immunsystem sowie für Säuglinge und Kleinkinder Infektions­gefahren.

Veränderte Lebens- und Wohngewohnheiten, aber auch luftdichte Fenster und eine luft­dichte Gebäudehülle insgesamt, tragen wesentlich zur Verbreitung von Schimmelpilzen bei. Häufiges Baden und Duschen sowie das Waschen und Wäschetrocknen in der Wohnung sorgen für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. In Geschosswohnungen sind vielfach Bäder fensterlos, so dass ein normales Lüften nicht möglich ist. Die automatischen Entlüfter sind oft nicht ausreichend, um die erzeugte Feuchtigkeit wirksam abzuleiten.

Beim Kochen entsteht zusätzlich Wasserdampf. Auch Zimmerpflanzen und Aquarien sind Feuchtigkeitsquellen. Kommt zur hohen Luftfeuchtigkeit eine nicht ausreichende Raum­temperatur hinzu und wird zu wenig oder falsch gelüftet, dann schlägt sich der Wasserdampf auf kälteren Flächen, Spiegeln und Wänden nieder. Über einen längeren Zeitraum ent­stehen großflächige Schimmelflecken, und die Bausubstanz wird nachhaltig geschädigt.

Neben baulichen Mängeln kann auch falsches Lüften Schimmelbildung verursachen.

Wie lüftet man also richtig?

Zum Lüften Fenster weit öffnen und – wenn möglich – mit einem gegenüber­liegenden Fenster Durchzug herstellen. Das Ankippen des Fensters reicht nicht aus. Dadurch wird kaum Feuchte transportiert, und kühle Gebäudeteile, z.B. Fenster­stürze, kühlen weiter aus, was sie zusätzlich feuchtigkeitsanfällig macht.

Am besten 3 x täglich 5 Minuten lang lüften.

In Nassbereichen, wie Bad und Küche, unmittelbar nach dem Entstehen von Wasserdampf lüften. Dabei sollten angrenzende Räume geschlossen bleiben, damit die Feuchtigkeit nur nach draußen entweicht.

Wenn neue Fenster eingesetzt wurden, die hermetisch abschließen, muss häufiger gelüftet werden als zuvor.

Liegt bereits Schimmelbefall vor, sollte man mit herkömmlichen Behandlungsmitteln vorsichtig sein. Sie enthalten in der Regel Fungizide, die als gesundheitlich bedenklich einzustufen sind. Bevor die Ursache endgültig behoben wird, kann vorübergehend eine Behandlung der befallenen Stellen mit hochprozentigem Alkohol, aber auch mit Salmiak- oder Chlorverdünnung eine weitere Ausbreitung verhindern.

Pressemeldung, vzberlin
29.01.2007

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Zwischen Fenster und Decke im Bad hat sich bei uns Schimmelbefall ausgebreitet

Seit den Energiekrisen der 70er Jahre wird Wohnungsschimmel immer stärker zum Problem. Denn häufig wurden bessere Fenster eingebaut, aber die Wände nicht entsprechend isoliert. Außerdem unterließen gerade Energiesparer die nötige Lüftung der Wohnräume. Prompt bildete sich Schimmel in den kältesten oder unzugänglichsten Ecken. Die Gefahr geht von den Pilzsporen aus, die Lungenentzündungen hervorrufen können. Lungenkrebs und Gelbsucht werden durch Pilzsporen gefördert. Sind die Sporen erst einmal in Bronchien und Lunge, können sie im Körper selbst weiter wachsen. Nicht nur Haut und Schleimhäute sind betroffen, sondern sogar innere Organe. So können sie Störungen der Nieren und des Nervensystems oder gar Entzündungen der Herzinnenhäute hervorrufen.

Bedroht sind laut "Öko-Test" alle, deren Immunsystem defekt ist. Insgesamt erkranken in Deutschland jährlich schätzungsweise 48.000 Menschen an einem bedrohlichen Pilzbefall der inneren Organe, etwa 9.000 sterben daran - mehr als im Straßenverkehr ums Leben kommen. Häufiger als solche schweren Erkrankungen sind aber allergische Reaktionen.

Am Anfang jeder Sanierungsmaßnahme sollte eine gründliche Analyse der Ursachen des Schimmelbefalls stehen. Häufig ist dafür aufsteigende Feuchte, also Grundwasser, das durch das Mauerwerk bis ins Zimmer steigt, verantwortlich. Hier hilft nur, die eingebaute Sperrschicht zu erneuern, selbst wenn dafür der ganze Kellerboden aufgestemmt werden muss. Auch defekte Regenrinnen, verstopfte Fallrohre, kaputte Dachziegel oder abgeplatzter Putz können zu Feuchtigkeit in der Wand führen. Eine häufige Ursache sind Kältebrücken durch unzureichend gedämmte Betondecken oder -wände.

Die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme ist regelmäßige Lüftung der Wohnräume, vor allem von Bad und Küche. Denn nur frische Luft kann neues Wasser aufnehmen und so die Wohnung trocken halten. Die beste Lüftungsmethode ist, mit offener Tür und offenem Fenster einen Durchzug zu schaffen. Dabei wird in ein bis fünf Minuten die gesamte Zimmerluft ausgetauscht. Wird nur das Fenster ganz geöffnet, dauert der Luftaustausch fünf bis zehn Minuten. Das Fenster ständig gekippt zu halten, ist hingegen reine Energieverschwendung.

Von chemischer "Erster Hilfe" bei Pilzbefall sollten die Finger gelassen werden - siehe auch Sonderheft "Ratgeber: Renovieren 1/2001" der Zeitschrift "Öko-Test": Die normalen Schimmelmittel bergen hohe Risiken für den Heimwerker, weil sie voller giftiger Pestizide stecken. Laut Fachauskunft lässt sich Schimmel mit Soda- oder Seifenlauge oder mit Essigessenz abwaschen. Die Baubiologen empfehlen zudem eine Mischung aus drei Teilen Salizylsäure und 97 Teilen 70prozentigem Alkohol. Das Mittel wird auf einen Wattebausch getröpfelt, mit dem dann die Pilzstellen betupft werden. Nach dreimaliger Anwendung - im Abstand von etwa einer halben Stunde - sollen die befallenen Stellen mit Brennspiritus abgerieben werden.

Diese Methode lässt sich aber nur bei partiellem Befall anwenden. Bei stärkerer Schimmelbildung wird man möglicherweise nicht ohne eine Heißluftbehandlung oder gründliche Umbauarbeiten auskommen. Nach der Austrocknung ist es sinnvoll, die Wände mit Kalkputz zu verputzen und mit einem diffusionsfähigen Anstrich wie Kalkfarbe, Mineral- oder Pflanzenfarbe zu versehen. Denn bei Schimmelgefahr sollten keine Baustoffe mit neutralem ph-Wert wie Gips oder Dispersionsfarbe verwendet werden.

Öko-Test
25.04.2001

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Neue Prophylaxe schützt immungeschwächte Krebskranke vor gefürchteten Schimmelpilzen
Prävention gegen Pilze

Die Zahl lebensbedrohlicher Pilz- und Hefeinfektionen kann künftig durch eine vorbeugende Behandlung immungeschwächter Hochrisikopatienten mit einem erstmals für diesen Zweck verwendeten Pilzmedikament wirksamer als bisher gesenkt werden. Zu diesem Ergebnis kommen zwei am 25. Januar 2007 im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlichte Studien, die von Medizinern der Universitäten Köln und Mainz initiiert wurden.

In der einen Studie* konnte der Wirkstoff Posaconazol** signifikant mehr Leukämiepatienten unter Chemotherapie vor einer aggressiven Pilzinfektion schützen als bisher verfügbare Medikamente. Vor allem die Häufigkeit der von Ärzten gefürchteten invasiven Aspergillosen*** wurde durch die Prophylaxe mit dem Anti-Mykotikum Posaconazol auf ein Siebtel reduziert. Zugleich sank die Sterblichkeit der Patienten mit akuter Leukämie von 21,5 Prozent in der Vergleichsgruppe, die mit den bisherigen Standardmedikamenten behandelt wurden, auf 14,5 Prozent. Daraus ergibt sich, dass in der Studie 14 Patienten vorbeugend mit Posaconazol behandelt werden mussten, um ein Leben zu retten.

„Lungenentzündungen durch Schimmelpilze waren bisher bei Leukämiepatienten eine sehr häufige Komplikation“, sagt Oliver Cornely von der Klinik I für Innere Medizin der Universitätsklinik Köln und Erstautor einer der Studien im New England Journal of Medicine. „Seit wir die vorbeugende Behandlung mit Posaconazol vor einem Jahr an der Uniklinik Köln eingeführt haben, ist nur bei einem Patienten eine Aspergillose trotz Prophylaxe aufgetreten.“

In der anderen Studie**** mit dem Erstautor Andrew Ullmann von der III. Medizinischen Klinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz konnte Posaconazol invasive Aspergillusinfektionen auch bei Patienten nach einer allogenen Knochenmarktransplantation verhindern, deren Immunsystem aufgrund einer Abstoßungsreaktion massiv unterdrückt werden musste (Graft versus Host Disease). Die Gefahr tödlicher Pilzinfektionen ist in dieser Patientengruppe besonders hoch. Auch in dieser Studie starben durch die Prophylaxe mit Posaconazol weniger Patienten an invasiven Pilzinfektionen. „Da lebensbedrohliche Pilzinfektionen für Patienten nach allogener Stammzelltransplantation oft tödlich verlaufen, existiert weltweit ein dringender Bedarf an einer wirksamen und verträglichen vorbeugenden Behandlung“, sagt Andrew Ullmann von der Universitätsklinik Mainz. „Künftig können wir erstmals Hochrisikopatienten prophylaktisch behandeln, so lange sie dies brauchen“. Der Arzt könne sich damit auf die Krebserkrankung der Patienten statt auf den Kampf gegen Pilzinfektionen konzentrieren.

Gefürchtete Pilzinfektionen in der Lunge, Sterblichkeit 80 Prozent

Invasive Pilzerkrankungen, vor allem die gefürchteten Aspergillosen der Lunge, treten bei etwa einem Drittel der Patienten mit akuter Leukämie auf; meist, weil deren Immunsystem durch die Chemotherapie stark geschwächt wird. Die Sterblichkeit durch eine aggressive Aspergillose beträgt bis zu 80 Prozent. Die Behandlung von Aspergillosen dauert Monate und verhindert oft die dringend nötige Therapie des Blutkrebses. Auch nach Knochenmarktransplantationen sind lebensbedrohliche Schimmelpilze gefürchtete Erreger.

Für Ärzte besteht in der Praxis die Hauptschwierigkeit darin, eine lebensbedrohliche Pilzinfektion ihrer Patienten rechtzeitig zu entdecken. Oft kündigt sie sich nur durch Fieber an und kann, etwa in der Lunge, meist nur durch aufwendige diagnostische Methoden enttarnt werden. Behandeln Ärzte Pilzinfektionen mit Aspergillus zu spät, versagt oft die medikamentöse Therapie der Patienten; behandeln sie dagegen zu früh, drohen Nebenwirkungen der Arzneimittel bei Kranken, die überhaupt nicht mit den aggressiven Pilzen infiziert sind. Da mehr und mehr Patienten nach einer Chemotherapie ihrer Krebsleiden vorübergehend eine schwere Neutropenie***** entwickeln, dürften die beiden Studien direkten Einfluss auf die klinische Praxis haben, indem sie erstmals Richtlinien zur vorbeugenden Behandlung von Pilzinfektionen beeinflussen.

Denn die beiden Studien zeigen auch, dass Posaconazol insgesamt gut vertragen wird. Ernste Nebenwirkungen, deren Zusammenhang mit der Studienmedikation als möglich oder wahrscheinlich eingestuft wurde, lagen zwar bei 6 Prozent gegenüber 2 Prozent der Patienten in der Vergleichsgruppe vor. Die Studientherapie sei aber bei mit Posaconazol behandelten Patienten „nicht häufiger vorzeitig abgebrochen worden als unter der Standardprophylaxe“, betont Cornely. Damit sei sie aufgrund der beiden Studien nicht nur nachweislich wirksam, sondern auch sicher.


Hintergrundinformationen
* “Posaconazole versus Fluoconazole or Itraconazole Prophylaxis in High-Risk Patients with Neutropenia“; Oliver A. Cornely et al, N Engl J Med 356; 4, p348, January 25, 2007

** Posaconazol ist ein Arzneimittel der US-Firma Schering Plough und wird in Deutschland von deren Tochterfirma Essex Pharma vertrieben. Auf der Grundlage der nun im NEJM publizierten Ergebnisse wurde es im Oktober 2006 von der Europäischen Kommission zugelassen für die antimykotische Prophylaxe bei Hochrisikopatienten.

*** Aspergillus-Spezies sind typische Vertreter von Schimmelpilzen, die sich besonders bei Körpertemperatur wohl fühlen. Sie zählen neben den Hefepilzen zu den häufigsten Krankenhauspilzen. Mediziner fürchten vor allem Erreger vom Typ Aspergillus fumigatus.

**** “Posaconazole or Fluconazole for Prophylaxis in Severe Graft-versus-Host Disease“; Andrew J. Ullmann et al; N Engl J Med 356; 4, p335, January 25, 2007

***** Neutropenie beschreibt die Verminderung neutrophiler Granulozyten im Blut. Sie ist die häufigste Form der Abnahme der Zahl der weißen Blutkörperchen und bewirkt damit eine Schwächung des Abwehrsystems.

Pressemitteilung, 26. Januar 2007
Klinik I für Innere Medizin des Klinikums der Universität zu Köln
III. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Der Vermieter muss zahlen

Schimmelflecken sind Mängel der Mietsache, sie gefährden die Gesundheit der Bewohner. Sind Baumängel schuld am Schimmel, muss sie der Vermieter beseitigen. Bis die Wohnung saniert wird, kann man die Miete kürzen.

Weigert sich der Vermieter, die Sanierung zu zahlen oder die Mietminderung zu akzeptieren, hat er im Streitfall die Beweislast. Er muss belegen, dass der Mieter zu wenig gelüftet und geheizt hat und der Schimmel nicht auf Baumängeln beruht, wie etwa einer schlechten Dämmung der Wand.

Vom Mieter kann nicht verlangt werden, dass er ständig lüftet. Allerdings reicht es auch nicht, das Fenster zu kippen. Mehrmals täglich sollte man für kurze Zeit auf Durchzug lüften.

Wenn der Vermieter sanieren muss: Bloßes Überstreichen der Flecken mit Farben oder Mitteln, die den Schimmelpilz abtöten, reicht nicht aus. Mit Pilzen befallene Stellen an Putz und Tapete sollte ein Maler vollständig entfernen.

Tipps für Betroffene:
- Wenn Sie wie allgemein üblich gelüftet und geheizt haben, fordern Sie Ihren Vermieter schriftlich zur Sanierung auf.
- Fragen Sie bei Nachbarn oder Vormietern, ob es früher schon einmal Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel gab. Falls ja, sind sehr wahrscheinlich grundlegende Baumängel die Ursache.
- Wenn der Vermieter sich auch nach erneuter schriftlicher Aufforderung stur stellt, haben Sie das Recht, den Schimmelpilz selbst beseitigen zu lassen. Bei Baumängeln als Ursache muss der Vermieter später die Kosten ersetzen.
- Informieren Sie sich beim Mieterverein in Ihrer Stadt über Mietminderung und Klageweg.

Deutscher Mieterbund
10/2000


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Gesundheit statt Schimmelpilz & Co.

Allergische Reaktionen, Reizung der Atemwege, Muskelschmerzen und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge von Schimmelpilz im Gebäude sein. Neben Undichtigkeiten von Wasserrohren oder mangelhafter Wärmedämmung sind oftmals auch Schäden am Dach oder undichte Kelleraußenwände die Ursache. Daher empfehlen Bauprofis gerade bei der Dach- und Kellerabdichtung den Einsatz leistungsfähiger Polymer-bitumen- und Bitumenbahnen!

Dem Schimmel auf der Spur
Pilzsporen in der Raumluft oder im Mauerwerk gefährden die Gesundheit der Bewohner. Die Ursache muss aufgespürt und beseitigt werden. Ist Schimmelpilz zu sehen, dann arbeitet die Feuchtigkeit meist schon länger im Verborgenen. Häufig treten Gesundheitsschäden jedoch schon auf bevor der Schimmel entdeckt wird. So berichtet die Architektin Katja Jacobs von Kunden, die von ihren wachsamen Ärzten auf Schimmelsuche geschickt wurden. Als Sachverständige hat sie sich dem Thema Schimmel in einem ganz besonderen Maße angenommen und ihren Labrador Ally zum Schimmelspürhund ausgebildet. Das Team verbindet so den Sachverstand mit dem besonderen Riecher. Schimmelspürhunde werden in Schweden schon seit einigen Jahren eingesetzt. In Deutschland sind derzeit nur vier Hunde ausgebildet. „Kein Messgerät kann so schnell und kostengünstig dem Schimmel auf die Spur kommen“, weiß Katja Jacobs zu berichten. Wenn der Hund fündig geworden ist, beginnt für die Architektin die Arbeit – die Sanierungsplanung.

Weitsicht bei Planung und Sanierung
Um Feuchtigkeit in Wohn- und Kellerräumen zu verhindern, sollte schon bei der Planung eines Gebäudes an eine wasserdichte, langzeitsichere Abdichtung gedacht werden. Gerade hierfür sind hochwertige Abdichtungsmaterialien und eine solide handwerkliche Ausführung von größter Wichtigkeit. Dabei sind die Werkstoffe Polymerbitumen- und Bitumenbahnen seit vielen Jahrzehnten die erste Wahl der Bauprofis. Durch den erhöhten Perforationswiderstand und die unkomplizierte Verarbeitung ist der Bauherr hiermit auf der sicheren und trockenen Seite.

Info- und Service-Portal hilft weiter
Weitere Informationen zum Thema sowie viele Anregungen rund um die Flachdach- und Bauwerksabdichtung finden Sie unter www.derdichtebau.de. Infos und Broschüren gibt es kostenlos per Mausklick oder direkt vom vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V., Tel. 069 2556-1314.

vdd
11.03.2005

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Schimmelpilz abwaschen

anstatt handelsüblicher giftiger Sprays u.a:: am besten mit Soda- oder Seifenlauge oder mit Essigessenz. Baubiologen empfehlen eine Mischung aus 3 Teilen Salizylsäure und 97 Teilen Spiritus oder 70%igen Alkohol. Nach dreimaliger Anwendung - im Abstand von etwa 30 Minuten - die befallenen Stellen mit Brennspiritus abreiben.


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Ökologisch bauen - gesund wohnen
- Neue Broschüre der Informationszentrale Massiv Mein Haus e.V.

Die steigende Zahl von Allergikern alarmiert die Gesundheitsbehörden und die Presse. Umweltexperten warnen vor der zunehmenden Konzentration an Umweltgiften und den Elektrosmog immer stärkerer Sender. Beide belasten das Immunsystem, schwächen den Organismus und erhöhen damit die allergischen Reaktionen, vermuten sie. Wenigstens das eigene Heim sollte dagegen schützen. Jetzt überarbeitete die Informationszentrale Massiv Mein Haus e.V. ihre umfangreiche Broschüre "Ökologisch bauen... gesund wohnen". Sie behandelt ausführlich und verständlich Fragen zum gesunden Bauen und Wohnen.

"Gesundheitsbewusste Bauherren sollten auf emissionsfreie und gegen Strahlung abschirmende Baustoffe achten", rät Reiner Pohl, Geschäftsführer der Informationszentrale. Toxische Ausgasungen kommen ausschließlich aus organischen Stoffen. Selbst unbehandeltes Holz ist davon nicht frei. Dass mineralische Massivbaustoffe die Raumluft nicht belasten, bezweifelt niemand ernsthaft. Schimmelpilze, Nager und Insekten finden in Mauerwerk und Beton weder Nährboden noch Nistplätze. Die aus natürlichen Erdmineralien hergestellten Baustoffe schützen zusätzlich sehr gut gegen Strahlung. "

An den vielen kritischen Nachfragen merken wir deutlich den zunehmenden Informationsbedarf von Bauherren zu diesem Thema", begründet Pohl die Herausgabe der Broschüre. Sie behandelt die Themen: Wohngifte aus Baustoffen / Schimmel in Bauteilen / Strahlenschutz / Einflüsse auf das Wohnklima / Belastungen während der Nutzung / Umweltbelastung infolge der Herstellung der Baustoffe und des Gebäudes. Ihre Aussagen stützen sich auf Untersuchungen von Universitäten und Urkunden der Arbeitsgemeinschaft Umweltverträgliche Bauprodukte (AUB).

Die Broschüre sowie weitere Informationen zum Bauen sind kostenfrei bei der Informationszentrale MASSIV MEIN HAUS e.V., Fon: (0821)7849773, Fax: (0821)784447 oder unter info@massiv-mein-haus.de erhältlich.

Massiv Mein Haus e.V.
25.01.2005

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Schutz vor Schimmel am Arbeitsplatz TRBA/TRGS 406
Technischen Regeln Gefahrstoffe: Schimmel (Auszug)


Biologische Arbeitsstoffe mit sensibilisierender Wirkung sind in der Regel Schimmelpilze und einigen Bakterien (u.a. Actinomyceten).

Hinweise auf Tätigkeiten, bei denen eine Exposition gegenüber atemwegssensibilisierenden biologischen Arbeitsstoffen zu erwarten ist, sind in der Anlage zu dieser TR aufgeführt. Schimmelpilze und spezielle Bakteriengattungen (u.a. Actinomyceten) treten überall da auf, wo für sie geeignete Vermehrungsbedingungen (z.B. Feuchtigkeit, organisches Material) vorhanden sind.

Liegt ein verfahrensbedingt nicht erforderlicher Schimmelpilzbefall am Arbeitsplatz vor, müssen die verschimmelten Arbeitsstoffe und Arbeitsmittel unter Berücksichtigung der Gefährdungsbeurteilung und anderer Vorschriften (z.B. Wasser-, Abfall- oder Gentechnikrecht) umgehend gereinigt bzw. entsorgt werden.

Beim Einsatz von Atemschutz ist die BGR 190 bzw. GUV-R 190 „Regeln für den Einsatz von Atemschutzgeräten” zu beachten. Bei staubförmigen atemwegssensibilisierenden Arbeitsstoffen sind mindestens Partikelfilter der Filterklasse P2 bzw. FFP2 zu verwenden. Auf die individuelle Anpassung vor dem Gebrauch, z.B. an die Nasenform bei partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP2), ist besonders zu achten. Das Tragen von belastendem Atemschutz darf keine ständige Maßnahme sein (siehe auch § 9 Abs. 3 GefStoffV). Gegen atemwegssensibilisierende biologische Arbeitsstoffe (z.B. bei deutlich wahrnehmbaren Schimmelpilzbefall) bieten in der Regel Filtergeräte der Klasse FFP2 ausreichenden Schutz.

Die Betriebsanweisung muss weiterhin Informationen über angemessene Vorsichtsmaßregeln und erforderliche Schutzmaßnahmen, insbesondere über Maßnahmen zur Verhinderung der Freisetzung von atemwegssensibilisierenden Stoffen und zur Verhütung oder Verringerung der Exposition, enthalten. Auf das Erkennen und auf Maßnahmen zur Vermeidung von Schimmelbildung muss hingewiesen werden.

Tätigkeiten mit Stoffen bzw. Stoffgruppen mit arbeitsmedizinischer Relevanz, die bekanntermaßen zu Sensibilisierungen an den Atemwegen führen können (Auszug aus der Tabelle):

Tätigkeiten mit Substanz/Stoff/Stoffgruppen in einatembarer Form (Aerosole, Dämpfe):
Schimmelpilze wie
- Aspergillus spp.
- Penicillium spp.
- Cladosporium spp.
- Alternaria spp.

Beispiele für das Vorkommen (Tätigkeit/Branche):
- Landwirtschaft/Gartenbau
- Archive/Bibliotheken/Museen
- Abfallwirtschaft
- Forschungslaboratorien
- Raumlufttechnische (RLT) Anlagen
- Holzwirtschaft
- Papierherstellung
- Lebensmittelindustrie
- Bodensanierung
-Transport und Lagerung
- Gebäudesanierung
- Spanabhebende Metallverarbeitung

Tätigkeiten (nicht abschließend), die in den entsprechenden Arbeitsbereichen/Branchen zu einer Sensibilisierung gegenüber biologischen Arbeitstoffen führen können:

1. Landwirtschaft/Gartenbau: Tätigkeiten mit mikrobiell befallenem Gut,
2. Archive/Bibliotheken/Museen: Tätigkeiten mit mikrobiell befallenem Gut, Restaurierung, Entstauben und Reinigen der Bestände,
3. Abfallwirtschaft: Abfallsortierung, Kompostierung, mechanisch-biologische Abfallbehandlung, thermische Müllverbrennungsanlagen, Straßenreinigung, Abfallsammlung,
4. Forschungslaboratorien: Gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit Pilzen oder Bakterien (v.a. Actinomyceten) (Forschungsarbeiten, Untersuchung von Proben),
5. Raumlufttechnische (RLT) Anlagen: Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an/in RLT-Anlagen (s. VDI-Richtlinie 6022 (Hygiene-Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte)
6. Spanabhebende Metallverarbeitung: Tätigkeiten mit keimbelasteten wassergemischten Kühlschmierstoffen
7. Holzwirtschaft: Arbeitsplätze mit Anfall oder Verarbeitung von Baumrinden, Sägespänen, Lagerung, Transport und Verarbeitung von verschimmeltem Holz
8. Papierherstellung: Erzeugung von Holzschnitzeln bei der Zellstoffherstellung
9. Lebensmittelindustrie: Käseerzeugung, -reifung und -verpackung (Waschen von Käselaiben, auch gezielter Einsatz von Edelschimmelkulturen); Entfernen von Schimmel auf geräucherten bzw. luftgetrockneten Fleischwaren
10. Bodensanierung: Eintrag organischer Substanzen (Rindenmulch, Stroh, Kompost), Transport/Umlagerung von Bodenmaterial (siehe auch BGI 583 „Gesundheitsgefährdung durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung – Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung“, Stand: Juni 2005)
11. Transport und Lagerung: Verschimmeltes Transportgut und verschimmelte Rohmaterialien
12. Gebäudesanierung: Sanierung schimmelpilzbefallener bzw. taubenkotverunreinigter Gebäude (siehe auch BGI 858 „Gesundheitsgefährdung durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung – Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung“, Stand: Juni 2005)

Quelle: TRBA/TRGS 406, Ausgabe: Juni 2008

Die Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA) und für Gefahrstoffe (TRGS) geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder.

Sie werden vom Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe (ABAS) und vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) aufgestellt und von ihnen der Entwicklung entsprechend angepasst. Die Technischen Regeln werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) bekannt gegeben.

Mit der Neufassung der TRBA/TRGS 406 wird die TRGS 540 und der Beschluss des ABAS 606 aufgehoben.

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