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Krachende Schwarten? Ein kritischer Blick
auf Mörtel, Putz und Anstriche am Baudenkmal
DGfH-Merkblatt Vermeidung von Schimmelpilzbefall
an Anstrichflächen außen
Schimmel in feuchten Bauteilen
Dem Schimmel auf der Spur
Optimaler Schutz vor Schimmelpilz & Co.

weiterführend: Gutachten zu Schimmel | Lösungen gegen Schimmel
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Krachende Schwarten? Ein kritischer Blick
auf Mörtel, Putz und Anstriche am Baudenkmal


Für das Erhalten und Erneuern von Mörtel, Putz und Anstrich am Baudenkmal gelten immer noch die alten Handwerksregeln. Viele Sanierungsschäden belegen das. Die Gebrauchstauglichkeit der für den Stuckateur, Putzer und Maler optimierten modernen Fassadenprodukte muss sich an den traditionellen Baustoffen und Rezepten messen lassen. Es kommt dabei nicht nur auf Handwerkskunst, sondern natürlich auch auf die Bestandsverträglichkeit an.

Betrachten wir die in „neuem Glanz“ erstrahlenden, sanierten Fassaden einige Zeit nach ihrer feierlichen Enthüllung, gibt es hin und wieder Überraschungen: Das Mauerwerk bröckelt, Fugen und Putz stehen hohl und rissdurchfurcht, der erst so strahlende Anstrich pellt sich ab wie eine schrumpelige Orangenhaut, ist außen dreckgrün bewachsen, darunter feinstes Mehlkorn. Nanu! Waren nicht ausgesuchte Experten: Mineralogen, Bauchemiker und -physiker, Firmenberater, altbauerfahrene Baubetriebe und Planer, sogar ein Projektsteuerer vorsorglich gutachterlich und baubetreuend eingeschaltet worden – und nun das?
wpe2.jpg (27170 bytes) Mit Luftkalkmörtel und Kalktünche
instand gesetzte Fassade
eines Fachwerkhauses
Foto: Konrad Fischer

Mauerwerk

Vielerlei Kräfte beeinflussen nun einmal die Funktion und Lebensdauer der Fassade: Feuchtebelastung aus Regen und Kondensat, Temperaturänderungen von außen und innen, UV-Strahlen, Eigen- und Nutzlasten mit Druck- und Zugkräften beeinträchtigen ihren Konstruktionsverbund. Gerade am Baudenkmal, das seine Bauqualität oft über Jahrhunderte erwiesen hat, können wir lernen,  worauf es dabei ankommt.

Die alten Baumeister errichteten dauerstabile, trocknungsfähige Fassaden. Sie sollten Kräfte aus der Nutzung und
Wetterbelastung möglichst gutmütig aufnehmen und letztlich in den Baugrund einleiten. Dafür verwendeten sie feste Steine mit geringer Wasserrückhaltung und hohem Austrocknungsvermögen, kombinierten Baustoffe mit eng beieinanderliegender Temperaturdehnung und fügten die Bauteile so zusammen, dass sie den einwirkenden Kräften möglichst lange widerstehen konnten.

So entstand hohe Verbundelastizität mit kapillaraktiv trocknungsförderndem Gefüge aus feinporigen Mauersteinen – vorwiegend Naturund Backstein, oft mit grober Füllung als Schalenmauerwerk. Gemauert und verfugt wurde mit grobporigem Kalkmörtel, dessen Körnung, Porendurchmesser und Festigkeit nach außen abnahm. Das hielt Regenwasser außen, beförderte aber dennoch eingedrungene Nässe schnell heraus, erzielte elastischen Haftverbund bei wechselnden Lastfällen und verkraftete auch die zur Oberfläche ansteigende Temperatur- Belastung.

Die historische Architekturgliederung mit vorkragenden Elementen vom Traufgesims bis zum Sockel sah nicht nur gefällig aus, sondern schützte die Gesamtfassade gegen Wind und Wetter. Die Architekturmode ordnete sich den konstruktiven Erfordernissen unter.

Mörtel für Fugen und Putz

Der Mörtel als wichtiger Bestandteil der Gebäudehaut hat viele Funktionen: schadlose Aufnahme und Verteilung der angreifenden konstruktiven und thermischen Lasten, Abdichten gegen eindringendes Wasser und schnelles Entfeuchten eingedrungenen Wassers. Dafür muss er gleichzeitig fest und elastisch, gleichzeitig wasser- transportierend und wasserabweisend sein.

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Rissabdichtung der Zement-
fugenrisse eines Bruch-
steinmauerwerks mit
Luftkalkschlämme –
Kalksteinfassade
flächig im Steinton, die
Granitsteinfassade
fugensichtig

Foto: Konrad Fischer

Wie lösten das die alten Baumeister? Mit Luftkalkmörtel! Er wird ausreichend fest, um die Lasten vom windumtosten Bergfried bis zum himmelragenden Dom durch die Jahrhunderte zu tragen. Dabei verarbeitet er allfällige Bewegung recht kommod und schließt in einem Selbstheilungsprozess sogar entstandene Risse durch Nachversinterung seiner freien Kalkbestandteile unter Nutzung des dort kapillar eindringenden Wassers. Auf schwierigen Altuntergründen bieten Rohrmattenkalkputze eine bewährte und substanzerhaltende Lösung – innen wie außen.

Doch Vorsicht vor zu harten Rezepten mit Hydraulbindern! Dazu im Gegensatz stehen die maschinengängig feinkörnigen, gar kunstharzverschnittenen Zementmörtel: Sie sind meist zu fest, ihre Wärmedehnung ist gegenüber den Mauersteinen oft wesentlich höher, ihre Kornfeinheit begünstigt die Schwundrissbildung im Frischmörtel, aufgenommenes Wasser halten sie lang zurück.

Deswegen reißen solche Fugmörtel an den Fugenflanken ab, stehen alsbald hohl und wirken dann als kapillaraktive Feuchtefallen. Die Entfeuchtung belastet dann den Stein, der dabei durch Frostangriff und Salzeinwanderung aus dem alkalienreichen Trass- beziehungsweise Zementmörtel seine Oberflächenfestigkeit verliert und verwittert.

Historische Zementfugen gehören aber zum Denkmalbestand. Sie können mit Luftkalktechnik technisch und wirtschaftlich sinnvoll instandgesetzt werden. Fehlstellen und Risse können damit harmlos geschlossen werden, was den zukünftigen Wasserangriff entscheidend begrenzt.

Bei Putzflächen neigt so mancher schnellabbindende, hochfeste und wasserabweisend rezeptierte Nachkriegsmörtel ebenfalls zu Rissnetzbildung, Krusten, Hohlschollen, Versalzung und Frostzermehlung des Untergrunds. Bei gipshaltigem Bestand (nicht untypisch am Baudenkmal) krönt der Zement seinen Substanzangriff dann durch Ettringittreiben.

Die alten Baumeister dagegen konstruierten nach der mittelalterlichen Epoche der Einlagenputze eine trocknungsaktive Mörtel-Kapillarpumpe: das abbindungsfördernde und schwundrissvermeidende Prinzip der Mehrlagigkeit kombinierten sie mit nach außen abnehmenden und dadurch feuchtetransportierenden Mörtelporen.

Dazu brauchte nur der Korndurchmesser des Zuschlags für jede neue Lage etwas verringert werden. Sobald andererseits die äußeren Feinporen im Regen bewässert waren, stoppte der Kapillartransport nach innen – es gibt kapillaren Wassertransport nur von Grob- nach Feinporen, nie umgekehrt. Kalkgebundener Putz und Fugmörtel nimmt Wasser zwar etwas auf, er trocknet aber schnell wieder. Das puffert innen überhöhte Raumluftfeuchte und vermindert außen die Feuchtelast auf Problembereichen wie Gefach-Balken-Fugen im Fachwerkbau oder sonstige nässegefährdete Fassadenbereiche.

Wasserabweisend hochgerüstete Fassadenbaustoffe verkehren das ins Gegenteil. Die schwarzgrün veralgten Schimmelflächen sind bekannt. Ein unter der Hydrophobie schwer trocknender und kaum karbonatisierender Kalkputz wird nicht lange an der Wand bleiben. Hydrophobie heißt nämlich auch Wasserabdichtung nach innen. Wohin dann mit dem unvermeidlichen Porenwasser, wenn der Frost naht?

Und der Anstrich?

Historische Bauten waren ursprünglich meist farbig gefasst. Die dafür üblichen Kalktünchen verstärkten die Kapillartrocknung an der Fassadenoberfläche und hielten sie durch ihren natürlichen Abkreidungseffekt lange ansehnlich. Die Denkmaltümelei der romantischen Architekten hat dies nie wissen wollen und mit Salzsäure und anderen Putzmittelchen das bunte Kleid der historischen Fassaden auf „natur“ gereinigt.

Heute staunen wir, wie derart malträtierte Oberflächen in kurzer Zeit zerbröckeln und verdächtigen unsere Industrieabgase – nie war die Luft sauberer als heute! Holz- und Kohlebrand, Brandrodung und Stadtbrände konnte eine Kalktünche recht gut ertragen – die vaterländische Denkmalhysterie und so manchen schlauen Restaurator schon weniger.

Getoppt wurde dann die Natursichtigkeit mit wasserabweisenden und festigenden Chemietunken auf pottaschenabsondernder Wasserglasbasis beziehungsweise reich versetzt mit synthetischen Polymerdichtstoffen. Das vernichtet die Trocknungsfähigkeit der Fassade, liefert Schadsalzfrachten frei Haus oder löst im dauerfeuchten Milieu hinter der Kunstharzschwarte Alkalien aus den Mörteln. Kondensat kann zwar dank dampfdurchlässiger Beschichtung rein, kondensierte Flüssigkeit jedoch nicht mehr hinaus. Das Rissnetz der gealterten Synthetikschicht nimmt obendrein viel Regenwasser auf. So verkrusten die plötzlich hyperempfindlichen Oberflächen und schälen sich vom entfestigten Untergrund ab.

Mit traditionellen Kalktünchen und handwerksgerechter Pflege stünden unsere geplagten Baudenkmale heute besser da, als nach all den modernen „Denkmalschutz- Wohltaten“. Hier muss der brave Handwerker wieder ansetzen, wenn er das Denkmal pflegen will: Mauern nach alter Väter Sitte mit gutem Stein und Luftkalkmörtel, Putz, Stuck und Anstrich in unverfälschter Kalktechnik.

wpe5.jpg (6642 bytes) wpe6.jpg (12880 bytes)
wpe8.jpg (4566 bytes) Foto links oben:
Putzgrund unter abgeplatztem Sanierputz

Foto rechts oben:
Mit Luftkalkmörtel gelingen Beiputzarbeiten rissefrei

Foto links unten:
Überfeste und -dichte Wasserglasfarbe löst sich
vom Kalkputz einer barocken Klosterfassade

Fotos: Konrad Fischer

Was ist zu tun?

Zunächst einmal sollte ein Denkmalbauherr die Fassade seines Hauses einrüsten lassen, um die wesentlichen Schäden aus der Nähe kennen zu ernen. Dann müssen die Reparaturalternativen mit einem kompetenten Handwerker in Kleinflächen getestet werden. Diese muss man auch überwintern lassen und so Spreu vom Weizen trennen. Alles vorzugsweise in handwerklich traditioneller Reparaturtechnik, wobei die substanzschonende Abnahme bauchemischer Beschichtungen hin und wieder Chemikalien wie Entlacker und Dispersionsabbeizer erfordert.

Wenn klar ist, wie es geht, muss alles kalkuliert, das Baubudget abgesichert und öffentlich detailliert ausgeschrieben werden. Wichtig: Nur Bieter mit den geforderten handwerklich traditionellen Techniken in der Referenzliste des namentlich zu benennenden Vorarbeiters zum Wettbewerb zulassen! Das sichert die zumindest an Baudenkmalfassaden notwendige Qualität und eine kostensichere Baudurchführung zu fairem Preis. Die vielgeliebte beschränkte Ausschreibung oder gar freie Vergabe am Baudenkmal wird zwar gerne als Notnagel für dürftigste Null-Mindestsatz-Planung missbraucht, sie garantiert aber keine Qualität. Das kann nur die exakte, firmenunabhängige unbeschränkte Ausschreibung, die ihren Schwerpunkt auf VOB-getreue Leistungsbeschreibung und verschärften Eignungsnachweis der Bieter legt.

Was aber nicht vergessen werden darf: Jede Technik hat ihre Grenzen. Der Vorteil der Kalktechnik besteht aber darin, im Versagensfall erst mal sich selbst, nicht den Bestand zu opfern. Und das ist schon was – wenigstens am Baudenkmal.

Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt
Hochstadt a. Main

erschienen in:
B a u h a n d w e r k 3/2003 S. 49 ff.
FACHTHEMEN, Anstrich und Putz

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DGfH-Merkblatt Vermeidung von Schimmelpilzbefall
an Anstrichflächen außen


Inhalt:
1. Einführung
2. Ursachen des Befalls mit Schimmel
3. Vorbeugende Maßnahmen
4. Abhilfe

1. Einführung

Schimmelpilze sind eine große Gruppe von Pilzen, die hauptsächlich der Klasse der Ascomycetes und der Sammelgruppe der Fungi imperfecti angehören. Die Sporen der Schimmelpilze sind in jahreszeitlich bedingten, unterschiedlich hohen Konzentrationen überall in der Luft anzutreffen.

Sofern die Sporen auf ein Substrat fallen, das ihnen ausreichende Feuchtigkeits- und Nahrungsbedingungen bietet, keimen sie aus. Aus einer Spore heraus wächst zunächst jeweils ein einzelner Zellfaden (die Hyphe) der sich verzweigt, unter Umständen mit Zellfäden aus anderen Sporen zusammenwächst und so einen so genannten Pilzrasen (das Myzel) bildet, der je nach der Pilzart ganz unterschiedlich gefärbt sein kann.

Vor Allem aber gibt die Farbe der neuen Sporen, die auf dem Pilzrasen ausgebildet werden, diesem eine charakteristische, häufig artspezifische Färbung. Am häufigsten treten grüne und graublaue bis schwärzliche Töne auf, es sind aber alle Farben möglich. Nicht immer rühren die Verfärbungen auf den Materialien von den Hyphen oder Sporen der Schimmelpilze her. Sie können auch auf Stoffwechselprodukte der Pilze zurückzuführen sein, die mit Bestandteilen der Materialien reagieren.

Alle organischen und fast alle organischchemischen Substanzen können den Schimmelpilzen als Nahrungsgrundlage dienen, also z. B. Holz, Papier, Leime, Lacke, Binderfarben, Kunststoffe. Nicht immer ist es das Material selbst, auf das die Sporen gefallen sind, das die Nahrungsgrundlage für die Pilze bildet. Häufig sind es geringste Schmutzablagerungen mit organischen Bestandteilen (Staub, Fette, Öle usw.), die die Pilzentwicklung ermöglichen.

Schimmelpilze sind stets ein Indikator für eine erhöhte Feuchte auf den Oberflächen bzw. innerhalb der Bauteile. Schimmelpilze, die direkt am (unbehandelten) Holz auftreten verwenden für ihr Wachstum nur die Holzinhaltsstoffe wie Zucker, Fette und Wachse, nicht aber die Holzsubstanz. Bei Holzwerkstoffen können auch Bindemittel und Füllstoffe als Nahrungsquelle für die Pilze dienen.

Die Schimmelpilze bewirken selbst keine Festigkeitsverluste am Holz. Sie sind also keine holzzerstörenden Pilze. Daher sind zahlreiche, als Holzschutzmittel klassifizierte Anstrichsysteme und Imprägnierlösungen nicht gegen Schimmelpilze wirksam und umgekehrt schimmelpilzwidrig ausgerüstete Anstriche nicht als Holzschutzmittel im Sinne der DIN 68800 (nämlich als vorbeugend gegen holzzerstörende Pilze wirksam) verwendbar.

An der unbehandelten Holzoberfläche sind die Holzinhaltsstoffe in den angeschnittenen Zellen für die Schimmelpilze frei zugänglich. Da die verschiedenen Baumarten aber unterschiedliche Mengen und Arten von Inhaltsstoffen ausbilden, werden die verschiedenen Holzarten auch unterschiedlich stark von Schimmelpilzen besiedelt.

Schimmelpilze, zu denen hier auch die Bläuepilze gerechnet werden, können auf das Holz aufgebrachte Anstrichstoffe schädigen und so deren Wirkung aufheben, d. h. ihre Sperrwirkung gegen tropfbares Wasser beeinträchtigen. Bläuepilze schaffen das, indem sie Hölzer über unbeschichtete Stellen besiedeln und dann Lackschichten von unten her rein mechanisch aufbrechen. Schimmelpilze können DGfH-Merkblatt Vermeidung von Schimmelpilzbefall den Beschichtungsfilm selbst abbauen und so Einfallspforten für die Feuchtigkeit schaffen.

2. Ursachen des Befalls durch Schimmelpilze

Wesentliche Voraussetzung für das Auskeimen der Sporen und die weitere Entwicklung aller Pilze, also auch der Schimmelpilze, ist eine je nach der Gruppe der Pilze erforderliche Mindestfeuchte an den Bauteiloberflächen und / oder im Inneren der Bauteile. Diese Mindestfeuchte muss über einen ausreichend langen Zeitraum oder aber in kurzen, mehr oder weniger regelmäßig wiederkehrenden Intervallen gegeben sein (z.B. durch ein Abspritzen mit Wasser).

In diesem Merkblatt nicht behandelt werden die Ursachen von Schimmelpilzbefall in Innenräumen, z.B. auf tapezierten oder geputzten Flächen. Dieser hat in aller Regel bauphysikalische Gründe, d.h. lokale Feuchteanreicherungen, über deren Ursachen und Vermeidung bereits zahlreiche Veröffentlichungen vorliegen.

Folgende Ursachen kommen für den in den letzten Jahren zunehmend auftretenden Befall von außenliegenden Holzoberflächen in Betracht:

  • Gestiegene Feuchteeinwirkung

Auf Grund ungünstiger geometrischer Verhältnisse (die beispielsweise wegen eines ungünstigen Wärmestromes zu relativ kälteren Außenecken führen), ungenügender Belüftung oder einer starken Verschattung der Bauteile.

Ein eigenes Problem stellt das gelegentlich auftretende Schimmelwachstum an außenliegenden Dachüberständen dar. Hierzu laufen derzeit Forschungsmaßnahmen, um gezielt vorbeugende bzw. Abhilfemaßnahmen zu entwickeln.

Ein Teil der Probleme resultiert aber sicherlich aus lokal erhöhten Luftfeuchten bis hin zu tropfbarem Wasser durch Taupunktunterschreitung, bedingt durch fehlende Dämmung der außenliegenden Dachunterseiten gegenüber der Dachdeckung. Auch die Wahl der Holzart bzw. die Herkunft des Holzes kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen.

  • Weitgehende Reduzierung schimmelpilzwidriger Bestandteile in Anstrichstoffen und Beschichtungen

Dem steigenden Wunsch der Konsumenten folgend, sind eine Vielzahl von Anstrichprodukten in ihrer Rezeptur zu Produkten mit dem „Blauen Engel“ verändert worden, was per Definition notwendiger Weise auch zu einer Reduzierung der Konzentrationen oder dem gänzlichen Weglassen schimmelpilzwidriger Konservierungsstoffe geführt hat.

  • Unterschiedlich geeignete Holzwerkstoffe

Bei Holzwerkstoffen aus Schälfurnieren wird oft durch die beim Schälvorgang stets entstandenen, kaum sichtbaren Schälrisse eine erhöhte Feuchteansammlung auf der Oberfläche begünstigt. Auch führen Leime mit erhöhten Alkalisalzanteilen zu höheren Ausgleichsfeuchten der so verleimten Holzwerkstoffe. Hinzu kommt, dass manche Holzarten (z.B. Seekiefer, Birke) auf Grund ihres höheren natürlichen Stärke- bzw. Zuckergehaltes für Schimmelpilze ein besseres Nährstoffangebot bieten als andere Holzarten.

Daher bedeutet eine wetterbeständige Verleimung nicht, dass solche Holzwerkstoffe bedenkenlos im Außenbereich eingesetzt werden können. Dies erklärt, warum einige Hersteller ihre Sperrhölzer nicht für eine Verwendung im bewitterten Außenbereich freigeben.

Weichfaserdämmplatten, die nicht herstellerseitig bereits beschichtet und für den Einsatzzweck empfohlen sind, sind auf Grund der
Verleimungsart nicht für den Einsatz im direkt bewitterten Außenbereich zu empfehlen. Diese Einschränkung bezieht sich ausdrücklich nicht auf Weichfaserdämmplatten zur Wärmedämmung in hinterlüfteten Konstruktionen, wo sie nicht direkt bewittert werden!

  • Ungeeignete Oberflächenbeschichtung

Geeignete Anstrichstoffe für bewitterte Bauteile aus Holz- oder Holzwerkstoffen müssen neben weiteren Anforderungen z.B. an die Alterungsbeständigkeit und Haftfestigkeit auch einen ausreichenden Feuchteschutz für den Untergrund aufweisen. I. d. R. sind daher Produkte einzusetzen, deren Feuchteschutz nach EN 927 als geeignet für maßhaltige Bauteile (stable) bzw. bedingt maßhaltige Bauteile (semi stable) eingestuft wird. Die vom Hersteller vorgegebenen Schichtdicken sind einzuhalten, hierzu sind insbesondere Kanten, Fasen und Ecken zu runden.

3. Vorbeugende Maßnahmen

Wenn ein Schutz gegen Schimmelpilzbefall gewünscht ist, sind Anstrichprodukte und -systeme zu verwenden, für die der Hersteller auf dem Gebinde oder im Technischen Merkblatt eine schimmelpilzwidrige Eigenschaft zusichert. Bei sachgerechter Anwendung solcher Produkte sind bisher keine Beanstandungen aufgetreten.

Die schimmelwidrige Wirksamkeit eines Produktes (Anstrichstoffes usw.) hängt sowohl von den eingesetzten Wirkstoffen und deren Konzentration als auch von der gesamten Formulierung des Produktes ab. Daher können hier gegenwärtig keine einzelnen Wirkstoffe oder Produktgruppen benannt werden.

4. Abhilfe

Wenn ein Schimmelpilzbefall aufgetreten ist, reicht im Anfangsstadium des Bewuchses mitunter ein bloßes feuchtes Reinigen der Fläche.

  • Wasser und Brennspiritus im Verhältnis 90:10 Gewichtsteilen.
  • 5%-ige Sodalösung (Apotheke)
  • Essig wird oft genannt, dient aber manchen Schimmelpilzen als Nährmittel!

Diesen Stoffen können auch geringe Tensidbeigaben zur Verringerung der Oberflächenspannung beigegeben werden. Sie haben aber keine vorbeugende Wirkung. Die Pilze können sich nach der Behandlung wieder ansiedeln.

Üblicherweise wird jedoch ein Bekämpfen des Schimmelpilzrasens mit Produkten notwendig:

  • hochprozentiger Alkohol (z.B. 70%-iger Brennspiritus) und 2% Salicylsäure

Achtung: Nicht großflächig in Räumen anwendbar, da explosive Luft-Alkohol-Gemische entstehen können!

  • 5% oder 10%-ige Wasserstoffperoxidlösung (Apotheke)

Der Einsatz von Wasserstoffperoxid kann hilfreich sein, da dieses eine abtötende Wirkung auf die Schimmelpilze und gleichzeitig eine bleichende Wirkung hat. Wegen der bleichenden Wirkung wird es insbesondere bei einem Befall von Bläuepilzen eingesetzt. Auch Wasserstoffperoxid hat keine vorbeugende Wirkung gegen einen Neubefall.

  • 5%-ige Salmiakgeistlösung

Obwohl oft genannt, ist 5%-ige Salmiakgeistlösung (Ammoniaklösung) jedoch nicht wirklich empfehlenswert, da Ammoniak stark reizend auf die Atemorgane wirkt.

  • Haushaltsreiniger mit "Aktiv-Chlor", die sog. Chlorbleichlauge

Wenn man den Sprühnebel solcher Mittel einatmet, bilden sich im Körper schädliche chlororganische Verbindungen. Daher Sicherheitshinweise unbedingt beachten! Es wirkt abtötend auf die Schimmelpilze und hat gleichzeitig noch eine bleichende Wirkung, die bei farbigen Schimmelbelägen von Vorteil ist. Vorsicht auf Metall: Korrosionswirkung!

  • Mittel, die quarternäre Ammoniumverbindungen (Quats) enthalten,

wirken meist selektiv. Manche Schimmelpilze werden von diesen nicht bekämpft, sondern verlieren ihre Nahrungskonkurrenten und entwickeln sich umso besser. Es ist darauf zu achten, dass nach einer solchen Behandlung der Oberflächen unbedingt die Verträglichkeit des eingesetzten Mittels und des vorhandenen Anstrichsystems mit dem nachfolgenden Anstrichsystem überprüft werden muss.

Für eine dauerhaft schimmelfreie Oberfläche ist entweder die Feuchte durch bauliche Maßnahmen zu vermindern, oder aber es ist das Aufbringen eines neuen, in diesem Falle schimmelpilzwidrigen Anstrichsystems erforderlich. Es ist zu beachten, dass die schimmelpilzwidrigen Wirkstoffe in den Beschichtungsprodukten nur eine begrenzte zeitliche Wirksamkeit haben und daher eine Nachpflege
erforderlich ist.

Die Pflegeintervalle hängen u.a. vom Ausmaß der Feuchte- und UVBeanspruchung der lackierten Flächen ab. Die Sicherheitsratschläge auf den Verpackungen und Hinweise zum Umweltschutz beachten. Arbeitsschutzmaßnahmen beachten – Persönliche Schutzausrüstung, z.B. undurchlässige Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen.

DGfH-Merkblatt Vermeidung von Schimmelpilzbefall Januar 2002
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Holzforschung e.V.

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Schimmel in feuchten Bauteilen

Statistiken zeigen: immer mehr Menschen leiden unter sogenannten Zivilisationskrankheiten, z. B. Allergien. Dies muss nicht nur die Folge falscher Ernährung sein. Gesund leben fängt bei den eigenen vier Wänden an. Obwohl viele Bauherren das wissen, kennen sie weniger den Einfluss der Bauweise. Mineralische Baustoffe wie Mauerwerk und Beton sorgen für Wohngesundheit und ein angenehmes Raumklima.

Trockene Wände und Decken sind eine Grundbedingung für gesundes Wohnen. In feuchten Bauteilen kann sich Schimmel bilden, dessen Sporen die Raumluft belasten. Er ist zwar nicht zu sehen, aber zu riechen. Gleichzeitig verlieren feuchte Wände ihre Dämmwirkung. Massive gemauerte Wände haben es leicht. Sie sind diffusionsoffen, halten die warme Luft im Haus und trocknen durch ihre Kapillarität schnell aus.

Foliengedichtete Wände und Dächer haben es da schwerer. Die Erfahrung zeigt: Sie sind nur bei sehr sorgfältiger Ausführung dicht. Strömt warme Raumluft über undichte Folienstöße und -durchdringungen durch die Wand nach draußen, geht nicht nur viel Wärme verloren. Eine weitere Folge ist, dass sich innerhalb der Wände und Decken Kondenswasser niederschlagen kann. Das geschieht immer, wenn warme Raumluft in das Bauteil dringt und dort zu stark abkühlt. In feuchten Bauteilen setzen sich schnell Schimmelpilze fest.

"Massivbauten aus Mauerwerk und Beton waren schon gesund und umweltverträglich, als man diese Fragen noch nicht stellte " betont H.-J. Pfeil, Vorsitzender der Initiative MASSIV MEIN HAUS. Sie widerstehen Fäulnis oder Insekten. Dass sie nicht brennen und so im Katastrophenfall keine Rauchgase abgeben ist ein wichtiger Aspekt, denn die meisten Brandopfer sterben infolge giftiger Rauchgase und nicht durch zu hohe Temperaturen.

Die überzeugenden Eigenschaften mineralischer Baustoffe sind unter Fachleuten unbestritten. Zusätzlich besitzen die meisten Stein- und Betonhersteller inzwischen Prüfzeugnisse und Urkunden, z.B. von der AUB-Arbeitsgemeinschaft Umweltverträgliche Bauprodukte, die letzte Zweifel ausräumen.



Feuchtwarme Raumluft kann in massive Mauerwerkswände nicht eindringen.
Die diffusionsoffene Wand bleibt trocken, Schimmel kann sich nicht festsetzen.




Informationen zum Bauen mit Mauerwerk und Beton sind erhältlich bei MASSIV MEIN HAUS e.V., Fon: (0821) 7849773, Fax: (0821) 78 44 47 oder im Internet unter www.massiv-mein-haus.de

Massiv Mein Haus e.V.
08.02.2001

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Experten im Gespräch sagen Pilzen ade: Die feuchtkalte Gefahr
Problem „Dichtstoffe und Schimmelpilzbefall“

Am Käse mag der Schimmel seine Berechtigung haben – da akzeptieren wir ihn als „Leben“. In der Wohnung ist er unerwünscht, wird sogar als Bedrohung wahrgenommen. Nichtsdestotrotz: Er ist da. Häufig da, wo es feucht ist: im Sanitärbereich und hier auch auf Fugenabdichtungen. Dort sorgt er für Konflikte zwischen Mietern und Hausbesitzern, für Streit zwischen Auftraggebern und Handwerkern, für Peinlichkeit zwischen Hausfrauen und Besuchern. Wo liegen die Ursachen des Pilzbefalls? Wie könnte man ihm vorbeugen? Und wie lässt er sich im Falle eines Falles sanieren? Solche Fragen beleuchteten Experten aus ganz verschiedenen Bereichen – Vertreter von Investoren, aus Handwerk und Industrie – im Rahmen einer Diskussionsrunde, zu welcher der INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E.V. (IVD) nach Düsseldorf eingeladen hatte. Thema: „Dichtstoffe und Schimmelpilzbefall“.

Hauspilze (landläufig Schimmel genannt) sind peinlich. Und man findet sie fast überall. Leider bleiben sie nicht nur hinter Wandverkleidungen oder Schränken an der Außenwand versteckt, sondern springen von den Fliesen an der Badewanne geradezu ins Auge aller kritischen Schwiegermütter auf Besuch.

„Diese Konflikte ließen sich zur Not noch aushalten“, meint Ingo Apel, Jurist und Vorstandsmitglied des Hausbesitzerverbandes „Haus und Grund NRW“ in Düsseldorf. „Aber ans Eingemachte geht der Konflikt zwischen Mietern und Vermietern. Denn hier geht es um richtiges Geld – um Mietminderung oder gar Mietausfälle wegen der Gesundheitsbelastung – und das bei jedem zweiten Haus.“

Die Pilzschuldfrage
Nur: Wer ist denn eigentlich schuld am Pilzbefall? Die Industrie, die ihre Produkte nicht mit ausreichend starken Dosen fungizider Chemikalien anreichert? Die Architekten, die „ohne Rücksicht“ auf die Bauphysik drauf los planen? Die Handwerker, die beim Verfugen pfuschen? Die Mieter, die nicht ordentlich putzen? Die Hausbesitzer, die am falschen Ende sparen?
„Das Problem lässt sich gar nicht aus der Welt schaffen, weil es Teil der Welt ist“, ist Fliesenlegermeister Hans-Willibert Ramrath vom Fachverband Deutsches Fliesengewerbe überzeugt. „Deshalb ist eigentlich auch niemand wirklich schuld. Das Handwerk kann die Naturgesetze weder ändern noch die Verantwortung für sie übernehmen. Pilzsporen und andere Mikroorganismen sind unsichtbar überall, innerhalb und außerhalb der Häuser, in unserer Atemluft, auch in unseren Körpern, in unserem Essen. Und es gibt allein im Haus rund 120 Pilzarten, von denen die Schimmelpilze im engeren Sinn nur einen Teil ausmachen. Auffällig werden sie nur da, wo sie so gute Lebensbedingungen finden, dass ganze Pilzkulturen entstehen.“
Auffällig ist aber auch, dass sie heute offensichtlich bessere Lebensbedingungen finden als noch vor Jahren. Das Thema war früher einfach kein Thema. Für Malermeister Erwin Brindöpke, Hauptverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz e.V., ist der Sündenfall so klar wie in der Bibel. „Als Folge der Ölkrise haben wir seit der Wärmeschutzverordnung 1976 einen gesetzlich verordneten Schimmelpilzzwang.“ Die Erklärung: „In den alten Zeiten, als man noch nicht lüften musste, weil es ohnehin durch alle Ritzen zog, war es nicht nur den Menschen zu kalt, sondern auch dem Schimmelpilz“, so Moderator Louis Schnabl. „Heute sind dichte Fenster und Türen ebenso Standard wie eine ordentliche Wärmedämmung. Behagliche Wärme ist ein Fortschritt, hinter den wir nie mehr zurückwollen. Doch der Fortschritt hat seinen Preis: Im warmen, feuchten Klima von Küche, Bad oder Sauna, d.h. bei mehr als 70° Luftfeuchte, fühlen sich nicht nur die Menschen wohl, sondern gedeihen auch Pilze gut.“

Der Preis der EnEV
Müssen wir diesen Preis zahlen? Können wir uns das leisten, ihn zu zahlen? Auch wenn direkte Zusammenhänge schwer nachweisbar sind: Der von Jahr zu Jahr größer werdende Anteil von Menschen, die an Allergien oder Atemwegserkrankungen leiden, muss sensibel machen. Ingo Apel: „Die EnEV ist faktisch eine Verordnung zur Hebung der Volkskrankheit. Unsere Gesetze verlangen etwas, was praktisch nicht realisiert werden kann.“ Was also ist zu tun?

Guter Nährboden
„Zunächst müssen wir sehen, unter welchen Bedingungen Pilze besonders gut gedeihen“, so Dr. Michael Futscher, Mitarbeiter im Technischen Arbeitskreis des IVD. „Gut gedeihen können sie da, wo es dauerfeucht ist und wo wenig Luft hinkommt. Dauerfeucht ist es da, wo ein zu weit innen liegender Taupunkt dafür sorgt, dass schon die normale Luftfeuch-tigkeit kondensiert. Das ist häufig der Fall in den Sanitärzellen, die in vielen modernen Häusern keine Außenfenster mehr haben und sich einfach nicht ordentlich lüften lassen.“ Wenn dann einzelne Wände oder Wandteile an Außenwänden liegen, deren innere Oberflächentemperatur unter 12° C fällt, so dass zwangsläufig Luftfeuchtigkeit kondensiert und sich als Feuchtigkeitsfilm über die Wand legt, ist eine Nährlösung für Mikroorganismen gegeben. Das mag bei glatten Fliesenoberflächen noch angehen. Wo dieser Untergrund aber rau ist wie bei zementären Fugendichtungen und vor allem, wo sich Seifenreste und Hautpartikel auf dem Dichtstoff ablagern wie bei den Anschlussfugen zwischen Badewanne oder Waschbecken und gefliester Wand, findet diese Nährlösung zugleich günstige Wachstumsbedingungen.

Verändertes Bauen verändert Planen verändert Wohnen
„Wir können das Rad der Geschichte sicher nicht zurückdrehen. Die EnEV ist Realität, und sie hat das Bauen nun einmal nachhaltig verändert“, stellt Kurt Haaf, Technischer Vorsitzender des Fachverbandes Fugendabdichtung e.V. fest. „Aber wenn sich das Bauen verändert, dann muss sich auch das Planen verändern. Dann müssen Architekten nicht nur über originelle Grundrisse nachdenken, sondern auch über die Lüftbarkeit, und Bauingenieure nicht nur über den k-Wert, sondern auch über den Taupunkt.“
Müssten dann nicht auch die Entwickler der Industrie über Produkte nachdenken, z.B. über Fugendichtstoffe, die durch Zusatz entsprechender Fungizide und Biozide jeden Versuch von Mikroorganismen, sich niederzulassen, gleichsam im Keim ersticken? „Keinesfalls“, findet Heinz Ohm, Vorsitzender des IVD und Geschäftsführer des Dichtstoffherstellers EGO. „Wir können nicht über die gesundheitlichen Gefahren unerwünschter Mikroorganismen nachdenken und gleichzeitig bedenkenlos die chemische Keule schwingen, zumal die Brüsseler Richtlinien hier klare Grenzen setzen. Außerdem würden Fungizide an der Dichtstoffoberfläche über kurz oder lang naturgemäß ihre Wirksamkeit verlieren. Und nicht zuletzt“, betont Ohm, „ist die Aufgabe des Dichtstoffs, ordentlich abzudichten. Dichtstoffe sind kein Wirkstoff gegen Schimmelpilze!“

Fuge als Pflegefall?
Haaf: „Also kann auch der Verarbeiter im Regressfall nicht zur Verantwortung gezogen werden, vorausgesetzt, die Fuge ist fachgerecht nach den Normen und entsprechend den IVD-Richtlinien abgedichtet. Denn wenn die Fuge dicht ist, Feuchtigkeit nur von außen auf die Oberfläche kommen kann, und wenn die Oberfläche glatt gezogen ist und so an der Fugenkante anhaftet, dass sie problemlos zu reinigen ist, liegt ein etwaiger Pilzbefall nicht mehr im Handlungshorizont des Handwerks.“
Zu berücksichtigen bleibt, dass aufgrund starker Nutzung die Funktionsdauer der Abdichtung begrenzt ist.
Das ist mit Sicherheit der Fall, wo zum Beispiel in den Duschen von Sportanlagen oder in Hotels durch Dauernutzung selbst bei permanenter Lüftung die Feuchtigkeit nicht wegzukriegen ist. „Das wäre dann ein Fall für eine Wartungsfuge nach DIN 12460“, so Haaf, „die man eigentlich besser Pflegefuge nennen müßte. Beim Auto gibt´s ja auch regelmäßig Wartungen und TÜV-Prüfungen, bei deren Nichtbestehen die Haftung erlischt. Aber beim Auto wie an der Fuge kann ein Handwerksbetrieb dem Nutzer nicht alles abnehmen. Die regelmäßige Reinigung der Fugenoberflächen ist unabdingbar.“ Eine „Pflegeversicherung“ für Fugen als Angebotsbestandteil des Handwerks?

Frischluft für die Hausgesundheit
Ausreichende Hygiene ist Aufgabe des Nutzers. Ebenso die ausreichende Lüftung. Louis Schnabl: „Im Baubereich hat sich doch das Problem in dem Maße verschärft, in dem das Bewusstsein für die richtige Lüftung nicht mit dem Fortschritt in Sachen Wärmedämmung und Gebäudedichtheit Schritt hält.“
Was sicher gelungen ist, ist die Sensibilisierung für die Notwendigkeit des Energiesparens. Kein Mensch heizt mehr zum Fenster hinaus. Denn das Geld, das im Beutel fehlt, erzeugt Phantomschmerzen. Schlechte Luft hingegen tut nicht weh.
Davon können die Hausbesitzer ein Liedlein singen. Ingo Apel: „Breiten Schichten der Bevölkerung fehlt jedes Problembewusstsein. In den besser gestellten Schichten mag es noch angehen. Die kann man zur Not mit Merkblättern aufklären. Aber was machen Sie mit den Schichten, die kaum in der Lage sind, den Mietvertrag zu verstehen? Die Hausbesitzer sind doch doppelt gestraft. Erst zwingt der Gesetzgeber sie zu teuren Investitionen in die luftdichte Gebäudehülle. Dann bestraft er sie durch allzu mieterfreundliche Gesetzgebung. Der Nutzer profitiert gern von den geringeren Heizkosten, sieht aber nicht ein, sein Lüftungsverhalten so zu ändern, dass die Mietsache ihren Wert behält. Im Gegenteil: Wenn als Folge schlechter Lüftung und Hygiene ein sichtbarer Pilzbefall auftritt, ruft er nach dem Hausbesitzer, der die Sanierung bezahlen soll. An ihm bleibt es meist hängen, weil mangelnde Hygiene und schlechtes Lüften sich ja in der Regel nicht nachweisen lassen.“ Und wenn doch, bleibt es letztlich wieder häufig am Sozialamt hängen.
Ein Dilemma, für das es keine wirkliche Lösung gibt.

Konzertierte Aktion gegen Pilzbefall
„Es ist offensichtlich“, so Ohm, „dass wir zu konzertierten Aktionen finden müssen. Dazu kann diese Runde allerdings den nötigen Anstoß geben.“ Eindeutig ist, dass zum Thema Lüftungsverhalten und Pflege eine Kommunikationsoffensive vonnöten wäre, die auch von Regierungsseite mit ebensoviel Verve betrieben werden müsste wie seinerzeit die Kommunikationsoffensive zugunsten der Wärmedämmung und des Energiesparens. Und vergleichbar dem Informationsblatt an Endverbraucher, das der IVD dem Handwerk bereits als Aufklärungsinstrument zur Verfügung stellt. „Da mit dem Staat aber nicht zu rechnen ist“, so Ohm, „müssen wir selbst die Initiative ergreifen und jeder an seinem Platz, aber gewerkübergreifend tätig werden. Diese Gesprächsrunde war ein wichtiger erster Schritt, der sicher deutliche Impulse in den Markt bringt. Diese Impulse gilt es jetzt aufzugreifen und zu verstärken.“

Quelle: Pressemitteilung IVD 605, HS

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Dem Schimmel auf der Spur

Allergische Reaktionen, Reizung der Atemwege, Muskelschmerzen und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge von Schimmelpilz im Gebäude sein. Neben Undichtigkeiten von Wasserrohren oder mangelhafter Wärmedämmung sind oftmals auch Schäden am Dach oder undichte Kelleraußenwände die Ursache. Daher empfehlen Bauprofis gerade bei der Dach- und Kellerabdichtung den Einsatz leistungsfähiger Polymerbitumen- und Bitumenbahnen!

Dem Schimmel auf der Spur

Pilzsporen in der Raumluft oder im Mauerwerk gefährden die Gesundheit der Bewohner. Die Ursache muss aufgespürt und beseitigt werden. Ist Schimmelpilz zu sehen, dann arbeitet die Feuchtigkeit meist schon länger im Verborgenen. Häufig treten Gesundheitsschäden jedoch schon auf bevor der Schimmel entdeckt wird. So berichtet die Architektin Katja Jacobs von Kunden, die von ihren wachsamen Ärzten auf Schimmelsuche geschickt wurden. Als Sachverständige hat sie sich dem Thema Schimmel in einem ganz besonderen Maße angenommen und ihren Labrador Ally zum Schimmelspürhund ausgebildet. Das Team verbindet so den Sachverstand mit dem besonderen Riecher. Schimmelspürhunde werden in Schweden schon seit einigen Jahren eingesetzt. In Deutschland sind derzeit nur vier Hunde ausgebildet. „Kein Messgerät kann so schnell und kostengünstig dem Schimmel auf die Spur kommen“, weiß Katja Jacobs zu berichten. Wenn der Hund fündig geworden ist, beginnt für die Architektin die Arbeit – die Sanierungsplanung.

Weitsicht bei Planung und Sanierung

Um Feuchtigkeit in Wohn- und Kellerräumen zu verhindern, sollte schon bei der Planung eines Gebäudes an eine wasserdichte, langzeitsichere Abdichtung gedacht werden. Gerade hierfür sind hochwertige Abdichtungsmaterialien und eine solide handwerkliche Ausführung von größter Wichtigkeit. Dabei sind die Werkstoffe Polymerbitumen- und Bitumenbahnen seit vielen Jahrzehnten die erste Wahl der Bauprofis. Durch den erhöhten Perforationswiderstand und die unkomplizierte Verarbeitung ist der Bauherr hiermit auf der sicheren und trockenen Seite.

Info- und Service-Portal hilft weiter

Weitere Informationen zum Thema sowie viele Anregungen rund um die Flachdach- und Bauwerksabdichtung finden Sie unter www.derdichtebau.de. Infos und Broschüren gibt es kostenlos per Mausklick oder direkt vom vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V., Tel. 069 2556-1314.

vdd, 10.12.2005


Optimaler Schutz vor Schimmelpilz & Co.

Wasserdichte Lösungen statt feuchter Albträume Sind in Kellerräumen erste Anzeichen von Schimmelpilzen zu entdecken, dann nagt die Feuchtigkeit aus Sicker-, Stau- und Grundwasser schon lange von außen am "Fuß des Gebäudes"! Der Grund kann eine unzureichende Abdichtung der Kellerwände und des Kellerbodens sein. Selbst wenn Kellergeschosse mit wasserundurchlässigem Beton, der so genannten "weißen Wanne", umschlossen sind, garantiert dies keinen 100%-tigen Schutz vor Feuchtigkeit und gesundheitsschädlichen Schimmelpilzen, denn wasserundurchlässiger Beton ist nicht auch wasserdicht! Unabhängige Untersuchungen haben gezeigt, dass eine 33cm dicke Wand trotz "weißer Wanne" bei 2-3 Metern anstehendem Wasser pro Quadratmeter und Tag ungefähr ein Schnapsglas Wasser durchlässt. Das Wasser kann durch winzige Poren oder Risse auf der Außenseite der Wand eindringen und verdunstet auf der Innenseite. Die Folgen sind Modergeruch, erhöhte Luftfeuchtigkeit und schlimmstenfalls Pilze. Um die Folgen der Feuchtigkeit zu vermeiden, sollte schon bei der Planung des Gebäudes an eine sichere Abdichtung gedacht werden. Gerade hier ist eine solide handwerkliche Ausführung von äußerster Wichtigkeit. Hierbei sind die Abdichtungswerkstoffe Bitumen- und Polymerbitumenbahnen seit vielen Jahrzehnten die erste Wahl der Bauprofis. Durch den erhöhten Perforationswiderstand und die unkomplizierte Verarbeitung des Materials kann sich der Bauherr so manchen Stress und Euro sparen. Info- und Service-Portal hilft weiter Weitere Informationen zum Thema sowie viele Anregungen rund um die Flachdach- und Bauwerksabdichtung finden Sie unter www.derdichtebau.de. Überzeugen Sie sich selbst von den vorbildlichen Eigenschaften der Bitumenbahnen. Infos und Broschüren gibt es kostenlos per Mausklick oder direkt vom vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V., Tel. 069 2556-1314.

vdd, 05.11.2004

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weiterführend: Gutachten zu Schimmel | Lösungen gegen Schimmel