Klimaanlagen oft schlecht gewartet
Lüftungs- und Klimaanlagen werden oft schlecht gewartet und bergen Risiken für
die Gesundheit. Das ist das Fazit einer Expertenanhörung im Berliner
Abgeordnetenhaus, veranlasst durch einen Erkrankungsfall in einem Miethochhaus
in Berlin-Marzahn. Ein Mieter hatte unter anderem Reizungen der Schleimhäute,
Hals- und Kopfschmerzen sowie Schlafstörungen mit einer Lüftungsanlage in
Verbindung gebracht.
Von Krankenhäusern abgesehen, gebe es kaum regelmäßige Wartungen, so Prof.
Henning Rüden, Hygieniker an der Freien Universität Berlin. Er fordert
mindestens jährliche Inspektionen, die bisher nicht gesetzlich verbindlich
vorgeschrieben sind. Dabei seien die Mehrkosten auf die Miete mit etwa 0,4 Cent
pro Quadratmeter Wohnfläche sehr gering. Private Bauherren, die aufgrund der
neuen Energieeinsparverordnung eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
erwägen, sollten im eigenen Interesse von vornherein auf kurze Schächte und
einfache Wartung achten.
Hygienisch besonders bedenklich sind schlecht gewartete Klimaanlagen. Hier wird
die angesaugte Frischluft be- und entfeuchtet. Im Tauwasser können sich
Bakterien und Schimmelpilze vermehren. Durch den Luftstrom werden sie abgerissen
und in die Räume getragen.
Warentest, 11/2002
Klimaanlagen: Oft schlecht gewartet
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Gesunde Raumluft und niedrige Heizkosten
Wohnungslüftung sorgt für Frischluft im Haus
Hygienische Raumluftverhältnisse, die wesentlich zum Wohlbefinden der Menschen
in ihren Wohnräumen beitragen, erfordern eine kontinuierliche und ausreichende
Zufuhr frischer Außenluft. In modernen, wärmegedämmten Gebäuden kann der
erforderliche Luftaustausch weder durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle noch
durch die unkontrollierte Fensterlüftung sichergestellt werden.
Dadurch
wird auch die im Gebäude anfallende Feuchte nicht im erforderlichen Maße und
regelmäßig abgeführt. Die Folge können Schäden an der Bausubstanz, aber auch
Schimmelpilzbildung und daraus folgende allergische Reaktionen für die Bewohner
sein. Zur Sicherstellung eines ausreichenden Luftwechsels im Gebäude rät die
ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch
e. V. zum Einbau einer Abluftanlage.
Eine einfache und kostengünstige Lösung stellt ein System dar, das entweder
zentral oder aber raumweise für einen Abtransport der belasteten und feuchten
Raumluft sorgt. Dabei wird – mechanisch unterstützt – die „verbrauchte“ Luft aus
Küche, Bad und Toilette bedarfsorientiert abgesaugt. Die Nachströmung der
frischen Außenluft wird über Außenluftdurchlässe (ALD) in der Außenwand der
Wohn- und Schlafräume realisiert. Um dabei die Lüftungswärmeverluste so gering
wie möglich zu halten, können moderne Steuerungen des Abluftsystems intelligent
mit dem Heizungssystem verknüpft und so programmiert werden, dass sie den ganzen
Tag über nur eine bestimmte Mindestlüftung sicherstellen. Auf Knopfdruck können
die Bewohner dann bei Bedarf den Luftwechsel erhöhen. Nach einer
programmierbaren Zeitspanne geht die Steuerung schließlich wieder zur
Mindestlüftung über. Der erforderliche Luftaustausch kann aber auch feuchte-
oder CO2-gesteuert erfolgen. Das heißt, dass je nach Feuchtegehalt oder nach
CO2-Konzentration der Raumluft ein definierter Luftaustausch erfolgt.
ASUE
17.12.2007
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Feuchteselektiver Betrieb von Lüftungsanlagen
Wenn die Feuchtigkeit der Außenluft durch die so genannte "Sommerfeuchte"
auf den inneren großen Oberflächen eines Gebäudes stellenweise die
Überschreitung des Taupunktes bewirkt, dann beschädigen Lüftungsanlagen unter
Umständen das Eigentum des Betreibers. In diesem Falle kann die energetische
Wirkung derartiger Anlagen i.d.R. rechnerisch nicht mehr bestimmt werden. Dies
gilt zeitweilig immer für solche Anlagen, die nicht feuchteselektiv gesteuert
sind. Der kondensierende Wasserdampf der Raumluft bewirkt einen thermischen
Energieeintrag in die großen inneren Oberflächen des Gebäudes, besonders aber am
kältesten Bauteil.
Es hängt vom Wärmeleitwert und den Werten der Temperaturgradienten an diesem
Bauteil ab, welcher Anteil der Kondenswärme in die Raumluft abgestrahlt oder dem
Temperaturgradienten folgend an die kälteste Stelle des Bauteils (i.d.R.
außerhalb des Raumes) gelangt und von dort aus für die Rücktrocknung des Wassers
von der Oberfläche kaum mehr zur Verfügung steht.
Das Wasser diffundiert vor allem der Richtung des Konzentrationsgradienten
folgend in das Bauteil oder geht in die Raumluft.
Die Raumluft und die Stoffe aller umgebenen Bauteile müssen mit dem Wasser (bei
den typischen Verlusten an die Umgebung) erwärmt werden, um eine Verdunstung des
vorhandenen Wassers zu bewirken. Der so erzeugte Wasserdampf gelangt dabei nicht
unbedingt in die Raumluft, wo er durch die Lüftung entfernt werden könnte,
sondern folgt dem jeweils gegebenen Konzentrationsgradienten der Feuchte in den
Stoffen. Bei hoher rel. Raumluftfeuchte, also weiter in das Bauteil hinein
besonders, wenn dieses innen etwas kühler ist!
Wenn es zeitweilig gelingt, das Wasser in die Raumluft zu verdampfen und die
Feuchte der Außenluft einen Abtransport erlaubt, dann geht die im Dampf
gebundene Verdunstungswärme über die Lüfter an die Außenluft verloren.
Der hier ungangssprachlich als "Trocknung" beschriebene, nach allen Seiten
verlustreiche thermische Prozess, mindert den Grad der Energieeinsparung einer
Lüftungsanlage ohne Regulierung der Raumluftfeuchte in Relation zum Taupunkt am
schlechtesten Bauteil.
Vor allem im Zusammenhang mit der so genannten "Sommerfeuchte" halten wir
Lüftungsanlagen ohne feuchteselektive Steuerung für energetisch wirkungslos oder
beurteilen sie gar als schädlich für die Bausubstanz. Der Einbau von
Lüftungsanlagen ohne feuchteselektive Steuerung kann deswegen nicht empfohlen
werden.
Mit einer feuchteselektiven Steuerung kann die Lüftung immer dann unterbrochen
oder vermindert werden, wenn die Gefahr besteht, dass die zusätzliche Feuchte
der Außenluft die Bausubstanz schädigen könnte. Bei günstigem Außenklima kann
sogar mit Hilfe der marktüblichen Lüftungsanlagen mit
Wärmerückgewinnungsfunktion eine wirkungsvolle Trocknung der vorgeschädigten
Bausubstanz immer dann bewirkt werden, wenn die feuchteselektive Steuerung
optimal funktioniert.
Ich möchte noch auf die Haftungsrisiken aufmerksam machen, die bei der
Schädigung der Bausubstanz für den Planer bestehen.
Bernhard Tiedtke
Dr. Jörg Kies & Partner
Ingenieurbüro für technisch-wirtschaftliche Beratung
Berlin
Tel:: 030 7201 9392
13.04.2006
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