Die Taupunkttabelle
dazu:
Ein Lüftungsbeispiel (unten)
Die Taupunkttabelle gibt an, bei welcher Temperatur der betreffenden Oberfläche
es zu Tauwasserbildung kommt. Tauwasserbildung bedeutet physikalisch gesehen
Kondensation, daher spricht man auch von Kondenswasser. Das Gegenteil von
Kondensation ist die Vaporisation, was nichts weiter bedeutet als Verdunstung.
Es geht immer um die Wechselwirkung zwischen einer Oberfläche und der sie
umgebenden Luft.
Da sich die Internetseite schimmelpilz-sanieren.de mit der Problematik von
Schimmelpilz in Wohnräumen befasst, geht es um Oberflächen im Wohnraum. Solche
Oberflächen sind Wände, Decken und Fußböden, aber auch der Spiegel im Bad, die
Fensterscheiben oder die Rückwandplatten des Schrankes im Schlafzimmer. Es sind
also unterschiedliche Oberflächen, sowohl vom Material her (mineralisch: Gips,
Kalk, Zement, organisch: Holz, Tapete, Textilien) als auch vom sorptiven und
hygrischen Verhalten her (Putz als Feuchtepuffer, Holz quillt und schwindet,
Glas nimmt kein Wasser auf).
Diese Oberflächen sind aus wohnhygienischen Gründen zu erwärmen, dies geschieht
mittels Heizen. Ideal wäre eine Strahlungsheizung, die unabhängig von der
Raumlufttemperatur alle Gegenstände gleichmäßig erwärmt. Aus Gründen, die Ihnen
die Heizung-Klima-Sanitär Industrie wohl am besten zu erläutern vermag, werden
überwiegend Konvektionsheizungen eingebaut. Der Nachteil ist, dass die erwärmte
Luft bei weitem nicht alle Flächen anströmen kann und schon gar nicht die
Gegenstände gleichmäßig erwärmt.
So bleiben oft Decken Xel (hier laufen 3 Flächen dreidimensional zusammen: 2
Wände und die Decke) allein aus strömungstechnischen Gründen unzureichend
erwärmt - und schon wird die Stelle zur Wärmebrücke erklärt. Unabhängig vom
Heizsystem bleiben die Flächen von Außenwänden kalt, wenn man einen Schrank zu
nah davor stellt. Da es noch weitere Schimmel fördernde Sünden gibt, lesen Sie
bitte hier die Grundlagen nach:
:: 10 Goldene Regeln gegen Schimmelpilz
Es geht bei der Tauwasserbildung sowie der Taupunkttabelle um Temperaturen und
um Feuchtewerte. Da es um den Wohnbereich geht, sind es die Temperaturen der
Raumluft und der Oberflächen im Wohnraum und die Feuchte bezieht sich auf den
Feuchtegehalt der Raumluft. Der Feuchtegehalt der Raumluft wird in % angegeben,
was auf eine relative Größe hinweist. Der Wert für die relative Raumluftfeuchte (rLF,
rel. LF) sagt aus, welchen Anteil vom maximal möglichen Feuchtegehalt die
Raumluft bei einer jeweiligen Temperatur gerade hat.
Das Optimum der rel. LF liegt bei 55% und das der Raumlufttemperaturen bei
19-24°C. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, lesen Sie bitte hier die
Grundlagen nach:
:: Behaglichkeit
Nachdem die Kenngrößen vorgestellt wurden, wird im Weiteren erläutert, was die
Taupunkttabelle aussagt.
|
|
Taupunkttemperatur in °C bei einer relativen Luftfeuchte von |
|
T/rLF |
30% |
35% |
40% |
45% |
50% |
55% |
60% |
65% |
70% |
75% |
80% |
85% |
90% |
95% |
|
30°C |
10,5 |
12,9 |
14,9 |
16,8 |
18,4 |
20,0 |
21,4 |
22,7 |
23,9 |
25,1 |
26,2 |
27,2 |
28,2 |
29,1 |
|
29°C |
9,7 |
12,0 |
14,0 |
15,9 |
17,5 |
19,0 |
20,4 |
21,7 |
23,0 |
24,1 |
25,2 |
26,2 |
27,2 |
28,1 |
|
28°C |
8,8 |
11,1 |
13,1 |
15,0 |
16,6 |
18,1 |
19,5 |
20,8 |
22,0 |
23,2 |
24,2 |
25,2 |
26,2 |
27,1 |
|
27°C |
8,0 |
10,2 |
12,2 |
14,1 |
15,7 |
17,2 |
18,6 |
19,9 |
21,1 |
22,2 |
23,3 |
24,3 |
25,2 |
26,1 |
|
26°C |
7,1 |
9,4 |
11,4 |
13,2 |
14,8 |
16,3 |
17,6 |
18,9 |
20,1 |
21,2 |
22,3 |
23,3 |
24,2 |
25,1 |
|
25°C |
6,2 |
8,5 |
10,5 |
12,2 |
13,9 |
15,3 |
16,7 |
18,0 |
19,1 |
20,3 |
21,3 |
22,3 |
23,2 |
24,1 |
|
24°C |
5,4 |
7,6 |
9,6 |
11,3 |
12,9 |
14,4 |
15,8 |
17,0 |
18,2 |
19,3 |
20,3 |
21,3 |
22,3 |
23,1 |
|
23°C |
4,5 |
6,7 |
8,7 |
10,4 |
12,0 |
13,5 |
14,8 |
16,1 |
17,2 |
18,3 |
19,4 |
20,3 |
21,3 |
22,2 |
|
22°C |
3,6 |
5,9 |
7,8 |
9,5 |
11,1 |
12,5 |
13,9 |
15,1 |
16,3 |
17,4 |
18,4 |
19,4 |
20,3 |
21,2 |
|
21°C |
2,8 |
5,0 |
6,9 |
8,6 |
10,2 |
11,6 |
12,9 |
14,2 |
15,3 |
16,4 |
17,4 |
18,4 |
19,3 |
20,2 |
|
20°C |
1,9 |
4,1 |
6,0 |
7,7 |
9,3 |
10,7 |
12,0 |
13,2 |
14,4 |
15,4 |
16,4 |
17,4 |
18,3 |
19,2 |
|
19°C |
1,0 |
3,2 |
5,1 |
6,8 |
8,3 |
9,8 |
11,1 |
12,3 |
13,4 |
14,5 |
15,5 |
16,4 |
17,3 |
18,2 |
|
18°C |
0,2 |
2,3 |
4,2 |
5,9 |
7,4 |
8,8 |
10,1 |
11,3 |
12,5 |
13,5 |
14,5 |
15,4 |
16,3 |
17,2 |
|
17°C |
-0,6 |
1,4 |
3,3 |
5,0 |
6,5 |
7,9 |
9,2 |
10,4 |
11,5 |
12,5 |
13,5 |
14,5 |
15,3 |
16,2 |
|
16°C |
-1,4 |
0,5 |
2,4 |
4,1 |
5,6 |
7,0 |
8,2 |
9,4 |
10,5 |
11,6 |
12,6 |
13,5 |
14,4 |
15,2 |
|
15°C |
-2,2 |
-0,3 |
1,5 |
3,2 |
4,7 |
6,1 |
7,3 |
8,5 |
9,6 |
10,6 |
11,6 |
12,5 |
13,4 |
14,2 |
|
14°C |
-2,9 |
-1,0 |
0,6 |
2,3 |
3,7 |
5,1 |
6,4 |
7,5 |
8,6 |
9,6 |
10,6 |
11,5 |
12,4 |
13,2 |
|
13°C |
-3,7 |
-1,9 |
-0,1 |
1,3 |
2,8 |
4,2 |
5,5 |
6,6 |
7,7 |
8,7 |
9,6 |
10,5 |
11,4 |
12,2 |
|
12°C |
-4,5 |
-2,6 |
-1,0 |
0,4 |
1,9 |
3,2 |
4,5 |
5,7 |
6,7 |
7,7 |
8,7 |
9,6 |
10,4 |
11,2 |
|
11°C |
-5,2 |
-3,4 |
-1,8 |
-0,4 |
1,0 |
2,3 |
3,5 |
4,7 |
5,8 |
6,7 |
7,7 |
8,6 |
9,4 |
10,2 |
|
10°C |
-6,0 |
-4,2 |
-2,6 |
-1,2 |
0,1 |
1,4 |
2,6 |
3,7 |
4,8 |
5,8 |
6,7 |
7,6 |
8,4 |
9,2 |
Tabelle 1: Taupunkttabelle für TRL = 10...30°C und rLF = 30...95%
Nehmen wir als erstes den Idealfall: 55% rel. LF bei 22 °C. Die Spalte und die
Zeile in der Tabelle ist gelb hinterlegt, im Schnittpunkt lesen wir ab: 12,5°C.
Das bedeutet, dass bei 55% rel. LF und bei 22 °C bei einer Oberflächentemperatur
ab 12,5 °C und niedriger Tauwasser ausfällt. Bei 65% rel. LF liegt dieser
Grenzwert schon merklich höher, nämlich bei 15,1 °C.
Haben wir 55% rel. LF und eine niedrigere Raumlufttemperatur von nur 16 °C, wie
sie in Schlafzimmern nicht selten vorkommt, liegt dieser Grenzwert schon
merklich tiefer, nämlich bei nur 7,0 °C. Wir erkennen folgende gesetzmäßigen
Zusammenhänge:
1.) bei gleicher Raumlufttemperatur steigt die Taupunkttemperatur mit
zunehmender rel. LF.
2.) bei gleicher rel. LF steigt die Taupunkttemperatur mit zunehmender
Raumlufttemperatur.
Diesen Zusammenhang verdeutlicht Bild 2, für das der Bereich der rel. LF von
40 bis 80% herausgegriffen wurde. Steigende Raumluftfeuchte bedeutet zunehmende
Taupunkttemperatur. Und: bei hohen Werten der rel. LF steigt die
Taupunkttemperatur mit der zunehmenden Raumlufttemperatur.

Bild 1: grafische Darstellung der Taupunkttemperaturen
als Funktion der
Raumlufttemperatur und der relativen Raumluftfeuchte

Bild 2: grafische Darstellung der Differenzen zwischen Raumlufttemperatur und
Taupunkttemperatur
als Funktion der
Raumlufttemperatur und der relativen Raumluftfeuchte
Zudem zeigt und Bild 2, dass die Differenz zwischen der Taupunkttemperatur und
der Raumlufttemperatur bei gleicher rel. LF leicht zunimmt. Vor allem aber wird
deutlich, dass mit zunehmender Raumluftfeuchte die Differenz zwischen der
Taupunkttemperatur und der Raumlufttemperatur bedrohlich abnimmt. Das bedeutet:
zunehmende Tauwasserbildung und somit erhöhtes Schimmelpilzrisiko. Der Grund ist
wiederum ein Naturgesetz, das uns Bild 3 verdeutlicht.

Bild 3: Zunahme der Wasserdampfsättigungsdichte der Luft als Funktion der
Lufttemperatur
angegeben: cS
in g/m³ und q in °C (Querverweis:
die Tabelle)
Die Luft kann Wasser in Form von Wasserdampf aufnehmen und halten. Das ist ein Zustand, wo dieses in der Luft gebundenen dampfförmige Wasser nicht
sichtbar ist. Sichtbar wird es erst, wenn sich Tröpfchen bilden. Beispiele
hierfür sind Dampfschwaden im Badezimmer, oder Nebelbildung als Beispiel
außerhalb des Wohnbereiches.
Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen und halten. Sind
100% erreicht, wird das Wasser abgegeben: es kondensiert, es fällt als Tauwasser
aus. Haben wir im Bad 28 °C Lufttemperatur und 95 % rel. LF, muss der Spiegel
nur rd. 1 °C kälter sein als die Raumluft, damit Tauwasser entsteht.
Die Raumlufttemperatur und die Raumluftfeuchte können Sie mit einfachen Mitteln
noch selbst messen. Dazu genügen ein Zimmerthermometer und ein Hygrometer, zur
Not tut es auch eine Wetterstation, die man sich für wenig Geld auf dem
Flohmarkt kauft. Es bietet sich aber an, die Genauigkeit zu überprüfen.
Sie messen z.B. 24°C Raumlufttemperatur und 60% rel. LF. Dann lesen Sie in der
Taupunkttabelle ab: 15,8°C. Das bedeutet, dass an jeder Fläche, die kälter als
15,8°C ist, Tauwasserbildung zwangsläufig stattfindet. Bei einem Spiegel kann
man es sehen, bei Holz- und Putzflächen nicht, weil der Dampf nach der
Anlagerung (Adsorption) weggesaugt wird (Absorption).
Das Problem für Sie: die Oberflächentemperatur zu messen. Hierfür benötigt man
Messgeräte, für die ein paar Euro mehr auszugeben sind als für die Wetterstation
vom Flohmarkt.
Anhang
Luftfeuchtigkeit, Begriffe, Symbole:
c = die absolute Luftfeuchtigkeit in g/m³
cS = die Wasserdampfsättigungsdichte in
g/m³ = die maximal Luftfeuchtigkeit in g/m³, das Höchstmaß
f = die relative Luftfeuchtigkeit =
c / cS
f = p / pS
= Wasserdampfteildruck / Sättigungsdruck des Wasserdampfes
Für den begriff "als Funktion d." können Sie auch sagen "in Abhängigkeit von".
Wassergehalt in der Luft
Ein Lüftungsbeispiel
Bsp:: Wohnzimmer, 4,0 x 3,0 x 3,0 m = 36 cbm Raumluft
Raumlufttemperatur (mit Thermometer gemessen): q =
23,5 °C
und somit Wasserdampfsättigungsdichte cS =
20,6 g/m³
Luftfeuchte (mit Hygrometer gemessen): rel. LF = 70% (bzw. 0,7)
Wasserdampfdichte c = cS x 0,7 = 14,42 g/m³
= die absolute Luftfeuchtigkeit
[Für die Experten:
Wasserdampfsättigungsdruck pS = 2.897 Pa
(aus der Tabelle zum Sättigungsdruck)
Wasserdampfteildruck p = 0,7 pS = 2.028 Pa
bei der gemessenen rel. LF von 0,7
Wasserdampfsättigungsdruck pS (23,5°C; 70%
rel. LF) = 2.028 Pa]
In der Raumluft sind bei diesem Beispielraum 519 g Wasser in Dampfform
enthalten. Das entspricht einem halben Liter Mineralwasser, der als Dampf in der
Luft gehalten wird. Bei allen Flächen, die kälter als 17,7 °C sind, fällt
Kondenswasser aus.
In der Küche nebenan wird gekocht, was der Herd hergibt. Mit anderen Worten:
Volldampf. Dazu steht die Türe zwischen Küche und Wohnzimmer offen. Es kommt
auch keiner auf die Idee zu lüften. In der Folge steigt die Luftfeuchte schnell
auf 90%, die Raumlufttemperatur auf 24,0°C. Die Wasserdampfdichte ist auf 19,6
g/m³ gestiegen, das sind nun schon 200 ml Wasser mehr in der Luft (706,3 g oder
ml bzw. 0,7 l). Die Taupunkttemperatur ist aber schon auf beachtliche 22,3 °C
geklettert.
Da viele Oberflächen im Wohnzimmer kälter sind als diese 22,3 °C, kommt es zu
Tauwasserbildung. An den Fliesen in der Küche und an den Fenstern läuft Wasser
herab, nachdem sich genug Tröpfchen angereichert haben. Das ist aber der
geringere Teil der Umfassungsflächen der beiden Räume. Die geputzten Wandflächen
mit Raufasertapete darauf saugen ordentlich etwas weg, ohne dass man es sieht.
Dies wirkt sich mindernd auf die raumluftfeuchte 8egal ob relativ oder absolut)
aus. Der aus der Küche nachströmende Dampf hält dagegen. Aber, egal ob (noch) in
der Luft oder (schon) in der wand: die Wohnung ist feucht geworden.
Plötzlich dämmert es Vaddern, dass das so nicht in Ordnung sein kann. Er
erinnert sich, bei
www.schimmelpilz-sanieren.de mal etwas darüber gelesen zu haben. Mutter
bekommt erst mal einen Anpfiff - sie wird verdonnert, endlich mal das Fenster
aufzureißen. Im Wohnzimmer lüftet Vadder. Dass das Ankippen des Fensters nicht
viel hilft, weiß er, deshalb wird erst mal quer gelüftet, in dem fall durch
Wohnzimmer- und Küchenfenster.
Die Raumlufttemperatur sackt zunächst ab. Sie erholt sich aber auch schnell
wieder. Viel wichtiger ist, dass die Luftfeuchte stark verringert wurde. Das
liegt am Luftaustausch. Die kalte, trockene Luft von außen wurde gegen die
warme, feuchte Innenluft ausgetauscht. Schlagartig sind es bei 19 °C nur noch
45% rel. LF. Das bedeutet eine Drittelung der in der Raumluft enthaltenen
Wassermenge.
Das wird so ausgerechnet:
vorher: 24,0 °C und 90% rel. LF ergeben 21,8 g/m³ x 0,90 x 36 m³ =
706,3 g bzw. ml
danach: 19,0 °C und 45% rel. LF ergeben 16,3 g/m³ x 0,45 x 36 m³ = 264,1 g bzw.
ml
442 g Wasser wurden demnach hinaus gelüftet, das ist fast ein halber Liter.
Nach kurzer Zeit ist die Raumlufttemperatur wieder angestiegen, weil die Wände
vom Lüften nicht so schnell auskühlen können. Nach ca. einer Stunde ist die
Raumluftfeuchte aber wieder angestiegen. Wie kommt das? So viel Wasser atmen
doch die zwei gar nicht aus. Die Wand- und Deckenflächen, die als Feuchtepuffer
gewirkt haben, haben Feuchte an die nunmehr trockener Raumluft abgegeben. Aber
jetzt reicht Stoßlüften von 3-5 Minuten und alle Werte sind wieder im Grünen
Bereich.
Wie so etwas in der Messpraxis aussehen kann, sehen Sie hier:
::
Messkurve Raumluftfeuchte und Raumlufttemperatur
(2003)
:: einfache Messgeräte für den Hausgebrauch
Anhand dieses Beispiels erkennen Sie zudem, warum man im Sommer tagsüber nicht
lüften soll, sondern in den kühleren Nachtstunden. Alternativ kann man sich
halbwegs vorstellen, welche Wassermengen der Keller aufsaugt, wenn man die
Kellerfenster angekippt lässt.
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
DIMaGB, Berlin, 22.03.2008
Querverweise:
:: Bauphysik für jedermann - Teil 3: Tauwasser,
Taupunkttemperatur, Taupunkttabelle
Beispiele zum Messen in:
:: Gutachten zu Schimmel und Feuchte
::
Bauphysik
bei richtigbauen.de
::
Bauphysik
bei richtigsanieren.de
:: Fachartikel zum
Download

:: Gutachter /
Bausachverständiger für Berlin und Brandenburg
Schimmel-Gutachten, Schimmel-Beratung
nach oben
Behaglichkeit
Etwa 80 % des Tages verbringt der Mensch in Innenräumen zu
Hause, am Arbeitsplatz oder im Transitbereich.
Zu einem der Schutz- und
Nutzziele eines Hauses gehört es, dem Menschen Behaglichkeit zu bieten. Jeder
kennt das, wenn einem unbehaglich zumute ist, dafür mag es verschiedene Gründe
und Anlässe geben. Aber was bedeutet Behaglichkeit im Wohnbereich?
Gemeint ist damit die thermische Behaglichkeit, es geht also
um die Wärmeverhältnisse.
Objektive Faktoren
Die grundlegenden Faktoren, welche die Behaglichkeit
kennzeichnen, sind:
-
die Raumlufttemperatur
und deren Verteilung
-
das Verhältnis von
Raumlufttemperatur zu den Hüllflächentemperaturen
-
die Raumluftfeuchte
-
die Luftbewegung
-
die Wärmestrahlung
Das sind objektive Faktoren, also messbare Größen. Daneben
gibt es
Subjektive Faktoren:
Der Mensch empfindet und nur sein Empfindungsvermögen macht
eine Energieform erst zur Wärme. Dabei sind einerseits individuelle
Unterschiede feststellbar, andererseits sind Unterschiede in der Sensorik
verantwortlich dafür, wie die Wärme empfunden wird. Das bedeutet, auf
Wärmestrahlen wie von der Sonne reagiert der Mensch anders als auf
Konvektion.
Die Rezeptoren befinden sich in dem größten menschlichen Organ, der Haut.
Naturgegeben fühlt sich der Mensch in der Sonne am wohlsten, die
Wärmestrahlen empfindet er sogar in kalter Umgebung als höchst angenehm.
Um auch hier der Normierung genüge zu tun, werden Tests nach DIN EN ISO
7730 durchgeführt – wenn mehr als 90% die Verhältnisse akzeptieren, ist
von sehr guten thermischen Verhältnissen auszugehen.
Die hierbei verwendeten Kenngrößen heißen mittlere Raumklimabeurteilung
durch die Nutzer (PMV = predicted mean vote) und der zu erwartende
Prozentsatz der Unzufriedenen (PPD = predicted percentage of dissatisfied).
Nach dieser Norm sind 22 °C als optimal zu betrachten.
Beeinflussende Faktoren
sind:
-
die Geometrie und die
Konstruktion der Räume
-
das Heizsystem
-
das Lüftungssystem und
das Lüftungsverhalten
-
das Nutzerverhalten
Wirkungsweisen und Zusammenhänge sollen hier im Einzelnen
näher betrachtet werden. Dabei sei stets darauf verwiesen, dass nur eine
komplexe Betrachtung (ganzheitliche Betrachtungsweise) die richtigen
Schlussfolgerungen liefert. Zudem ist die Behaglichkeit die Summe aller
Werte, man spricht von der summativen Behaglichkeit.
Raumlufttemperatur
Sie ist eine wichtige Klimagröße und – in Verbindung mit der
Außenlufttemperatur – eine Ausgangsgröße für die Berechnung von
Wärmeverlusten. Es gibt empfohlene Raumlufttemperaturen, genormte
Raumlufttemperaturen und Raumlufttemperaturen, bei denen sich der Mensch
wohl fühlt.
Gemeinhin gelten
folgende empfohlene Temperaturen,
daneben stehen die Norm-Innentemperatur nach DIN 4701-2 Tab. 2:
|
Treppen & Flure |
12 - 14 °C |
10 °C |
|
Diele, Flur beheizt |
15 °C |
15 °C |
|
WC |
16 °C |
15 °C |
|
Schlafen |
16 - 18 °C |
20 °C |
|
Küche |
18 °C |
20 °C |
|
Kinder |
20 - 22 °C |
20 °C |
|
Essen & Wohnen |
20 °C |
20 °C |
|
Bad |
23 - 24 °C |
24 °C |
Die Wohlfühltemperatur muss jeder für sich selbst festlegen,
dafür gibt es keine Norm und auch keine Empfehlung.
Mietrechtliche Betrachtung:
Ist die Wohnung an eine zentrale Sammelheizung angeschlossen, ist der
Vermieter verpflichtet, mindestens während der üblichen Heizperiode vom
01.Oktober bis zum 30. April die Mietwohnungen von 6.00 Uhr morgens bis
mindestens 23.00 Uhr abends so mit Heizwärme zu versorgen, dass folgende
Temperaturen in den Räumen erreicht werden können:
Wohn-, Schlafzimmer, Küche: 20 °C
Badezimmer, Duschraum: 22 °C
Diele, Flur usw:: 15 °C
Von ca. 24.00 Uhr bis 06.00 Uhr morgens dürfen diese Werte um bis zu drei
Grad Celsius unterschritten werden. Gem. BHG und OLG Frankfurt stellt eine
Raumtemperatur von 20 Grad Celsius als Wohntemperatur die unterste Grenze
des Zumutbaren dar.
Hüllflächentemperatur
Die Hüllflächen sind die Oberflächen von Fußboden, Decke und
Wänden (Innen- und Außenwände). Beim Wärmeschutz spricht man von den
zulässigen Oberflächentemperaturen. Es sollen sowohl Unterkühlung (z.B.
Außenwand) als auch unzureichende Erwärmung (z.B. Fußbodenheizung)
vermeiden werden.
Der bekannteste Wert zur Beurteilung der Behaglichkeit ist die
Empfindungstemperatur, sie entspricht näherungsweise dem Mittelwert aus
Lufttemperatur und der mittleren Oberflächentemperatur des Raumes. Sie
wird auch Operative Temperatur genannt.
Ein wichtiger Kennwert für den Wärmeschutz von Außenbauteilen ist der
U-Wert, er ist aber eine veränderliche Größe und man muss mit Ueff
rechnen, dem effektiven U-Wert. Der relevante Faktor für die Energiebilanz
eines Außenbauteils ist die Feuchte, die sich sowohl auf das
Speicherverhalten als auch auf den U-Wert auswirkt. Neben der
Ausgleichsfeuchte spielen die Sorptionsprozesse eine wichtige Rolle.
Mittels Entfeuchtung kann man eine Verbesserung des Ueff erzielen und somit Heizkosten einsparen.
Mit einem guten Wärmeschutz kann man jedoch nicht die
Nachteile einer Konvektionsheizung kompensieren und unter Aspekten der
Wirtschaftlichkeit sollte man bedenken, dass eine Strahlungsheizung mehr
Einsparung bewirken kann als konventionelle Wärmeschutz-Maßnahmen.
Raumluftfeuchte
Sie wird angegeben in % und kennzeichnet den Wert, wie stark
die Raumluft zur aktuellen Temperatur mit Wasser in Dampfform gesättigt
ist, mehr als 100% geht nicht und warme Luft nimmt mehr Wasser auf als
kalte. Die ideale rel. Raumluftfeuchte beträgt 45…55 %. Auf zu trockene
Luft reagiert die Haut ebenso wie auf zu feuchte, das Wärmeempfinden wird
beeinflusst. Eine erhöhte Raumluftfeuchte bedeutet aber auch einen
erhöhten Heizenergiebedarf, denn feuchter Rumluft ist mehr Energie
zuzuführen, um die gewünschte Temperatur zu erreichen bzw. zu halten. Eine
zu hohe Raumluftfeuchte wirkt sich unbehaglich aus, weil Tropenklima nicht
dem natürlichen Lebensumfeld hierzulande entspricht: man fühlt sich unwohl
und das Atmen fällt schwerer. Diese Erscheinungen kennen viele von der
Sauna. Ab dauerhaft 70% muss man mit der Entstehung von Schimmelpilzen
rechnen.
Luftbewegung
Zugluft wird als unangenehm empfunden, man fröstelt auch wenn
es nicht richtig kalt ist. Im Nacken und an den Fußgelenken ist der Mensch
am empfindlichsten. In einem Aufenthaltsraum mit 22 °C soll die
Zugluftgeschwindigkeit den Wert von 0,2 m/s nicht überschreiten. Dies
entspricht dem Beaufortgrad 0 mit der Bezeichnung still. Die
Windgeschwindigkeit in 10 Meter Höhe über Grund beträgt 0-0,2 m/s bzw. <1
km/h. Die Auswirkungen des Windes im Binnenland sind hierbei durch
Windstille gekennzeichnet, Rauch steigt senkrecht empor, die See ist
spiegelglatt. Windstärke 1 (leichter Zug) weist bereits 0,3 - 1,5 m/s auf.
Wind ist ab Windstärke 2 (leichte Brise, 1,6-3,3 m/s) am Gesicht fühlbar.
Die Strahlung
Wärmestrahlung ist nicht an ein Medium gebunden, deshalb
können auch Objekte im luftleeren Raum erwärmt werden. Alle Gegenstände
werden gleichmäßig angestrahlt und erwärmt. Wärmestrahlung ist
elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich 1 cm - 1 nm bzw. die
infrarote Strahlung (IR) im Bereich 1 mm - 750 nm. Der Mensch strahlt im
Durchschnitt 80 W ab. Es genügen bereits ganz normale
Einfach-Fensterscheiben (3 mm Float) zum Reflektieren der Strahlung zurück
ins Rauminnere (so funktionieren auch Gewächshäuser im Winter).
Die Symmetrie
Symmetrie bedeutet Gleichmäßigkeit. Eine ungleichmäßige
Wärmeverteilung bedeutet Asymmetrie. Ein Kennwert ist der vertikale
Lufttemperaturverlauf im Raum. Jeder kennt das: fußkalte Böden und warme
Luft in Kopfhöhe – ein unbehaglicher Zustand. Eine wichtige
Gesetzmäßigkeit der Konvektion besteht im Aufsteigen der warmen und
Absinken der kalten Luft.
Darüber hinaus kennt man den Begriff der Strahlungsasymmetrie, auch als
Strahlungszug bezeichnet. An kalten Flächen empfindet man eine
Kältestrahlung, obwohl es dies rein physikalisch gesehen nicht gibt.
Strahlen kann immer nur mit Wärme verbunden sein, wobei alle Körper
abstrahlen, auch wenn sie unterschiedlich warm sind. Der Wert der
Nettostrahlung entscheidet darüber, ob man eine Fläche als „kalt“
empfindet. Dazu genügen bereits einige °C weniger.
Die kalten Außenbauteile können aber auch so genannte Fallströmungen
verursachen, auch als Kälteschleier bekannt. Dies ist wiederum eine
konvektive Erscheinung.
Geometrie und Konstruktion
Dazu gehören die Raumabmessungen (Breite, Tiefe, Höhe), die
Aufbauten von Fußboden, Decke, Wänden und Fenstern. Die Bauweise – massiv
gebaut ist einem Leichtbau vorzuziehen – beeinflusst die
Oberflächentemperaturen, den sommerlichen Wärmeschutz, das
Speichervermögen, das Sorptionsverhalten und andere relevante Kennwerte.
Bei den Außenwänden spielen solare Erträge eine Rolle, bei den
Geschossdecken (bzw. der Sohle, bei nicht unterkellerten Gebäuden) muss
eine ausreichende Wärmedämmung vorhanden sein. Die Beschaffenheit der
Wandoberflächen spielt eine Rolle für die Pufferung von Feuchtespitzen (Adsoprtion)
sowie für den Wärmeübergang und die Emission. Hinsichtlich der Fenster
sind deren Flächenanteil sowie die Fugenbeiwerte interessant.
Das Heizsystem
Grundlegend ist zwischen 2 Systemen zu unterscheiden: der
Konvektions- und der Strahlungsheizung. Am weitesten verbreitet ist die
Konvektionsheizung, jeder kennt Radiatoren und Plattenheizkörper.
Konvektion ist eine Form des Wärmetransportes, die an Luft gebunden ist
und mittels Wärmeabgabe und stofflicher Vermischung funktioniert. Das
Prinzip ist leicht zu verstehen: die Raumluft erwärmt sich am Heizkörper,
steigt auf, bewegt sich an der Decke entlang, vermischt sich mit der
anderen Raumluft, kühlt dabei ab, fällt wieder herunter und strömt wieder
in Richtung Heizkörper. Daraus resultieren: ungleichmäßige
Temperaturverteilungen, Luftbewegung, Transport von Staub. Für
Konvektionsheizkörper gilt grundsätzlich, dass sie an die Außenwand unter
das Fenster gehören. Dadurch soll Strahlungsasymmetrien und Fallströmen
vorgebeugt werden.
Nachdem die Normung zu kleinstmöglichen Heizkörpern geführt hatte,
bemerkte man, dass die Behaglichkeit neben der Absicherung des
Heizwärmebedarfs nicht ganz zu vernachlässigen ist. Die Richtlinie VDI
6030 - Auslegung von freien Raumheizflächen „behandelt die Auslegung von
freien Raumheizflächen für Warmwasserheizungen in Wohn- und Bürohäusern
sowie in allen anderen Gebäuden, in denen Aufenthaltsräume ähnlich genutzt
werden. Sie formuliert ein Anforderungsprofil für Komfort und sparsamen
Energieeinsatz und geht damit weit über den Grundanspruch hinaus, nur die
Normheizlast zu decken.“ (VDI). Mit anderen Worten: die Heizkörper nicht
mit minimalen Abmessungen, sondern so breit wie das Fenster.
Die Strahlungsheizung gibt Wärmestrahlung und Infrarote Strahlung ab. Da
der Wärmetransport mittels Strahlung an kein Medium gebunden ist und weil
eine hohe Gleichmäßigkeit erreicht wird, genügen – im Vergleich zur
Konvektionsheizung - weniger hohe Raumtemperaturen zur Erzielung der
Behaglichkeit. Mit einer Absenkung um 1 °C sind Energieeinsparungen um die
6% möglich. Die auf den Raumoberflächen auftreffende Strahlung wird
absorbiert, aber auch remittiert. Bei der Platzierung der Strahlflächen
können gestalterische Belange vorgezogen werden. Strahlungsheizungen sind:
Flächenheizungen (z.B. Fußbodenheizung), Heizleistenheizungen,
Marmorheizungen, Temperierungsheizungen.
Das Lüftungssystem
Der schon allein aus hygienischen gründen erforderliche
Mindestluftwechsel ist mit dem 0,5-fachen Raumvolumen pro Stunde
festgelegt. Das bedeutet, in 2 Stunden wird die gesamte Raumluft einmal
ausgewechselt. Es gab Zeiten, da sorgte der Fugenanteil der Fenster nach
DIN 18055 für eine Permanentlüftung, heutzutage sorgen Werbung und
Wettbewerb für hermetisch dichte Fenster.
Das einfachste Lüftungssystem ist die natürliche Lüftung, man erzielt
durch das Öffnen von Fenstern einen Luftaustausch. Dadurch wird
Raumfeuchte weggelüftet und frische Luft mit einem geringeren
Kohlendioxidgehalt wird herein gelassen. Die dabei weg gelüftete
Wärmemenge ist relativ klein, wenn ausreichend vorhandene Speichermassen
die Heizenergie speichern – sie kühlen beim häufigen kurzzeitigen Lüften
nicht aus.
Mechanische Lüftungssysteme sorgen für einen Luftzug, was der
Behaglichkeit abträglich ist. Dabei spielt es zudem eine Rolle, ob die
Luft vorgewärmt eingeblasen wird. Die Raumgeometrie beeinflusst die
strömungstechnischen Verhältnisse.
Das Nutzerverhalten
Grundsätzlich sei es dem Bewohner zugestanden, nach seiner
Facon zu leben. Es sollen die Gebäude den Bedürfnissen des Menschen
angepasst werden – nicht der Mensch hat sich den modernen Gebäuden
anzupassen. Übertriebene Sparsamkeit ist genauso fehl am Platz wie
unvernünftige Verhaltensmuster, zu denen gehören: Dauerlüftung durch
Kippstellung, periodisches Heizen, kurz bekleidet in der überheizten
Wohnung aufhalten.
Es gibt aber auch Umstände, die objektiv nicht in das theoretische Schema
passen. Z.B. ist regelmäßige Stoßlüftung undenkbar, wenn die Bewohner
einer Wohnung 10 Stunden abwesend sind, weil sie arbeiten gehen. Bei allen
Konzepten sollte man als Eigentümer, Vermieter oder Planer auch diese
Variante in Betracht ziehen.
Zusammenfassung:
Behaglichkeitsfaktoren, die durch TS® positiv
beeinflusst werden
-
die Raumlufttemperatur
und deren Verteilung
-
das Verhältnis von
Raumlufttemperatur zu den Hüllflächentemperaturen
-
die Raumluftfeuchte
-
die Wärmestrahlung
-
die Symmetrie
Querverweise:
- Das 3-Säulen-Modell des richtigen Bauens
- Bauphysikalische Informationen im Service-Teil
- Die für die Energiebilanz der Außenwand relevanten Faktoren
22.09.2004
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Wohlfühltemperatur für Innenräume
Wie das Wetter draußen, so hat auch das Klima in Innenräumen einen
großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Das Innenraumklima
wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Neben der Luftfeuchte und
-geschwindigkeit entscheidet vor allem die Oberflächentemperatur der
Umschließungsflächen wie Wände, Decken und Fenster, ob man sich in einem Raum
behaglich fühlt. Denn auch in einem warmen Raum empfindet man beispielsweise vor
einer kalten Fensterfläche einen unangenehmen „Zug“. Nach Angaben der ASUE
Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V.
empfiehlt das Umweltbundesamt für die verschiedenen Wohnbereiche
unterschiedliche Raumtemperaturen:
· Wohnzimmer und Bad maximal 23 °C
· Schlafzimmer und Küche höchstens 20 °C
· Flur und WC etwa 18 °C.

Diese Empfehlungen werden sowohl dem Anspruch an Behaglichkeit als auch
wirtschaftlichen Gesichtspunkten gerecht. Dabei wurde unter anderem
berücksichtigt, dass ein Mensch selbst im Ruhezustand rund 80 Watt an Wärme
abgibt und somit die Raumluft zusätzlich erwärmt. Zu hohe Raumtemperaturen sind
keinesfalls zu empfehlen. Zum einen steigern sie das Risiko für
Erkältungskrankheiten, zum anderen belasten sie die Haushaltskasse, denn jedes
Grad weniger spart etwa sechs Prozent an Heizkosten. Weitere Einsparungen sind
möglich, wenn man über Nacht die Raumtemperatur absenkt. Mehr als fünf Grad
Absenkung sollten es aber nicht sein, da sonst die Gefahr der Kondensatbildung
an den Wänden und damit der Schimmelpilzbildung besteht.
ASUE
07.04.2006
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Feuchtequellen im Wohnbereich
Wo kommt die Feuchte her? Wer diese Frage beantworten kann, ist in der Lage, die
Ursachen abzustellen bzw. deren Wirkung zu mildern. Eine gesunde Bausubstanz sei
vorausgesetzt, dazu gehört ein dichtes Dach, abgedichtete Wände ohne
aufsteigende Feuchte im Keller oder im Sockel, intakte Rohrleitungen.
Verdunstung aus Stoffen und Gegenständen
| Zimmerblumen |
5-10 g/h |
1 |
| Topfpflanzen |
7-15 g/h |
1 |
| Topfpflanzen |
10-20 g/h |
3 |
| Gummibaum, mittelgroß |
10-20 g/h |
1 |
| Mensch, leichte Tätigkeiten |
30-40 g/h |
1 |
| Mensch, leichte Tätigkeiten |
40 g/h |
2 |
| Mensch, schlafend |
40 g/h |
3 |
| Mensch, körperlich arbeitend |
150 g/h |
3 |
| Mensch, je nach Aktivität |
30 - 300 g/h |
4 |
| Mensch, je nach Aktivität |
20 - 300 g/h |
5 |
| 4,5 kg Wäsche zum Trocknen, geschleudert |
50-200 g/h |
1 |
| 4,5 kg Wäsche zum Trocknen, tropfnass |
100-500 g/h |
1 |
| Wäschetrocknen |
bis 1.250 g/d |
7 |
| Freie Wasserfläche (Badewanne, Aquarium) |
40 g/hm² |
1 |
| Vollbad, Dusche |
1.000-1.500 g |
3 |
| Duschbad |
500 - 1.000 g |
6 |
| Duschen |
650 - 800 g |
7 |
| Kochen, Backen |
600 - 1.500 g/d |
4 |
| Küche: Kochen + Reinigung feucht |
800 - 3.000 g/d |
7 |
| Waschmaschine, Trockner |
bis 150 g |
7 |
| Kleidung |
200 - 700 g/d |
7 |
Tabelle 1: Feuchtigkeitsabgabe an die Raumluft durch Verdunstung
Quellen:
1) "Richtiges Lüften beim Heizen", Das Bundesbauministerium informiert,
Bonn, 7/1994
2) VDI 2078
3) energiesparhaus.at
4) Prof. (FH) Dr. Dipl.-Ing. Johann Geyer, Pirching (A)
5) K.W. Liersch, Hygienischer Wärmeschutz, BTU Cottbus
6) bauwissen-online.de
7) Sachverständigenbüro Dipl. Ing. Frank Rostock, Vetschau
"In einem Dreipersonenhaushalt werden durch die Wasserdampfabgabe der Personen
(30 bis 100 g/h je Person) durch Duschen, Waschen, Wäschetrocknen, Kochen sowie
durch Pflanzen, Aquarien und andere Feuchtequellen täglich etwa 6 bis 14 kg
Wasser freigesetzt. Um 10 kg Wasser aus Innenräumen abzuführen, müssen ca. 3.000
kg Luft bewegt werden. Dieses bedeutet, dass der Luftinhalt der Innenräume im
Mittel etwa 7 mal täglich ausgetauscht werden muss, um die unerwünschte
Feuchtigkeit abzutransportieren. Zum Vergleich: Bei geschlossenen Fenstern und
Türen hat man Luftaustauschraten zwischen ca. 0,2 - 2 pro Stunde (je nach
Fenstertyp und Bausituation), bei weit geöffneten Fenstern steigt die
Luftaustauschrate auf 10 - 20 pro Stunde an."
aus: Ratgeber "Hilfe! Schimmel im Haus. Ursachen - Wirkungen - Abhilfe", Hrsg.
Umweltbundesamt, Berlin, 2004

Quelle: Heinz, E. (2000): Kontrollierte Wohnungslüftung,
Verlag Bauwesen,
Berlin: S. 23
Diese Werte sind Durchschnittswerte, z.T. wurde geschätzt.
Aber, vielleicht genügen ja diese Überschlagswerte und wahrscheinlich lassen
sich verlässlichere nicht finden. Eine genauere Betrachtung der Datensammlung
scheint zudem die Vermutung nahe zu legen, dass auch hier die Sitte
verbreitet zu sein scheint, dass der eine vom anderen abschreibt. Manchmal
bleibt dabei die Nennung der Quelle(n) auf der Strecke.
24.03.2008
DIMaGB
siehe auch:
:: Das Ausatmen des Menschen
Wasser in der Atemluft
Das sollten Sie sich unbedingt ansehen:
Bauphysik für jedermann - Teil 3
Tauwasser, Taupunkttemperatur, Taupunkttabelle
Kondensationspunkt, Kondensat, Luftfeuchte
... hier
Bauphysik für jedermann - Teil 4
Der Schrank und die Bauphysik
(Luftfeuchte, Taupunkt, Kondensat, Schimmel, Lösungen)
... hier
nach oben
weiterführend: Gutachten zu Schimmel
| Lösungen gegen Schimmel
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