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Lösungen gegen Schimmel
Hausstaub ist Giftcocktail für Allergiker
Tränende, juckende Augen und triefende Nase? - Ab zum Allergie-Check
Es ist kühl, nebelig, trüb und es nieselt. Höchste Zeit in die kuschelige Wärme
der eigenen vier Wände zu flüchten. Doch diese Gemütlichkeit hat ihren Preis,
denn mit dem Aufdrehen der Heizung wird der Staub des Frühlings und Sommers aus
den Ecken gewirbelt – eine bizarre Mischung aus Hausstaubmilben und deren
Kotpartikel, Schimmelpilzen und Hautschuppen der vierbeinigen Gefährten. Der
reine Giftcocktail für Menschen, die auf diese Ingredienzien sensibel reagieren.
Selbst bei sorgfältigster Reinigung lässt sich der Hausstaub nicht gänzlich
verbannen. Sowohl Milbe als auch Schimmelpilz lieben hohe Luftfeuchtigkeit und
warme Temperaturen. "Durch das Aufdrehen der Heizung wird zwar die Luft trocken,
die mikroskopisch kleinen Allergene werden jedoch aufgewirbelt und verbinden
sich mit der Atemluft", erklärt OA Dr. Norbert Reider, Leiter der
Allergieambulanz an der Uniklinik Innsbruck.
Durch konsequente Allergenreduktion, wie regelmäßiges Lüften, Wechseln auf
milbendichte Bettbezüge, Trennung von Kuschel- und Haustier kann die Belastung
zwar eingedämmt aber nicht vollständig vermieden werden. Der Experte appelliert
an die Betroffenen: "Treten Symptome wie tränende, juckende, verschwollene
Augen, laufende Nase, Niesen, juckender Ausschlag oder Atemprobleme auf, sollte
unbedingt ein Allergie-Check durchgeführt werden. Nur eine genaue diagnostische
Abklärung (Gespräch mit dem Arzt, Hauttest, Bluttest) und eine gezielte
Behandlung kann Spätschäden vermeiden. Durch eine so genannte Spezifische
Immuntherapie kann in vielen Fällen eine Ausheilung der Allergie erreicht
werden. Werden die Symptome missachtet, kann sich hingegen bei etwa 20-25%
chronisches Asthma entwickeln, mit dem man nicht nur zu Beginn jeder Heizsaison,
sondern ein Leben lang zu kämpfen hat." (Ende)
Pressemitteilung
Aussender: pts - Presseinformation (A)
Datum: 12.10.2001
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Schimmelpilzallergien durch Schimmelbefall in Innenräumen können
aufgrund mangelnder Testmöglichkeiten der Medizin nicht erkannt werden
Die 5. Pilzfachtagung des VdB stand unter dem Motto: Qualitätsziele der
Schimmelpilzdiagnostik: Sicher erkennen, medizinisch betreuen, problemorientiert
bewerten und sicher beseitigen
Auf der 5. Pilzfachtagung des Berufsverbandes Deutscher Baubiologen (VDB) e.V.,
die in Kooperation mit dem Landesgesundgesundheitssamt Baden-Württemberg am 08.
und 09. Juni 2001 in Stuttgart stattfand, haben Experten erneut bekräftigt,
Schimmelpilze in Innenräumen sind kein Randthema mehr, sondern zentraler
Bestandteil bei gesundheitlichen Bewertungen von Umweltrisiken in Innenräumen.
Schimmelpilze gehören zu den bedeutendsten Allergenen im Innenraum, die
medizinischen Nachweismethoden allerdings nur unzureichend vorhanden sind!
Aus wissenschaftlicher Sicht wird bekräftigt: Schimmelpilze gehören zu den
häufigsten und kritischsten Innenraumschadstoffen der heutigen Zeit. Auf dem
Fachkongress wurde deutlich, dass Schimmelpilze schwere Krankheiten wie Krebs,
Immunsuppressionen, Nervenleiden, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen,
Migräne etc. verursachen können.
Allerdings ist der individuelle Nachweis für die Betroffenen, aufgrund der
fehlenden Diagnosemöglichkeiten durch den Mediziner häufig nicht möglich.
Die Pharmaindustrie stellt Allergen-Schimmelpilzpräparate zur Verfügung, die für
den Innenraum nicht relevant sind und seit 15 Jahre nicht mehr aktualisiert
wurden. Das Dilemma: Trotz der gestiegenen Zahl an Pilzproblemen im Innenraum,
trotz der Eindeutigkeit einer Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilze, wird
die Diagnose einer Schimmelpilzallergie oder Schimmelpilzinfektion selten
gestellt, da mit unzureichenden Allergietests gearbeitet wird.
Der Berufsverband Deutscher Baubiologen (VDB) e.V. fordert deshalb die
Pharmaindustrie auf, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen
und die Schimmelpilz-Allergene für die medizinische Diagnose zur Verfügung zu
stellen, die bei einem Schimmelpilzschaden im Innenraum vorkommen und den
neusten Erkenntnissen angepaßt sind.
Zum jetzigen Zeitpunkt muss davon ausgegangen werden, dass jeder Schimmelpilz
allergen wirken kann. Der VDB e.V. rät im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge
bei sichtbarem Schimmelpilzbefall die Ursache für das Schimmelpilzwachstum im
Innenraum aufzuspüren und zu beseitigen. Ein oberflächliches Entfernen des
sichtbaren Befalls hilft nur kurzfristig und stellt keine dauerhafte Abhilfe
dar.
Betroffenen kann nur geholfen werden, wenn die Ursachenfindung in den
Vordergrund gestellt wird und dabei qualifizierte Umweltdiagnostik vor Ort durch
Baubiologen erfolgt.
Pressemitteilungen des VDB
27.06.2001
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Schimmelpilze in Innenräumen lösen Allergien aus
Auf dem 4. Fachkongreß der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Forschungsinstitute
(AGÖF) am 25. und 26. September 1998 in Nürnberg haben Experten erneut
bekräftigt, daß Schimmelpilze zu den bedeutendsten Allergenen im Innenraum
gehören. Die Sporen der Schimmelpilze verbreiten sich bei entsprechenden
Wachstumsbedingungen im Innenraum und werden von den Menschen eingeatmet. Sie
können sowohl Allergien mit sogenannten Sofortreaktionen (Typ I und III)
auslösen als auch Allergien mit sogenannten verzögerten Reaktionen vom (Typ IV)
hervorrufen.
Besteht ein permanenter Kontakt des Menschen zu den Allergenen, wie das in einer
mit Schimmelpilz belasteten Wohnung der Fall ist, so kann vor allem eine
Alllergie vom Typ IV mit einer verzögerten Reaktion entstehen. "Dies führt in
vielen Fällen zu schweren Krankheitsbildern wie z.B. Hauterkrankungen, Migräne,
Magen-Darm-Beschwerden, Autoimmunerkrankungen, Neurodermitis und
Konzentrationsstörungen", berichtete die Diplombiologin Nicole Richardson,
Sprecherin des Instituts angewandte Immunologie und Umweltmedizin, Med Plus aus
Düsseldorf und Vorstandsmitglied des VDB auf dem diesjährigen AGÖF-Fachkongreß.
Es besteht durchaus die Gefahr, daß Schimmelpilze in der Wohnung wachsen, ohne
daß ein direkt sichtbarer Befall auf den ersten Blick zu erkennen ist. Hinweise
für einen "versteckten" Schimmelpilzbefall bieten medizinische Diagnosen, eine
sorgfältige Gebäude-Anamnese, mikrobiologische Probenahmen der
Schimmelpilzsporen sowie der spezifischen mikrobiellen Stoffwechselprodukte der
Mikroorganismen in der Wohnung.
Der VDB rät im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge und besonders bei akuten
Beschwerden, unbedingt die Ursache für das Schimmelpilzwachstum in der Wohnung
oder im Haus aufzuspüren und zu beseitigen. Hierzu bedarf es neben einer
eventuell notwendig werdenden medizinischen Betreuung der Betroffenen in jedem
Fall einer sachkundigen Wohnungsuntersuchung. Ein oberflächliches Entfernen des
sichtbaren Schimmels hilft nur kurzfristig und stellt keine dauerhafte Abhilfe
dar.
Pressemitteilungen des VDB
13.10.1998
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Schimmelpilz: Ursache für Asthma-Erkrankungen bei Kindern
Studie belegt Zusammenhang zwischen Asthma und feuchten Wohnungen
Essen (pte/06.03.2007/12:00) - Feuchte und von Schimmelpilz befallene Wohnungen
können bei Kindern Asthma verursachen. Das ist das Ergebnis einer Studie
finnischer Wissenschaftler, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift
"European Respiratory Journal" http://www.erj.ersjournals.com/ erschienen ist.
Asthma ist unter Schulkindern eine der am meisten verbreiteten chronischen
Krankheiten, die in den vergangenen Jahren in den Entwicklungsländern stark
zugenommen haben.
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die Wohnräume von mehr als 300
Kindern. Davon waren 121 Kinder an chronischem Asthma erkrankt, 241 Kinder waren
nicht betroffen. Die Forscher machten ausführliche Interviews mit den
Studienteilnehmern und führten Allergietests durch, um eventuelle allergische
Auslöser auszuschließen. Darüber hinaus wurden die Wohnungen von einem Experten
untersucht. Das Ergebnis der Forscher: Je stärker die Asthmaerkrankung, desto
feuchter waren die untersuchten Wohnungen. Insgesamt traten Feuchtigkeit und
Schimmelbefall in Wohnungen von Kindern mit Asthma zwei- bis dreimal so häufig
auf.
"Feuchtigkeit in Wohnungen kann eine bestehende Asthma-Erkrankung nicht nur
verstärken", sagt Studienleiter Juha Pekkanen vom National Public Health
Institute. "Es kann auch zur Entstehung von chronischem Asthma beitragen." Bei
der Behandlung sollten Ärzte diesen Zusammenhang deshalb beachten.
"Tatsächlich scheint die Studie den schon oft geäußerten Verdacht zu bestätigen,
dass Schimmelpilzbefall bei Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung
häufiger zu einer Asthmaerkrankung führen kann", sagt Peter C. Bauer von der
Ruhrlandklinik Essen http://www.ruhrlandklinik.de/ im pressetext-Interview. An
der Studie der finnischen Wissenschaftler seien im Vergleich zu anderen Arbeiten
zwei Aspekte hervorzuheben. "Erstens wurden die Wohnungen durch einen
ausgebildeten Fachmann untersucht, was einen einheitlichen und hohen
Bewertungsstandard nahe legt", so Bauer. "Und zweitens wurden die Wohnungen in
verschiedene Wohnbereiche aufgeteilt, in der sich die Kinder mehr oder weniger
aufhalten." Für eine abschließende Bestätigung des Asthma-Verdachts durch
Schimmelpilz bei Kindern sei es dennoch zu früh. "Die Vermutung liegt nah, doch
müssen die Ergebnisse nun durch Arbeiten mit ähnlich hohem Standard reproduziert
werden", sagt Bauer. "Die Vorgehensweise weist jedoch in die richtige Richtung."
Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Christoph Marty
06.03.2007
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Krankheitserregende Pilze: immer größere Bedrohung
Wie das Internetmagazin wissenschaft.de am 19.04.2007 meldete, werden
krankheitserregende Pilze zu einer immer größeren Bedrohung.
Immer häufiger befallen Schimmel- und Hefepilze jedoch auch innere Organe und
werden dadurch zu einer tödlichen Bedrohung, wird berichtet. Betroffen seien vor
allem Patienten nach Operationen, Krebspatienten und Menschen mit einem
geschwächten Immunsystem. Als besonders problematisch wird angesehen, dass die
Diagnosemethoden bisher nicht sehr leistungsfähig sind und dass es lediglich
einige wenige Therapieansätze gibt.
Der Artikel bei wissenschaft.de:
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/277211.html
23.04.2007
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Schimmelpilzen auf der Spur
Ein neuer Allergietest in Reichweite
Auf den ersten Blick sieht es aus, als sei ein überdimensionierter blauer
Strichcode auf die durchsichtige Folie gedruckt, die Privatdozent Dr. Martin von
Bergen gegen das Licht hält. Doch die Linien geben nicht Auskunft über einen
Preis, sondern über die Proteine, die in den Sporen des in so mancher Zimmerecke
heimischen Pilzes Aspergillus versicolor vorkommen.

Die blauen Linien auf der durchsichtigen Folie, die Dr. Martin von
Bergen gegen das Licht hält, enthalten Informationen über Pro-
teine, die in den Sporen des heimischen Pilzes Aspergillus ver-
sicolor vorkommen.
Foto: André Künzelmann/UFZ

Den Schimmelpilz Aspergillus versicolor findet man sehr häufig auf
Lebensmitteln, an Wänden und im Hausstaub in Innenräumen.
Foto: André Künzelmann/UFZ
Dass sich das Team um von Bergen gerade diesem Pilz widmet, hängt mit dessen
Allergien auslösender Wirkung zusammen. "Die Epidemiologie hatte starke Hinweise
darauf, dass Pilze im Innenraum Allergien auslösen können. Schätzungsweise vier
Millionen Deutsche leiden an einer Schimmelpilzallergie", so Martin von Bergen,
der seit Mai 2006 am UFZ tätig ist. "Wir wussten auch, dass der Pilz Aspergillus
versicolor bei etwa 80 Prozent allen Pilzbefalls vertreten ist. Nur wäre es zu
kurz geschlossen gewesen, wenn wir einfach gesagt hätten: Der Aspergillus
versicolor ist der Hauptschuldige an Atemnot, Dauerschnupfen und anderen
allergischen Beschwerden. Genau diesen Zusammenhang wollten wir nachweisen."
Es galt also zu ergründen, welche Eiweiße des Schimmelpilzes als Allergene
wirken, und auf dieser Basis ein neues Messverfahren zu entwickeln, das anzeigt,
ob bei einem ganz bestimmten Menschen eine Aspergillusversicolor -
Überempfindlichkeit vorliegt, weil dessen Blutserum auf die Proteine des Pilzes
reagiert.
Wie also gingen die Biochemiker, Expositionsforscher und Epidemiologen des UFZ
im Bunde mit dem Umweltmediziner Olaf Manuwald (Erfurt) bei diesem
Wissenschaftskrimi vor? Wie gelang es Ihnen, den "Fingerabdruck" der Täter zu
finden, die Millionen Menschen das Leben erschweren? Zuerst einmal wurden im
Labor Kulturen von Aspergillus versicolor angelegt und die Sporen gewonnen.
Gleichzeitig sammelten die mitwirkenden Mediziner das Blut von rund 100 unter
verschiedenen Allergie-Erscheinungen leidenden Patienten. Aus dem Blut wurde
Serum gewonnen. Auch die Zerlegung der Pilze in ihre einzelnen Eiweiße geschah
auf längst bekanntem Wege: Sie wurden mechanisch aufgebrochen, die Proteine mit
verschiedenen Methoden als "Strichcode" sowie verfeinert als Spots auf einem Gel
aufgetrennt und auf eine festere Membran übertragen. Doch allein deren Trennung
reicht nicht, den Proteinen die Aussage zu entlocken, welches von ihnen allergen
wirkt. Dazu ist das Blutserum notwendig, das man auf die Proteinspots auf der
Membran einwirken lässt. Dabei binden nun die Antikörper, die durch eine
Allergie gebildet werden, hochspezifisch an die allergenen Proteine. Diese
Bindung wird mit weiteren Antikörpern nachgewiesen und einem Enzym optisch
sichtbar gemacht.
Allerdings ist man dann noch immer nicht am Ziel, denn nach wie vor ist unklar,
welche Eiweiße sich namentlich hinter den Pünktchen auf der Membran verbergen.
Deshalb greifen die Biologen wieder zu den auf dem Gel aufgetrennten, aber von
Antikörpern und Farbstoffen unberührten Eiweißen. Da die Forscher inzwischen
wissen, wo die Gefährlichen platziert sind, stanzen sie die dort punktgenau aus.
Die winzige Proteinmenge, die sich in dem stecknadelkopfgroßen Stück Gel
verbirgt, wird in noch kleinere Einheiten, die Peptide, zerlegt. Die werden in
einem Massenspektrometer vermessen und die Gesamtheit der Peptide wie ein
Fingerabdruck mit einer Datenbank abgeglichen. In dieser Datenbank sind alle
bekannten Proteine gespeichert.
So gelang den Leipziger Biologen die Identifizierung der sieben wichtigsten
Allergene aus den Sporen von Aspergillus versicolor. Die Verwendung dieser
Allergene für den Nachweis einer Schimmelpilzallergie wurde inzwischen zum
Patent angemeldet. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift "Allergy:
European Journal of Allergy and Clinical Immunology" zur Veröffentlichung
akzeptiert. Gleichzeitig haben die Wissenschaftler ein Verfahren entwickelt, mit
dem die unterschiedlichen Schimmelpilzarten in Innenräumen kostengünstiger und
genauer als bisher bestimmt werden können. Sie haben Extrakte aus den Pilzen
gewonnen, diese massenspektrometrisch vermessen und die Signale in eine
Datenbank aufgenommen. Mithilfe einer speziellen Software können diese Daten mit
Proben unbekannter Art verglichen werden. Kombiniert man nun die Nachweismethode
für einzelne, Allergien auslösende Proteine aus Schimmelpilzen mit der
Artbestimmung der Pilze in Innenräumen, gelingt die komplette Beweisführung für
die Verursacher der Allergien.
"Diese Erfolge sind eindrucksvolle Beispiele für die Möglichkeiten
interdisziplinärer Ansätze. Die Forschungskette von der Epidemiologie über die
Exposition zur molekularen Ursachenforschung ist eine große Stärke des UFZ. Der
Schritt, mit dem wir jetzt gerade beschäftigt sind", so von Bergen, "ist die
Entwicklung einer Untersuchungsmethode, die nicht so aufwändig ist wie die hier
beschriebene. Ich glaube, noch 2008 werden wir einen Test vorlegen, der in jedem
medizinischen Labor problemlos durchführbar ist." Das so zu erzielende
Testergebnis ginge weit über die bisher möglichen Aussagen hinaus, dass der
untersuchte Mensch auf irgendeinen Schimmelpilz allergisch reagiert. Mit dem
Test könnte die Identität der Allergie auslösenden Pilzart und des einzelnen
Eiweißes bestimmt werden.
Allerdings ist der nächste Schritt noch nicht getan – und der heißt spezifische
Immuntherapie gegen spezifische Schimmelpilze. Mit einer solchen De- oder
Hyposensibilisierung, bei der Patienten bestimmte Mengen des Allergens
verabreicht werden, kann es gelingen, dass Allergien dauerhaft verschwinden.
Allerdings, so von Bergen, dürfen die Betroffenen erst in einigen Jahren mit
einem Mittel zur Desensibilisierung bei Schimmelpilzallergien rechnen. Denn
bevor ein maßgeschneidertes Medikament vom Arzt verschrieben werden kann, muss
es zahlreiche Prüfungen bestehen.
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Pressemitteilung vom 1. Februar 2008
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Schimmelpilze und Lebensmittelherstellung
(Auszug)
Neben den eigentlichen Be- und Verarbeitungsprozessen (einschließlich der
Schlachtung) gehören zu den nicht gezielten Tätigkeiten bei der
Lebensmittelherstellung insbesondere nachfolgende Tätigkeiten: -
Wareneingangskontrolle / Probennahme,
- Innerbetrieblicher Transport,
- Instandhaltung,
- Reinigungsarbeiten,
- Abfallentsorgung.
Der Probennehmer ist in der Regel auch derjenige, der zuerst Kontakt mit
mikrobiologisch kontaminierten Lieferungen hat. Welche Qualität dieser Kontakt
hat, kann offensichtlich (z.B. bei sichtbarem Schimmelpilzbefall), aber auch
erst im Nachhinein anhand der Laborergebnisse belegbar sein. Letzteres ist
zumindest dann der Fall, wenn es sich um biologische Arbeitsstoffe handelt, die
anhand der Prüfparameter erfasst bzw. nachgewiesen werden können.
Gesundheitsgefahren drohen den Arbeitnehmern prinzipiell auch durch den Umgang
mit weltweit gehandelten Nahrungsmitteln. In vielen Ländern werden Lebensmittel
unter weit schlechteren hygienischen Bedingungen produziert als dies nach
deutschen Hygienestandards möglich wäre. Als Beispiel sei hier die (humane)
Fäkaldüngung genannt. Ein weiteres Beispiel ist die Kakaobohnenverarbeitung im
Herkunftsland, die neben der mehrtägigen Fermentation unter Palmblättern auch
das Trocknen auf dem Erdboden in der Sonne (einschließlich tierischer Einflüsse)
beinhaltet (Küpper 2002). Entsprechendes gilt für die Fermentation von Weißem
Pfeffer im Ursprungsland. Auch kann die Lagerung in tropischen und subtropischen
Gegenden einen Einfluss z.B. auf den Schimmelpilzgehalt pflanzlichen Lagergutes
haben (Reiß 1997).
Die DGHM hat das Vorkommen von "Schimmelpilzen" für folgende Produktgruppen
aufgelistet: Teigwaren, Gewürze, Trocken-/Instantprodukte, Tiefkühlwaren,
Fruchtpulpen, getrocknete Früchte, Nüsse, Getreidemahlerzeugnisse (DGHM 2002).
Im "Aufgabenkatalog Arbeitsmedizin" der BGN sind irritative, allergische
Reaktionen auf "Mehlstaub" für die Bereiche Konditoreien und Backgewerbe als
Problemfelder beschrieben (AufArb BGN 1995). Das Auftreten von "biologisch
kontaminiertem Feinstaub" ist für Mehlund Backschrotmühlen, Graupen-, Schäl-,
und Reismühlen, Mälzereien und Brennereien als Problemfeld beschrieben; sowie
die "Besiedelung durch Schimmelpilze" für Obstmostereien (AufArb BGN 1995).
Aspergillus clavatus, Aspergillus flavus, Aspergillus fumigatus
Aspergillus-Arten (Gießkannenschimmel), sind in der Natur weit verbreitet
(Köhler 2001). Für die berufsbedingte Exposition ist insbesondere ihr Vorkommen
auf Pflanzen(teilen) wie z.B. Getreide, Nüssen, Kaffeebohnen, Gewürzen, Obst und
Gemüse von Bedeutung (Köhler 2001, Reiß 1998, Rieger 2002).
Oberflächliche Infektionen durch Aspergillus-Arten sind z.B. die Pilzinfektion
im äußeren Gehörgang (Otomykose), der Befall vorgeschädigter Haut oder die
Entzündung der Augeninnenräume (Endophthalmitis) (Köhler 2001).
Der Aspergillus-Befall der Lunge nach aerogener Aufnahme kann sich je nach
Abwehrlage als allergische Erkrankung, als chronisch-nekrotisierende Bronchitis
oder bei Abwehrschwäche oder nach dem Einatmen großer Sporenmengen als
Aspergillom (lokale Infektion in einer Höhle der Lunge) oder als Pneumonie
manifestieren (Köhler 2001). Über 90 % der Aspergillosen sind auf Aspergillus
fumigatus zurückzuführen (Reiß 1998). Ein Sonderfall der allergischen Erkrankung
ist die Allergische Bronchopulmonale Aspergillose (ABPA), die durch Aspergillus
fumigatus ausgelöst wird. Daneben kann Aspergillus fumigatus an der Ausbildung
des Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS) (siehe auch Kap. 4), z.B. dem
Getreidefieber und an der Malzarbeiter-Krankheit sowie der Farmerlunge beteiligt
sein (Grevers 2001, Reiß 1998, Rieger 2002).
Eine mögliche allergene Wirkung von Aspergillus fumigatus ist auch nach
EG-Richtlinie dokumentiert (RL 2000/54/EG).
Aspergillus flavus ist der Produzent des Aflatoxins, eines Pilzgiftes. Das
Aflatoxin B1 ist das stärkste natürlich vorkommende Karzinogen (Hahn 2001).
Zu den potentiell betroffenen Berufsgruppen gehören Beschäftigte in der
Getreidebearbeitung (Mühlen), in Mälzereien, der Nussverarbeitung, der
Kaffee-und Gewürzherstellung sowie bei der Be- und Verarbeitung von Obst und
Gemüse (Fb 725 BAuA 1995, Köhler 2001, Reiß 1998, Rieger 2002, Weidenbörner
1999).
Von der Nahrungsmittel-BG wurden in den Jahren 1990-2000 vier Fälle von
Berufskrankheiten (Exogen Allergische Alveolitis) durch Malzstaub anerkannt.
Durch Schimmelpilze hervorgerufene fibrosierende Alveolitis wurden für je einen
Beschäftigten einer Mälzerei und eines Malzwerkes als Berufskrankheit anerkannt.
In zwei Getreidemühlen wurden bei jeweils einem Beschäftigten durch
Schimmelpilze hervorgerufene chronische obstruktive Atemwegserkrankungen bzw.
Exogen Allergische Alveolitis als berufsbedingt anerkannt (Merdian 2002).
Im "Aufgabenkatalog Arbeitsmedizin" der BGN ist die "Besiedelung durch
Schimmelpilze" für den Bereich des "Obstverlesens" in Obstmostereien als
Problemfeld beschrieben (AufArb BGN 1995).
Mucor spp., Rhizopus spp.
In der Ordnung Mucorales ("Köpfchenschimmel") kommen Krankheitserreger u.a. in
der Gattung Mucor und vor allem Rhizopus vor (Köhler 2001).
Mucorspezies sind auch als Allergieauslöser relevant, wobei die inhalative
Aufnahme im Vordergrund steht (Grevers 2001).
Mucorspezies und Rhizopus stolonifer (gemeiner Brotschimmel) treten insbesondere
bei Getreide(produkten), Früchten und Gemüse auf (Reiß 1997, Weidenbörner 1999).
Betroffene Berufsgruppen, insbesondere im Sinne einer Exogen Allergischen
Alveolitis, können Beschäftigte in der Getreideverarbeitung ("Müllerlunge") und
in der Gemüseverarbeitung sein (Rieger 2002).
Penicillium camemberti, Penicillium verrucosum (casei), Penicillium roqueforti
Die Pilze der Gattung Penicillium sind bis auf einige Ausnahmen apathogen
(Köhler 2001). Penicilliumspezies sind jedoch als Allergieauslöser insbesondere
einer Exogen Allergischen
Alveolitis relevant, wobei die inhalative Aufnahme im Vordergrund steht (Grevers
2001, Rieger 2002, ABAS Beschluss 606). In der Lebensmittelindustrie wird z.B.
Penicillium roqueforti zur Herstellung von Blauschimmelkäse, Penicillium
camemberti zur Herstellung von Weichschimmelkäse und Rohwurst gezielt
eingesetzt.
Allergene Wirkungen und toxische Effekte bei der Lebensmittelherstellung
Unter dem Begriff exogen allergische Alveolitis (EAA) werden mehrere
Krankheitsbilder zusammengefasst, die bei einheitlicher Symptomatik (Hypersensitivitätspneumonitis)
durch verschiedene Allergene ausgelöst werden können. In der Regel erfolgt die
Bezeichnung der Erkrankung nach der jeweiligen Gefährdung. Beispiele von durch
biologische Arbeitsstoffe in der Lebensmittelherstellung hervorgerufene EAA
sind:
- Malzarbeiterlunge (Aspergillus fumigatus, Aspergillus clavus),
- Käsewäscherlunge (Penicillium casei, Penicillium frequentans),
- Paprikaspalterlunge (Mucor stolonifer),
- Obstbauernlunge (Schimmelpilze auf Obst),
- Farmerlunge (Thermophile Aktinomyzeten, Aspergillusarten),
- Pilzzüchterlunge (Bakterien und Schimmelpilze aus dem Pilzkompost),
- Winzerlunge (Edelfäule auf Trauben) (Rieger, M. A.).
Regelungen bei der Lebensmittelherstellung
Demnach müssen Lebensmittel so hergestellt oder behandelt werden, dass sie bei
Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt der Gefahr einer nachteiligen
Beeinflussung nicht ausgesetzt sind. D.h., dass sie weder unmittelbar noch
mittelbar einer gesundheitlich nachteiligen oder ekelerregenden Einwirkung,
insbesondere Staub, Schmutz oder Gerüchen, Krankheitserregern, menschlichen oder
tierischen Ausscheidungen, Schimmelpilzen, Haustieren, Schädlingen,
Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Witterungseinflüssen ausgesetzt sind (Fb 725
BAuA 1995, LMHV).
Nachweis
TRBA 430 Verfahren zur Bestimmung der Schimmelpilzkonzentration in der Luft am
Arbeitsplatz
Bericht "Gefährdung und Schutzmaßnahmen bei nicht gezielten Tätigkeiten mit
biologischen Arbeitsstoffen bei der Lebensmittelherstellung", Ausschuss für
Biologische Arbeitsstoffe (ABAS)
15.12.2006, Hrsg.: BAuA
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6-8% der Kinder sind sensibilisiert
Schimmelbildung und Lüften - wie hängt das zusammen?
Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung sind Alarmsignale. Sichtbarer
Schimmelpilzbefall kann zu Schimmelpilzsensibilisierungen und auch zu
Allergien bei Kindern führen. Im Kinder-Umwelt-Survey (KUS) wurde
nachgewiesen, dass 6-8 % der Kinder eine Sensibilisierung gegenüber
Innenraumschimmelpilzen haben. Regelmäßiges Lüften und ausreichendes
Heizen hält die Wohnung trocken und beugt Schimmelpilzbildung vor, wenn
das Haus keine baulichen Mängel hat. Wenn dennoch Schimmel auftritt, ist
es wichtig, ihn fachgerecht beseitigen zu lassen.
Faltblatt "Ein gesundes Zuhause für Kinder. Kleine Tipps - große
Wirkung"
Herausgeber: Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit (BMU)
Mai 2009
::
Energieeinsparung durch Optimierung des Raumklimas
MicroSilikat Farben beeinflussen die
Behaglichkeit im Wohnraum
Fachartikel,
08.2007, Schimmelprävention
::
Eine Farbe gegen Schimmel
:: Schimmel und Allergien, Seite 1
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